Schattdorfer SP/Grüne wollen nichts wissen von einer Petition für einen anderen WOV-Kreisel

Die Landratskandidaten empfehlen, den vieradrigen Kreisel bei der Schächenbrücke, wie ihn eine IG fordert, nicht zu unterstützen. Stattdessen soll die neue West-Ost-Verbindung wie geplant gebaut werden.

Markus Zwyssig
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Der geplante Kreisel der WOV bei der Schächenbrücke und die vorgesehene Linienführung entlang des Schächens Richtung Kreisel bei der Ruag in Altdorf.

Der geplante Kreisel der WOV bei der Schächenbrücke und die vorgesehene Linienführung entlang des Schächens Richtung Kreisel bei der Ruag in Altdorf.

Visualisierung: Baudirektion Uri

Das Anliegen der Interessengemeinschaft (IG) für eine Petition «WOV ohne flankierende Massnahmen (Flamas) ein Gewinn für alle Schattdorfer» stösst nicht überall auf Gegenliebe. Die Landratskandidaten von SP/Grüne haben die Begehren und Argumente der IG angeschaut und stellen fest, dass die Petition genau das Gegenteil erziele von dem, was die West-Ost-Verbindung (WOV) beabsichtige.

Die WOV soll eine Entlastung vom Transitverkehr bringen. «Welche Anwohner der Gotthard- oder Dorfstrasse wünschen sich nicht weniger Lärm und Gefahren vor ihren Haustüren?» fragen die Landratskandidaten in ihrem offenen Brief rhetorisch. Eine Entlastung trete aber so nicht ein. «Die eingereichte Petition würde sinnloserweise dafür sorgen, dass die Dorfstrasse und insbesondere die Gotthardstrasse weiterhin stark befahren bleiben.» Anstatt die Gesamtinteressen von Schattdorf zu vertreten und eine Entlastung des Durchgangsverkehrs auf beiden Strassen zu fordern, würden die Petitionäre ein Dorf in zwei Strassen entzweien. «Das hat unseres Erachtens wenig damit zu tun, sich für die Gemeinde Schattdorf stark zu machen.»

In ihrem offenen Brief empfehlen die Landratskandidaten von SP/Grüne den Schattdorfern der Petition nicht zu folgen und stattdessen die WOV, sowie sie geplant ist, zu unterstützen. Denn mit der Umsetzung der WOV werde beabsichtigt, 80 Prozent des Transitverkehrs auf der Gotthardstrasse, weg von Schattdorf auf eine gut ausgebaute Transitstrecke zu leiten. «Weniger Transitverkehr bedeutet mehr Sicherheit, in erster Linie für unsere Schulkinder, uns Fussgänger, uns Velofahrer und auch für uns Automobilisten von Schattdorf.»

Landratskandidaten sprechen von Angstmacherei

Die Argumentation der IG, dass sich mit der WOV der Transitverkehr auf der Dorfstrasse massiv erhöhen würde, sei reine Angstmacherei. «Ziel der WOV ist ja, dass die neue WOV attraktiver und schneller ist, als die anderen Wegvarianten durch Schattdorf.» Sollte es dennoch dazu kommen, dass sich der Transitverkehr auf der Gotthard- oder Dorfstrasse, entgegen der Erwartungen erhöhen sollte, würden die zusätzlichen flankierenden Massnahmen (Flamas) vom Kanton und der Gemeinde umgesetzt, damit das Ziel auch erreicht wird. Die Kosten dafür trage zu grossen Teilen der Kanton.

Schattdorf dürfe in Zukunft kein Transitdorf bleiben. Die Wohnqualität soll durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs deutlich erhöht werden. Wenn die Anwohner der Gotthard- und Dorfstrasse beispielsweise ihre strassenseitigen Fenster in der Nacht öffnen können, es weniger Abgas- und Lärmemissionen durch weniger Verkehrsaufkommen gibt und mehr Sicherheit für alle entsteht, dann könne von einer wahren Aufwertung der Quartiere gesprochen werden. «Die vorgebrachte Lösung der Petitionäre trägt dazu nichts bei», heisst es im offenen Brief.

Mehrkosten und Verzögerung der Entlastung vom Verkehr

Bei der WOV handelt es sich um einen Mehrheitsentscheid des Urner Volks vom 18. Oktober 2015. Es sei daher unwahrscheinlich, dass die eingereichte Petition überhaupt rechtliche Chancen habe, heisst es im offenen Brief. «Eine Neuverhandlung der WOV-Umsetzung würde vermutlich eine kantonale Initiative verlangen und eine erneute Volksabstimmung mit sich bringen.» Dies verursache wiederum Mehrkosten und was für die Schattdorfer schlimmer sei, deutliche Verzögerungen für die Entlastung der Gotthard- und Dorfstrasse. Weiter gefährde die Petition den vom Bund finanzierten Autobahnhalbanschluss und somit auch die wichtige Erschliessung der Schattdorfer Industriezone.

Die Landratskandidaten appellieren, die Petition zu hinterfragen und sich für die vorgesehene ursprüngliche Umsetzung der WOV einzusetzen. «Nur so werden wir die heutige unzumutbare Verkehrsbelastung los und machen Schattdorf zu einem noch schöneren und attraktiveren Familiendorf», heisst es offenen Brief, den die Landratskandidaten unterzeichnet haben. Namentlich sind das Samuel Bissig, Reto Jäger, Eveline Lüönd, Viktor Nager und Judith Tresch.

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