SCHÖLLENEN: Keiner schert sich um den Teufel

Seit zwei Monaten schon ist der Danioth-Teufel in der Schöllenen mit blauer Farbe beschmiert. Unternommen haben die Behörden bis jetzt nichts.

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Das verschmierte Teufelsgemälde in der Urner Schöllenen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das verschmierte Teufelsgemälde in der Urner Schöllenen. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Schaurig wie immer lugt der Teufel von der Felswand. Gleich neben der Kantonsstrasse in der Urner Schöllenenschlucht. Er tut dies seit fast 60 Jahren. Doch seit Juli stimmt etwas nicht. Es ist die blaue Farbe, die quer über das grosse Gemälde verschmiert ist – und dort überhaupt nicht hingehört. Vandalen machten sich einen Spass daraus, das Wandgemälde des bekannten Urner Malers Heinrich Danioth (1896–1953) zu verunstalten. Was genau vorgefallen ist, weiss niemand. Und bis jetzt hat in der Sache noch niemand etwas unternommen.

Gemeinde, Kanton oder Bund?
Es war irgendwann zwischen dem 21. und dem 26 Juli, als der Postenchef der Polizei Andermatt die Untat entdeckte. Er hielt die Schmierereien mit seiner Kamera fest und leitete die Bilder an die Gemeinde Andermatt und die Kantonsbehörden weiter. «Weil es sich in diesem Fall um eine Sachbeschädigung handelt, braucht es einen Strafantrag, damit wir tätig werden», sagt Herbert Planzer, Mediensprecher der Kantonspolizei Uri. Auf diesen wartet die Polizei allerdings bis heute.

Auch die Nachfrage bei der Gemeinde Andermatt bleibt ohne Resultat. Der Kanton sei zuständig, heisst es. Aber bei den kantonalen Behörden hat man noch nicht überall Kenntnis vom Vandalenakt. Eduard Müller, der kantonale Denkmalpfleger, kümmert sich angeblich bereits um den unrühmlichen Vorfall in der Schöllenen. Weil sich die Teufel-Freske auf einem Felsen an einer Nationalstrasse befindet, habe er sich schon mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) in Verbindung gesetzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen, heisst es beim Kanton.

Daniel Schriber

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung.