SCHÖLLENENSCHLUCHT: Millimeterarbeit am blau verschmierten Teufel

Spezialisten kratzen in der Schöllenen die blaue Farbe vom Teufel. Sie müssen gar zu Wattestäbchen greifen.

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Restaurator Lorenz Stöckli kratzt die blaue Farbe vom Teufel in der Schöllenen. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Restaurator Lorenz Stöckli kratzt die blaue Farbe vom Teufel in der Schöllenen. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Der Teufel in der Schöllenen ist gut verpackt. Der Belzebub verträgt keinen Regen. «Wenn der Stein nass wird, kommen wir nur schwer voran», erklärt Restaurator Lorenz Stöckli. Gemeinsam mit einem Arbeitskollegen greift er seit einer Woche zu Skalpell und Pinsel. Der blaue Teufel soll wieder rot werden. Unbekannte hatten das Werk des Künstlers Heinrich Danioth im letzten Sommer mit blauen Farbbeuteln beworfen. Nun sind überall an der Wand Farbspritzer.

Für die Restauratoren in Andermatt heisst das Feinstarbeit. Lorenz Stöckli nimmt ein Wattestäbchen, taucht es in eine Lauge und tupft eine blaue Träne säuberlich ab. Es lässt das Mittel kurz einwirken, bevor er mit dem Skalpell das Blau wegkratzt - so gut es eben geht. «Man darf nicht zu viel Lösungsmittel auftragen, sonst blättert auch das Rot ab.» Kanton und Bund teilen sich die Kosten von rund 30'000 Franken.

Sven Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 24. Mai.