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Schnaufen und Dampfen auf dem Weg nach Realp

Die revidierte stärkste Schmalspurlok fuhr am Dienstag erstmals auf der Furka-Bergstrecke. Die Lokomotive wurde vor 30 Jahren aus Vietnam zurückgeholt. Es war ein grosser Kraftakt für alle Beteiligten.
Die Lok HG 4/4 Nummer 704 bei ihrer ersten offiziellen Fahrt auf der Furka-Bergstrecke in Realp. (Bild: Beat J. Klarer / Stiftung Dampfbahn Furka-Bergstrecke)Die Lok HG 4/4 Nummer 704 bei ihrer ersten offiziellen Fahrt auf der Furka-Bergstrecke in Realp. (Bild: Beat J. Klarer / Stiftung Dampfbahn Furka-Bergstrecke)
Die Lok HG 4/4 Nummer 704 bei ihrer ersten offiziellen Fahrt auf der Furka-Bergstrecke in Realp. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)Die Lok HG 4/4 Nummer 704 bei ihrer ersten offiziellen Fahrt auf der Furka-Bergstrecke in Realp. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
Blick in den Führerstand der Lok HG 4/4 Nummer 704. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)Blick in den Führerstand der Lok HG 4/4 Nummer 704. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
Letzte Putzaktion an der Lokomotive. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)Letzte Putzaktion an der Lokomotive. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
Die aus der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur SLM stammende Lokomotive wurde 1923 nach Indochina geliefert. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)Die aus der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur SLM stammende Lokomotive wurde 1923 nach Indochina geliefert. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
1990 wurde sie von Spezialisten des Vereins Dampfbahn-Furka-Bergstrecke zurück in die Schweiz gebracht. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)1990 wurde sie von Spezialisten des Vereins Dampfbahn-Furka-Bergstrecke zurück in die Schweiz gebracht. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
Vor der Jungfernfahrt wurde die Lok HG 4/4 von Laientheologin Eleonora Biderbost getauft. (Bild: Paul Gwerder)Vor der Jungfernfahrt wurde die Lok HG 4/4 von Laientheologin Eleonora Biderbost getauft. (Bild: Paul Gwerder)
In Gletsch gab es auf der Jungfernfahrt einen Zwischenhalt zum Wasserfassen. (Bild: Paul Gwerder)In Gletsch gab es auf der Jungfernfahrt einen Zwischenhalt zum Wasserfassen. (Bild: Paul Gwerder)
(Bild: Paul Gwerder)(Bild: Paul Gwerder)
Von 2016 bis 2018 wurde die Lokomotive umfassend revidiert. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)Von 2016 bis 2018 wurde die Lokomotive umfassend revidiert. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
Die Lokomotive fährt in den Furka-Tunnel. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)Die Lokomotive fährt in den Furka-Tunnel. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
In Realp wird die Lokomotive von vielen Schaulustigen begutachtet. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)In Realp wird die Lokomotive von vielen Schaulustigen begutachtet. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)(Bild: Urs Flüeler / Keystone, 25. Juni 2019)
Lokführer der Dampflok HG 4/4, Martin Horath. (Bild: Paul Gwerder)Lokführer der Dampflok HG 4/4, Martin Horath. (Bild: Paul Gwerder)
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Jungfernfahrt der «Vietnam-Lokomotive» auf der Furka-Bergstrecke

Am Dienstag war es in Oberwald (VS) soweit: Die revidierte stärkste Schmalspurdampflok wurde getauft (siehe Zentralschweiz am Sonntag vom 23. Juni). Anschliessend ging es auf die Jungfernfahrt nach Realp. Zuerst aber begrüsste Peter Riedwyl, Präsident des Stiftungsrates der Furka-Bergstrecke, die vielen Gönner in der Mehrzweckhalle. «Ohne die grosszügigen Spenden wären wir jetzt nicht hier», so Riedwyl bei seiner Dankesrede.

In aufwendiger Aktion zurück in die Schweiz

«Auf der Suche nach Dampfloks für die Furka-Bergstrecke ist der gebürtige Erstfelder Ralph Schorno im Jahr 1990 in Vietnam fündig geworden», erzählte anschliessend Joseph Koch, der damals Botschafter in Bangkok war. Im Rahmen der Aktion «Back to Switzerland» holten sie unter anderem die HG 4/4 Nr. 704, die am Dienstag getauft wurde, und jene mit der Nummer 708 in einer aufwendigen Aktion in die Schweiz zurück. Dank dem Verhandlungsgeschick von Koch konnte sich die Schweizer Delegation mit der Direktion der Staatsbahnen DSVN nach intensiven Gesprächen einigen. «Heute bin ich sehr stolz, dass der Traum wahr wurde und ich bei der Jungfernfahrt dabei sein kann», sagte er.

Der Bauunternehmer Aldo Contratto war auch einer der Männer, der vor rund 30 Jahren in Vietnam dabei war und mithalf, den Rücktransport zu realisieren. «Es war eine sehr intensive und nervenaufreibende Sache, die ich mir damals eingebrockt hatte», sagte der heute 77-jährige Contratto und fügte hinzu, dass sich die viele Arbeit doch noch gelohnt hatte.

Die starke Lok fährt gleichmässiger

Nach dem Mittagessen ist der Star des Tages, die Lok mit der Bezeichnung HG 4/4, in einem feierlichen Akt von Laientheologin Eleonora Biderbost auf der Drehscheibe in Oberwald getauft worden. Dabei sagte sie: «Wir haben Vertrauen in diese Lok, damit diese mit Gottessegen viele Passagiere in Zukunft unfallfrei befördern wird, und dabei hoffe ich auf Gott».

Gefahren wurde die Dampflok von Lokführer Martin Horath. «Ich engagiere mich ehrenamtlich bei der Dampfbahn, denn in der übrigen Zeit arbeite ich bei den Rigi-Bahnen und darf dort ebenfalls mit einer Dampflok fahren. Für mich ist es ein sehr spezieller Tag, dass ich mit der stärksten Dampflok heute mit den vielen Gästen nach Realp fahren darf», erklärte der 54-jährige Horath. Auf der Fahrt von Realp nach Oberwald und zurück benötigt die kräftige Lok fast eine Tonne Kohle, welche der Heizer unentwegt in den Heizkessel schaufeln muss, sowie 5000 Liter Wasser.

Der Rauch ist den Gästen egal

Mit viel schwarzgrauen Rauch, der über die blauen Wagen mit den offenen Fenstern zog, und unter ohrenbetäubenden Pfeifen machte sich die Dampflok mit einem kräftigen Fauchen auf die steile Strecke hinauf nach Gletsch. Der heisse Sommertag mit stahlblauem Himmel sorgte auf der nostalgischen Bahnfahrt bei den Fahrgästen für wahre Begeisterung. Und den vielen Fans war es ziemlich egal, dass ihre Gesichter mit der Zeit vom Rauch wie auch die hellen Kleider nicht mehr ganz sauber waren. Zudem stellten die erfahrenen Passagiere im Zug bald einmal fest, dass der Zug, gezogen von der starken HG 4/4, gleichmässiger fährt als mit anderen Dampfloks und dadurch auch weniger schüttelt.

Lokomotive wechselt in Gletsch die Waggons

In Gletsch bekam die Lokomotive erneut Wasser. Danach wurde sie vor den zweiten Zug mit den roten Waggons umgespannt. Somit bekamen die rund 260 Fahrgäste in beiden Zügen die Gelegenheit, von der neuen Lokomotive gezogen zu werden. Von dort ging es mit Halten auf den Bahnstationen Furka und Tiefenbach zwischen teilweise hohen Schneemauern und Alpenblumen nach Realp.

Dort sagte Stiftungsratspräsident Peter Riedwyl: «Es war ein wunderbarer Tag, an dem vom Wetter bis hin zur Fahrt alles stimmte». Einen grossen Wermutstropfen gab es jedoch: «Bei der Enthüllung der Wappen nach der Loktaufe traf mich fast der Schlag, denn es kamen zwei Uristier-Wappen zum Vorschein. Geplant war, dass auf dieser Lok die vietnamesischen Wappen, die wir aufwendig nachgebaut haben, angeschraubt worden wären. Aber die Leute, welche die Lok in der Dampfwerkstätte Uzwil wieder auf Vordermann brachten, waren zu meinem Leidwesen scheinbar anderer Meinung als der Stiftungsrat, und das schmerzt».

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