Schulanlagen
Nach dem Nein zum Schulhauskredit – Erstfelder suchen neue Lösung

Ein intensiver halbtägiger Austausch machte den Anfang. Nun gilt es, eine mehrheitsfähige Lösung zu finden.

Markus Zwyssig
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Ende November sagte eine Mehrheit der Erstfelder Nein zur Teilsanierung der Schulanlagen. Das 13,75 Millionen Franken teure Projekt wurde mit 53 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Der Raum- und Sanierungsbedarf ist aber hoch. Die Schule Erstfeld braucht zusätzliche Räumlichkeiten, die Feuerwehr benötigt ein neues Lokal und auch im Sportbereich gibt es weiteren Raumbedarf.

Gemeinderat und Schulrat verteilten Mitte Januar 2021 ein Informationsblatt mit Fragen zum weiteren Vorgehen in alle Haushaltungen. Die eingegangenen Feedbacks wurden geprüft, und es wurde beschlossen, in einem ersten Schritt Behörden, Parteien und weitere Interessierte einzuladen. Gut 30 Personen trafen sich kürzlich zu einem intensiven halbtägigen Austausch, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heisst. Vertreten waren Gemeinderat und Schulrat, Vertreter der Feuerwehr, alle Ortsparteien, die Befürworter und Gegner der letzten Schulhausvorlage, die Baufachleute der Gemeindeverwaltung sowie interessierte Einwohnerinnen und Einwohner. Gemeindepräsidentin Pia Tresch forderte dazu auf, zusammen nach Lösungen zu suchen. Die Teilnehmenden nahmen diesen Aufruf entgegen und beteiligten sich engagiert an der Diskussion.

Die Schulanlagen der Gemeinde Erstfeld sorgen weiterhin für angeregte Diskussionen – hier das Schulhaus Jagdmatt.

Die Schulanlagen der Gemeinde Erstfeld sorgen weiterhin für angeregte Diskussionen – hier das Schulhaus Jagdmatt.

Bild: Nino Gisler (Erstfeld, 18. November 2020)

Der Gemeinderat stellte seine Analyse der Stärken und Schwächen, Chancen und Gefahren für Erstfeld dar. Die Anwesenden unterstützten den Gemeinderat, stellten jedoch auch klar, dass sie von Seiten der Gemeindebehörden eindeutige Ziele und eine entsprechende Strategie
erwarten. Mehrfach wurde festgehalten, dass die Zeit drängt und gewisse Sanierungsvorhaben insbesondere auch an den Schulgebäuden nun im Rahmen der Budgetplanung anzugehen seien.

Auf der Suche nach mehrheitsfähigen Vorlagen

Die «Chropf-Lärätä» moderierte der ehemalige UKB-CEO Urs Traxler. Drei Faktoren waren nach Meinung der Anwesenden ausschlaggebend gewesen für das «Nein» zur Vorlage: der immer noch fehlende definitive Standort für das neue Feuerwehrlokal, die unklare Zukunft des Kirchmatt-Schulhauses sowie die Finanzlage der Gemeinde. Für einige der Teilnehmenden war klar, dass das Kirchmatt-Schulhaus insbesondere auch aus Kostengründen weiterhin für den Schulbetrieb genutzt werden müsse, während andere dies ablehnten – sei dies aus baulichen oder aus bildungspolitischen Überlegungen.

Die Behörden wurden dazu aufgerufen, mehrheitsfähige Abstimmungsvorlagen zu präsentieren, die den Kräfteverhältnissen und den unterschiedlichen Meinungen im Dorf Rechnung tragen. Die Anwesenden bekräftigten, dass sie den eingeschlagenen Weg gemeinsam weitergehen und sich an der Lösungsfindung beteiligen wollen.

Jetzt soll das gewünschte weitere Vorgehen aufgezeigt werden

Alle Behörden, Vereine, Gruppierungen und Einzelpersonen, welche teilgenommen haben, können nun in den nächsten Wochen schriftliche Stellungnahmen zuhanden des Gemeinderates formulieren und darin das gewünschte weitere Vorgehen skizzieren. Dazu wurde auch eine Liste aller Gemeindeliegenschaften zur Verfügung gestellt, welche in die Überlegungen einbezogen werden sollen. In der zweiten Junihälfte wird der Gemeinderat das weitere Vorgehen diskutieren und nach den Sommerferien zu einem zweiten Workshop einladen.

Unterführung: Bauprojekt wird verschoben

Die Coronapandemie ging auch bei den SBB nicht spurlos vorüber. So muss aus Kostengründen die Sanierung der Brückenplatte bei der Bahnhofunterführung um ein Jahr nach hinten verschoben werden, wie Gemeindepräsidentin Pia Tresch an der Gemeindeversammlung sagte. Das Bauprogramm der SBB kostet mehr als angenommen. Die Kosten für die geplante separate Personenunterführung werden um rund 400'000 Franken überschritten. Erstfeld hat im November 2019 einen Kredit von 1,8 Millionen Franken gutgeheissen. Mit den SBB wurde besprochen, das Bauprojekt bis 2024/25 zu verschieben. Dadurch kann dieses ins Agglomerationsprogramm aufgenommen werden und wird bei einer Zusage durch den Bund mit einem voraussichtlichen Anteil von bis zu 30 Prozent mitfinanziert. Damit bleibt der Gemeinde Zeit, nochmals andere Varianten, wie eine Verbreiterung der Bahnhofunterführung zu prüfen, um im Rahmen des bewilligten Kredits bleiben zu können. (MZ)