SCHULEN: Uri will die zweisprachige Matura einführen

Im Kanton Uri sollen die Gymnasiasten Fächer in Englisch statt in Deutsch besuchen und eine zweisprachige Matura abschliessen können. Der Regierungsrat beantragt dem Landrat die Einführung dieses neuen Angebots auf das Schuljahr 2019/2020.

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Das neue Angebot führt im Kanton Uri zu Mehrkosten von 334'700 Franken. (Bild: Keystone)

Das neue Angebot führt im Kanton Uri zu Mehrkosten von 334'700 Franken. (Bild: Keystone)

Mit der zweisprachigen Matura erfüllt der Regierungsrat einen Auftrag des Parlamentes. Er sieht das neue Angebot als Begabtenförderung, wobei die Zulassungsbedingungen noch nicht festgelegt sind. Die Regierung erhofft sich zudem, dass das neue Schulangebot die Attraktivität Uris als Wohnkanton fördert.

Wer die zweisprachige Matura anstrebt, muss in den letzten drei Jahren des Gymnasiums mindestens 800 Schulstunden in Englisch statt in Deutsch besuchen. Ein zweisprachiges Angebot soll es nur für die Grundlagenfächer geben, die für alle obligatorisch sind. Die Schwerpunktfächer werden weiterhin nur auf Deutsch unterrichtet.

Ein guter Teil des zweisprachigen Angebots entfällt auf die Naturwissenschaften und die Mathematik. Die Schweizerische Maturitätskommission sieht vor, dass mindestens drei Fächer auf Englisch unterrichtet werden müssen, wovon eines dem Fachgebiet Geistes- und Sozialwissenschaften angehören muss.

Die Zahl der Klassen am Gymnasium soll trotz des neuen Angebots nicht erhöht werden. Drei Klassen sollen die Leitsprache Deutsch haben, für die Leitsprache Englisch ist eine Klasse reserviert.

Das neue Angebot führt zu Mehrkosten. Der Regierungsrat beziffert die Projektkosten auf 334'700 Franken. Dazu kommen wiederkehrende Kosten pro Jahr von 62'400 Franken. Der Regierungsrat beantragt dem Landrat einen Kredit von 958'700 Franken (Projektkosten plus wiederkehrende Kosten für zehn Jahre). Der Kredit untersteht dem fakultativen Referendum. (sda)