Exil-Urnerin lässt Scherenschnitte zu Kunst werden

Im Rahmen der Werk- und Förderausstellung im Haus der Kunst Uri wird das Schaffen von Adriana Stadler gewürdigt.

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Ein Ausschnitt aus einem Werk von Adriana Stadler.

Ein Ausschnitt aus einem Werk von Adriana Stadler.

Bild: PD

(ml) In einer Woche ist es so weit: Die Kunst- und Kulturstiftung Uri vergibt die diesjährigen Werk- und Förderpreise. 22 Personen bewerben sich um das Berlin-Atelier, um das Urner Werkjahr oder um einen der diesjährigen Werk- und Förderpreise. Seit 1982 fördert die gemeinsam vom Kanton Uri und dem Kunstverein Uri getragene Stiftung Urner Kunst- und Kulturschaffende mit personen- oder projektbezogenen Beiträgen. Die Bewerbungen werden jeweils im Rahmen einer Jahresausstellung im Haus für Kunst Uri gezeigt. Die Übergabefeier der Preise findet am 7. Dezember um 17 Uhr im Haus für Kunst Uri statt.

Anlässlich der 38. Urner Werk- und Förderungsausstellung im Dezember wird das Schaffen der Urnerin Adriana Stadler mit einer Sonderausstellung gewürdigt. Die in Bern wohnhafte Künstlerin erhält die Möglichkeit, den Danioth-Pavillon zu bespielen.

Wiederkehrende Vorgänge erzeugen Rhythmus

Stadler wurde 1957 in Altdorf geboren und hat in den vergangenen Jahren in der Schweiz sowie im benachbarten Ausland ausgestellt. Schablonenhafte Arbeiten und ornamentale Strukturen zählen zu den prägenden Merkmalen von Adriana Stadlers Werken. Dazu zählen auch Arbeiten mit der Schere: «Das Falten und wieder Auseinanderklappen von Scherenschnitten erzeugt Spiegelungen, die mich immer wieder faszinieren und die immer wieder in meinen Arbeiten in unterschiedlichster Form zu sehen sind», hält sie zu ihren aktuellen Arbeiten fest. «Die Spiegelung, die Verdoppelung das Aneinanderreihen sind Metaphern für immer wiederkehrende Vorgänge und erzeugen einen Rhythmus.» Ihre Arbeiten seien sehr rudimentär. «Ich mag das Simple und den einfachen, elementaren Umgang mit den Materialien.» Für die Ausstellung im Haus der Kunst Uri habe sie sich aber von der traditionellen Ansicht eines Scherenschnitts verabschiedet. «Ich versuche Rhythmus zu schaffen, mich von einem figürlichen Bild zu lösen und trotzdem nicht nur Ornament zu sein.»

Künstlerduo bietet Einblick in sein Schaffen

Rund ein Jahr, nachdem sie als Stipendiaten 2018 aus ihrem Aufenthalt im Zentralschweizer Berlin-Atelier zurückgekehrt sind, zeigt das Künstlerduo Susanne Schär und Peter Spillmann einen Ausschnitt aus ihren aktuellen Arbeiten im Vorraum des Danioth-Pavillons. Während vier Monaten weilten die beiden in der deutschen Hauptstadt. Das Künstlerduo arbeitet seit dem Jahr 2000 gemeinsam und feiert mit ihren installativen Arbeiten in ganz Europa Erfolge. «Der Raum und dessen Wahrnehmung nehmen im Werk von Susanne Schär und Peter Spillmann einen zentralen Platz ein», heisst es im Vorwort zu ihrer Publikation «Der Augenblick dazwischen». Dabei geht es dem Duo um mehr als Architektur und Form: «Mit reduzierten Eingriffen in die gegebene Situation evozieren sie weitere Lesarten, verweisen im übertragenen Sinn auf soziale und mentale Räume und die dadurch hervorgerufenen Vorstellungen.»