Petition mit 1750 Unterschriften: Schattdorfer wollen Kreisel bodigen

Initianten einer Petition, Vertreter des Kantons und Landräte diskutieren über die West-Ost-Verbindung, flankierende Massnahmen und den geplanten Kreisel bei der Coop-Tankstelle. Der Baudirektor lässt aber die Petitionäre abblitzen.

Markus Zwyssig
Drucken
Teilen
Der im Zusammenhang mit der neuen West-Ost-Verbindung geplante neue Kreisel bei der Schächenbrücke verfügt über drei Anschlüsse.

Der im Zusammenhang mit der neuen West-Ost-Verbindung geplante neue Kreisel bei der Schächenbrücke verfügt über drei Anschlüsse.

Visualisierung: PD

1750 Schattdorfer haben die Petition «WOV für alle» unterschrieben. Sie waren Auslöser für eine Aussprache, zu welcher der Gemeinderat Schattdorf eingeladen hatte. Vertreter des Kantons, Initianten der Petition sowie Schattdorfer Landräte diskutierten am Donnerstagabend in der Aula hitzig miteinander.

Die Unterzeichner der Petition fordern, die Vereinbarung zwischen Kanton und Gemeinde betreffend flankierender Massnahmen für die West-Ost- Verbindung (WOV) neu auszuhandeln. Sie wollen, dass die Pläne für die Gemeinde Schattdorf gestoppt und überdacht werden. Sie stören sich insbesondere am Kreisel Schächen bei der Coop-Tankstelle, an den die Gotthardstrasse gegen Süden nicht direkt anschliesst.

Petitionäre wollen Mitsprache des Volks

Die Petitionäre wollen, dass die Bevölkerung mitreden kann. Die Kreiselführung sorge für Kopfschütteln und Missfallen beim Volk, sagte Iwan Deplazes. Es sei zu wenig informiert worden, bemängelte er. «Nun müssen Lösungsvorschläge erarbeitet und an der Gemeindeversammlung im September präsentiert werden.» Auch Markus Brand pochte auf eine «vernünftige Lösung». Der geplante Kreisel mit drei Anschlüssen sei alles andere als ideal. Es könne nicht sein, dass künftig mehr Verkehr durchs Dorf rolle. Brand forderte, dass man das Kreisel-Projekt separat ausschreibe, auflege und anpasse.

Alt Gemeindepräsident Ruedi Müller machte sich ebenfalls für die Schattdorfer stark, welche die Petition unterschrieben haben. Er bemängelte die Informationspolitik des damaligen Gemeinderats. Diese sei schlecht gewesen. Jetzt müsse eine Lösung gefunden werden, welche die Anliegen der Petitionäre berücksichtige.

Mehrere Stimmen aus der Bevölkerung befürchteten, dass es mit der geplanten Verkehrsführung zu Mehrverkehr im Dorf kommt. So würden Autofahrer etwa aus dem Bereich Restaurant Brückli und Gotthardmatte zum Einkaufen im Urnertor oder in Altdorf vermehrt den Weg übers Dorf wählen. Kritisiert wurde die schlechte Einfahrt für Anwohner aus der Ringstrasse über die Gotthardstrasse, welche nicht direkt in den Kreisel erfolge. Zu Zeiten mit viel Verkehr sei man gezwungen, den Weg über die Adlergartenstrasse und das Dorf zu wählen, um Richtung Altdorf zu fahren. Ein vieradriger Kreisel würde die Situation entscheidend verbessern. Moniert wurde, dass die Gotthardstrasse breiter sei als die Adlergarten- und die Dorfstrasse.

FDP-Landrat Ruedi Cathry sagte, es sei niemand gegen den Bau der WOV, aber so wie geplant gehe es nicht. Die Gotthardstrasse dürfe nicht herunter klassiert werden. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Anliegen der Schattdorfer aufzunehmen.»

Baudirektor Roger Nager war anderer Meinung: «Der politische Prozess ist abgeschlossen.» Der Kanton habe einen klaren Auftrag. «Wir wollen die Siedlungsgebiete vom Durchgangsverkehr entlasten», so Nager. Dazu brauche es Massnahmen auf der Gotthardstrasse. Das habe man stets transparent aufgezeigt. Der Kreisel Schächen wurde beispielsweise schon 2014 – ein Jahr vor der Volksabstimmung – an einer Ausstellung in der Aula Gräwimatt präsentiert. «Die Forderung der IG, den Kreisel anders zu bauen, kommt zu spät.» Der Landrat hat über das Unterhaltsprogramm Strassen den Knoten Schächenbrücke gutgeheissen. Auch der Gemeinderat Schattdorf stehe hinter dem Projekt des Kantons, wie Gemeindepräsident Bruno Gamma aufzeigte. Verkehr soll mit der neuen Strasse halbiert werden

Die Bevölkerung sei intensiv über die WOV und die flankierenden Massnahmen informiert worden, sagte Peter Vorwerk, Leiter Abteilung Strategie beim Amt für Tiefbau. Zwei von drei Autos auf der Gotthardstrasse gehören heute zum Durchgangsverkehr. Dieser soll auf die WOV. «Im Dorf kann es zu leichten Verschiebungen des internen Ziel- und Quellverkehrs kommen», so Vorwerk. «Insgesamt reduziert sich der Verkehr dank WOV und flankierender Massnahmen um 50 Prozent.»

Mehr zum Thema