SCHÖLLENEN: Beiz soll in Urner Hand bleiben

Das Restaurant Teufelsbrücke soll verkauft werden. Russen gehören zu den Interessenten. Aber auch eine private Urschner Gruppe hofft auf den Zuschlag.

Anian Heierli
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Der heutige Besitzer des Restaurants Teufelsbrücke will eine halbe Million Franken. (Archivbild Keystone/Urs Flüeler)

Der heutige Besitzer des Restaurants Teufelsbrücke will eine halbe Million Franken. (Archivbild Keystone/Urs Flüeler)

Anian Heierli

Mehr als 100 Jahre lang kehrten Passreisende im Restaurant Teufelsbrücke in Andermatt ein. Doch seit zwei Jahren ist das Restaurant, das neben der bekannten gleichnamigen Brücke in der Schöllenen liegt, geschlossen. Jetzt soll es verkauft werden. Beim Besitzer meldeten sich auch Russen als Kaufinteressenten. Das überrascht nicht: Das Restaurant befindet sich neben dem Denkmal des russischen Generals Suworow, der mit seinen Soldaten im September 1799 unter Beschuss die Schöllenen passierte und Napoleons Truppen besiegte. Noch heute besucht der russische Botschafter jährlich das Denkmal des Volkshelden. Nun hat sich aber eine Gruppe Urschner eingeschaltet, die das geschichtsträchtige Restaurant nicht aus einheimischer Hand geben will, wie das SRF-«Regionaljournal» berichtete.

«Schlucht ist ein Freilichtmuseum»

Initiant der privaten Gruppe ist der Andermatter Christoph Gähwiler. Er will das Restaurant neu aufleben lassen und setzt sich dafür ein, dass die Schöllenen als faszinierende Schlucht besser touristisch vermarktet wird. «Geschichtlich betrachtet ist die Schöllenen ein Freilichtmuseum. Der Ort bietet Kultur pur. Hier befindet sich nicht nur Urner, sondern Schweizer Kulturgut», betont Gähwiler und verweist auf die Teufelsbrücke, das Felsbild von Maler Heinrich Danioth, und das Suworow-Denkmal und die historischen Wege in der Umgebung.

Laut Gähwiler haben bereits Gespräche mit dem Kanton, der Korporation Ursern, der Gemeinde Andermatt und mit Andermatt Tourismus stattgefunden. Für den Betrieb und Unterhalt des Restaurants schwebt ihm ein Stiftungsmodell vor. «Die Stiftung könnte das Restaurant tragen, und ein Pächter würde wirten», erklärt er.

Als Vorbild nennt Gähwiler die alte Militärfestung Sasso San Gottardo auf dem Gotthardpass, die zurzeit von einer Tessiner Stiftung geführt und vermarktet wird. «Wir sind eine Tourismusregion. Deshalb ärgert es mich seit Jahren, dass die Schöllenen als attraktive Schlucht nicht besser vermarktet wird», betont Gähwiler und ergänzt: «Die Bündner, St. Galler und Berner bewirtschaften die Viamala-, Tamina- und Aareschlucht touristisch schon länger.»

Gute Chancen für Urschner

Der heutige Besitzer, ein Waadtländer Bauer, will das Restaurant Teufelsbrücke für rund ein halbe Million Franken verkaufen. Die Zeichen stehen gut, dass die Urner Interessenten den Zuschlag bekommen. «In Andermatt soll bleiben, was zu Andermatt gehört», sagt Alois Dähler, zuständiger Immobilienmakler. «Wenn die einheimischen Interessenten vorwärtsmachen, liegt der Vorteil auf ihrer Seite.» Die Verhandlungen mit den Urnern würden bereits seit einem Jahr laufen. Die Finanzierung sollte aber bis Ende 2015 stehen. «Ansonsten könnte der Verkäufer die Geduld verlieren», so Dähler. «Wo ein Wille ist, ist aber auch ein Weg.»

Initiant Christoph Gähwiler betont derweil, dass der Kauf gut überlegt sein müsse. «Grundsätzlich bin ich aber zuversichtlich, dass die Finanzierung klappt.»