SCHÖLLENEN: Unterführung soll Sicherheit erhöhen

Der Landrat muss sich mit dem Ersatz eines Fussgängerstreifens befassen. Der Kanton Uri soll sich mit 500 000 Franken beteiligen.

Elias Bricker
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Das Astra sieht sich gezwungen, den Fussgängerstreifen bei der Teufelsbrücke aus Sicherheitsgründen aufzuheben. (Bild Manuela Jans)

Das Astra sieht sich gezwungen, den Fussgängerstreifen bei der Teufelsbrücke aus Sicherheitsgründen aufzuheben. (Bild Manuela Jans)

Schöllenen

Bei der Teufelsbrücke in der Schöllenen kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Wanderer, Velofahrer, aber auch unzählige Touristen, die mit dem Car in der Schöllenen Halt machen und das Suworow-Denkmal besuchen, queren dort die Strasse. Abrupte Bremsmanöver, Kollisionen und Stürze sind auf diesem Streckenabschnitt nicht selten. Deshalb sieht sich das Bundesamt für Strassen (Astra) nun gezwungen, den Fussgängerstreifen aufzuheben. Damit die Touristen dennoch gefahrlos auf die andere Strassenseite gelangen können, plant das Astra den Bau einer Unterführung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,5 Millionen Franken. Das Astra ist als Eigentümerin und Bauherrin bereit, 1,825 Millionen Franken zu übernehmen. Doch auch der Kanton Uri soll maximal 500 000 Franken beisteuern. Grund: Der Fussgängerstreifen ist Teil eines sogenannten Hauptwanderweges, für den der Kanton zuständig ist. Der Landrat muss deshalb am 26. August über den entsprechenden Verpflichtungskredit befinden.

Nicht nur im Interesse des Bundes

Das Ja der offenen Dorfgemeinde zum beantragten Kredit vorausgesetzt, wird sich zudem die Gemeinde Andermatt mit 125 000 Franken am Projekt beteiligen. Weiter hat der Talrat beschlossen, dass auch die Korporation Ursern 50 000 Franken beisteuert. «Die Erhöhung der Sicherheit ist nicht nur im Interesse des Bundes», begründet Astra-Sprecherin Esther Widmer auf Anfrage die Beteiligung von Gemeinde und Korporation.

Rampe für Rollstuhlfahrer

Das Konzept des Astra sieht vor, die Unterführung mit einer Treppe sowie einer rollstuhlgängigen Rampe auszustatten. Der bestehende Parkplatz soll neu gestaltet werden. So ist vorgesehen, Parkfelder für Reisecars einzuzeichnen. Denn die heutige Parkplatzsituation bei der Teufelsbrücke sei «unbefriedigend», heisst es im Bericht der Regierung an den Landrat. Das Projekt soll im Jahr 2018 realisiert werden – im Zusammenhang mit der Sanierung der Schöllenen­strasse. Angesprochen auf die Kritik, das Unterführungsprojekt sei überrissen, sagt Astra-Sprecherin Widmer: «Der Fussgängerstreifen bei der Teufelsbrücke ist nicht übersichtlich. Die Fussgänger werden oft spät bemerkt, was zu heiklen Situationen führen kann. Zudem stellen Fussgängerstreifen ausserorts generell ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar.»

Das Astra saniert die Strecke zwischen Göschenen und Andermatt derzeit für rund 105 Millionen Franken. Die Bauarbeiten wurden 2014 aufgenommen und dauern voraussichtlich bis 2019. Gleichzeitig wird auch die Situation des Langsamverkehrs in der Schöllenen verbessert.

Nach der Sanierung sollen bergwärts fahrende Velofahrer auf einem vom übrigen Verkehr getrennten Radweg nach Andermatt gelangen können. Konkret sollen die Velofahrer künftig über die alte Teufelsbrücke geleitet werden. Dabei müssten sie aber beim heutigen Fussgängerstreifen wieder die im Sommer stark frequentierte Strasse queren. Stimmen der Landrat und die Gemeinde Andermatt dem Kredit für die Unterführung zu, wird auch die Sicherheit der Velofahrer verbessert.

Landrat für fliessenden Verkehr

Die Idee, den Fussgängerstreifen bei der Teufelsbrücke durch eine Unterführung zu ersetzen, ist nicht ganz neu. SVP-Landrat Vinzenz Arnold hatte bereits 2010 in einer Interpellation ausgeführt, dass eine Unterführung prüfenswert wäre. Für den Schattdorfer stand aber weniger die Sicherheit für den Fussgänger und Velofahrer im Zentrum, sondern ein besserer Verkehrsfluss.