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Kolumne

Ürner Asichtä: Schubladen ausmisten und wählen gehen

Stephanie Walker
Stefanie Walker von der Frisurenbäckerei Himbeerblond in Altdorf. (Bild: PD)

Stefanie Walker von der Frisurenbäckerei Himbeerblond in Altdorf. (Bild: PD)

Jeder Mensch ist politisch aktiv. Ob er nun Mitglied einer Partei ist, bei Wahlen sein Stimmrecht nutzt oder sich weigert, seine Meinung offiziell kundzutun. Nicht wählen heisst anderen Stimmen Platz einräumen und Minderheiten die Möglichkeiten bieten, zur Mehrheit zu werden. USA oder Grossbritannien lassen grüssen.

Politisch aktiv sind alle Menschen, auch jene, die sich einen Deut um das Allgemeinwohl scheren. Wir alle üben mit unserem Lebensstil Einfluss auf das Klima, auf die Wirtschaft und unsere individuellen Welten aus, und beeinflussen so die grossen Themen künftiger Politik. Wenn wir also so oder so mitmischen, können wir es genau so gut aktiv tun.

Erster Schritt: Wir haben alle Schubladen in unseren Köpfen, um unser Leben zu ordnen, denn ohne wären wir überfordert. Die einen benötigen mehr davon, die anderen weniger. Es gibt welche, die alles in zwei reinpacken, solche, die noch jene ihrer Eltern nutzen, und wieder andere, die sich gleich einen Apothekerschrank angeschafft haben.

Wichtig aber ist nicht nur die Anzahl der Schubladen, sondern auch die Häufigkeit, in denen sie ausgemistet werden. Einmal verstaut, setzen die Inhalte Staub an. Sie können nicht mit der Zeit mitgehen und erneuern sich nicht von selbst. Politisieren heisst somit auch aufräumen, seine Meinungen überdenken und neu sortieren.

In meiner Frisurenbäckerei höre ich gerne Menschen zu, die ihre Schubladen von Zeit zu Zeit aufräumen. Mit ihnen kann ich mich auf Ansichten einlassen, die konstruktiv für eine bessere Zukunft sind. Eine bessere Zukunft für alle. Das ist nicht immer bequem, denn mit «alle» sind wirklich auch «alle» gemeint: Arme, Reiche, Flüchtlinge, Einwanderer, Homosexuelle, Ewiggestrige und Freigeister. Sie alle machen uns aus. Neues kann nur durch diverse Ansichten entstehen. Das gilt auch für die Politik.

Zweiter Schritt: Was die Politik betrifft, so sind wir Schweizerinnen und Schweizer verwöhnt. Wir können unsere Gedanken in aller Öffentlichkeit mitteilen, wir können zu öffentlichen Themen offiziell Stellung nehmen und unsere Vertreter frei wählen. Auch solche aus diversen Parteien. Müsste ich meine politische Meinung in Farben ausdrücken, käme sie einem Regenbogen gleich. Meine persönlichen Belange würden eher violett aufscheinen, viel Rot gemischt mit ein wenig Blau. Grün stände für die Zukunft in einer besseren Welt und für soziale Interessen würde ich Rot mit etwas Gelb mischen. Die Farbenpalette ist bunt, Politik muss nicht einfarbig sein.

Dritter Schritt: Schreibe vor, wie Sie zu wählen haben? Nein! Habe ich Argumente für die Wahlen? Ja! Die behalte ich aber für mich. Ich gehe wählen – uns Sie können es auch.

Und noch eine Bemerkung als Coiffeuse: Im Vergleich zu einigen Akteuren dieser Welt haben unsere Kandidaten ordentliche Frisuren. Unter ihnen ist kein Trump, kein Boris Johnson und kein Kim Jong Un zu finden ...

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