Schattdorfer Triathletin wagt zum siebten Mal den Spagat zwischen Organisation und sportlicher Leistung

Sara Baumann nimmt nicht nur als Athletin am Uri-Triathlon teil, sondern ist auch erfahrenes OK-Mitglied. Welche weiteren Herausforderungen und Besonderheiten der Sportanlass bereithält, verrät sie im Interview.

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Im vergangenen Jahr reichte es Sara Baumann am Uri-Triathlon nicht aufs Podest. (Bild: Urs Hanhart, 1. Juli 2018)

Im vergangenen Jahr reichte es Sara Baumann am Uri-Triathlon nicht aufs Podest. (Bild: Urs Hanhart, 1. Juli 2018)

(pd/ml) Am Sonntag, 4. August, findet die siebte Auflage des Uri-Triathlons in Seedorf statt. Die 26-jährige Schattdorfer Triathletin Sara Baumann gehört seit der Neulancierung des Uri-Triathlons im Jahr 2013 dem Organisationskomitee an. Zudem erreichte Sara Baumann in allen sechs Austragungen das Ziel und wird auch heuer wieder an der Startlinie stehen. Im Interview gibt Baumann Einblicke in diese Doppelbelastung.

Wie lange sind Sie schon im OK des Uri-Triathlon?

Sara Baumann: Seit 2012 für die erste Austragung des Uri-Triathlons im Jahr 2013.

Was sind Ihre Aufgaben und was macht Ihnen dabei am meisten Spass?

Die ersten fünf Jahre war ich für das Personal (Helfer) verantwortlich. Seit zwei Jahren bin ich für die Siegerehrung und die Beschaffung der Preise zuständig. Die Vorbereitung ist anstrengend und zeitintensiv und bereitet nicht immer Freude. Die OK-Sitzungen sind aber kurzweilig und wir haben inzwischen ein sehr gut funktionierendes und eingespieltes Team. Was mir grosse Freude macht ist immer der Renntag und insbesondere der Abend danach, wenn alles reibungslos abgelaufen ist und wir viele glückliche Athleten und Helfer hatten und alle Bauten abgeräumt sind und das Material versorgt ist.

Was war eure grösste Herausforderung als OK?

Der Aufwand, einen Triathlon zu organisieren, ist enorm. Das Wettkampfwochenende ist immer eine grosse mentale und körperliche Belastung – insbesondere im vergangenen Jahr als beim Uri-Triathlon die Elite-Schweizer-Meisterschaft ausgetragen wurde. Es ist immer unser Ziel, möglichst viele Leute für den Triathlonstart in Seedorf zu motivieren. Das ist eine Herausforderung, weil sich das viele nicht zutrauen. Ich bin der Meinung, dass diese Angst unbegründet ist. Der Uri Triathlon ist ja kein Ironman, bei welchem man stundenlang unterwegs ist. Mit etwas Disziplin, Wille und Training, schafft das Jeder und Jede. Das Schöne an der Schweizer Triathlonserie Tri-Circuit ist, dass es jeweils sehr viele Hobbysportler am Start hat. Je mehr Teilnehmer, desto schöner für uns.

Was läuft besonders gut und bei welchem Thema seid ihr schon mal aneinandergeraten?

Es treffen verschiedene Meinungen aufeinander, es gibt viel zu entscheiden. Manche denken jeweils, es lohnt sich etwas Zusätzliches zu wagen, andere haben weniger Hoffnung. Da gibt es immer viel Stoff zum Diskutieren. Mittlerweile haben wir schon viele Erfahrungen gesammelt und wir wissen was zu tun ist. Das hilft uns sehr und verhindert unangenehme Überraschungen am Rennwochenende (schmunzelt). Bei der ersten Austragung 2013 haben wir zum Beispiel erst wenige Tage vor der Austragung festgestellt, dass wir keinen Speakerwagen mit Soundanlage organisiert haben.

Was ist das Besondere am Uri-Triathlon?

Besonders ist sicher der wunderbare Austragungsort. Die Strecken sind sehr schön angelegt. Das Velofahren am See entlang und die Laufstrecke durch das Reussdelta sind herrlich. Auch können wir die Radstrecke praktisch verkehrsfrei anbieten.

Wo sehen Sie den Uri-Triathlon in fünf Jahren?

Schwierig zu sagen. Wir sind auf jedes OK-Mitglied angewiesen, auch auf viele Stunden von Freiwilligenarbeit. Ich würde mir wünschen, dass wir im ähnlichen Format auch in fünf Jahren noch den Uri Triathlon durchführen können.

Auch ein Start im Dreierteam ist möglich

(pd/ml) Sportlich gesehen war der Uri-Triathlon bisher nicht das beste Pflaster für Sara Baumann. Einzig im Jahr 2016 schaffte sie es als zweite aufs Podest. Die Doppelbelastung mit der Arbeit im OK-Team und als Athletin sind nicht zu unterschätzen. Trotzdem will Sara Baumann ihre Podestquote in diesem Jahr verdoppeln. Die Chancen darauf sind realistisch. Die vergangenen Rennen haben aufgezeigt, dass die Form passt. Sara Baumann wird in Seedorf alles daransetzen, die Erwartungen der einheimischen Fans zu erfüllen. Der Uri Triathlon ist ein Breitensportanlass und richtet sich an Hobbysportler. Insbesondere für Kinder, Jugendliche und Triathlon Einsteiger ist der Uri Triathlon ideal, weil die Radstrecke für den Verkehr gesperrt ist. Wer sich einen Triathlon nicht als Einzelathlet zutraut, kann den Event im Team zu dritt absolvieren. Das OK freut sich darum ganz besonders, viele einheimische Sportler am Start zu sehen. Am Samstagabend, 3. August, findet beim Seerestaurant ein Grillplausch für die Triathleten statt. Eingeladen sind auch die Anwohner und die Urner Bevölkerung. Informationen über den Uri-Triathlon, den Zeitplan, die genauen Strecken, die Kategorien und die Anmeldung findet man unter www.uri-triathlon.ch.