Schattdorfer starten eine Gemeinde-Petition

Politiker, Unternehmer und Bürger haben sich zur Interessengemeinschaft «WOV für alle» zusammengeschlossen. Sie wollen, dass die Gotthardstrasse direkt über den neuen Kreisel erschlossen wird und gleichberechtigt zur Dorfstrasse befahrbar ist. 

Markus Zwyssig
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Die Dorfstrasse in Schattdorf lässt das Kreuzen von zwei Bussen nur schwer zu.

Die Dorfstrasse in Schattdorf lässt das Kreuzen von zwei Bussen nur schwer zu. 

Bild: PD

Für 19,8 Millionen Franken baut der Kanton Uri die neue West-Ost-Verbindung (WOV). Am 18. Oktober 2015 hat das Stimmvolk dem Rahmenkredit für das Strassenprogramm WOV zugestimmt. «Die bilateral verhandelten Abmachungen zwischen Gemeinderat Schattdorf und Kanton wurde den Urnengängern jedoch vorenthalten», heisst es in einer Mitteilung. So werde eine «äusserst komplexe Linienführung» am Kreisel Schächen dazu führen, dass in Schattdorf der Verkehr mehrheitlich durch die Dorf- und Adlergartenstrasse führen werde.

Eine grosse Gruppe von ehemaligen und aktuellen Landräten, ehemaligen Gemeindepräsidenten, Unternehmern sowie Bürgern Schattdorfs hat sich zur Interessengemeinschaft «WOV für alle» zusammengefunden, um die gefassten Pläne in der Gemeinde zu stoppen und neu zu überdenken. Mit der Gemeinde-Petition wollen sie sich Gehör verschaffen und konstruktive Lösungen präsentieren. Sie fordern den Gemeinderat auf, die Vereinbarung zwischen Kanton und Gemeinde betreffend flankierender Massnahmen neu zu verhandeln.

Die Gotthardstrasse soll auch in Zukunft gleichberechtigt zur Dorfstrasse befahrbar sein.

Die Gotthardstrasse soll auch in Zukunft gleichberechtigt zur Dorfstrasse befahrbar sein.

Bild: PD

Petition soll Ende Februar eingereicht werden

Und das wird in der Petition gefordert: Die Gotthardstrasse soll direkt über den neuen Kreisel erschlossen werden und gleichberechtigt zur Dorfstrasse befahrbar sein. «Der Gemeinderat verzichtet auf das Ziel, den Durchgangsverkehr um 80 Prozent zu reduzieren, um alle Schattdorfer von der WOV profitieren zu lassen», heisst es in der Mitteilung. Durch diese Massnahmen werde die Sicherheit im Dorfkern erhöht, die Kosten «für unnötige» flankierende Massnahmen an der Gotthardstrasse reduziert und das Verkehrsaufkommen gleichmässiger verteilt. Nun startet die Unterschriftensammlung. «Die Petition wollen wir Ende Februar dem Gemeinderat übergeben», sagt Iwan Deplazes. Er gehört mit Markus Brand und Cornel Betschart zu den Initianten der Petition.

«Die Gotthardstrasse soll nicht zu einer Quartierstrasse degradiert werden», so Deplazes. «Wir glauben an die Wirkung der WOV und dass durch die neue Verbindung die Gotthardstrasse weniger stark befahren wird als heute.» Es brauche keine künstliche Abwertung der Strasse. Die Petition sei eine Willensbekundung, die alle unterschreiben können. «Wir führen einen konstruktiven Dialog mit der Gemeinde.»

Obergericht behandelt Beschwerden zum Knoten

«Die Petition liegt uns leider nicht vor», heisst es bei der Baudirektion auf Anfrage. Soweit man wisse, handle es sich um eine Gemeinde-Petition, die sich an den Gemeinderat Schattdorf richtet. Die Baudirektion befinde sich in regelmässigem Austausch mit dem Gemeinderat. «Selbstverständlich wird auch der Inhalt der Petition diskutiert, sofern der Gemeinderat dies wünscht», teilt die Baudirektion mit. Man habe im Vorfeld der WOV-Abstimmung 2015 transparent gezeigt, welche Lösung beim Knoten Schächen geplant ist. Dazu habe man zahlreiche Infoveranstaltungen durchgeführt. Das Projekt sei nach intensiver Planung unter Einbezug der Gemeinden regulär aufgelegt worden. Derzeit werden vor Obergericht die Beschwerden zum Knoten Schächen behandelt.

Der Gemeinderat Schattdorf sieht es ähnlich wie die Baudirektion. «Wir sind in engem Kontakt miteinander», sagt Gemeindepräsident Bruno Gamma auf Anfrage. «Natürlich sind wir bestrebt, für die Schattdorfer im Rahmen der flankierenden Massnahmen eine gute Lösung zu finden.»