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Schüler legen sich im Reussdelta ins Zeug

Altdorfer Primarschüler und Kindergartenkinder leisten im Reussdelta einen wertvollen Einsatz. Damit wurden einerseits die Sozialkompetenzen geschult und andererseits der Teamgeist gefördert.
Urs Hanhart
Die Schüler legten sich am Reussdelta ins Zeug und trotzten so der Kälte. (Bilder: Urs Hanhart (Seedorf, 23. Januar 2018))

Die Schüler legten sich am Reussdelta ins Zeug und trotzten so der Kälte. (Bilder: Urs Hanhart (Seedorf, 23. Januar 2018))

Das Urner Reussdelta fällt zu dieser Jahreszeit eher durch Menschenleere auf. Nicht so am Mittwoch-Vormittag, 23. Januar: Zahlreich tummelten sich dort Schulkinder. Aufgrund der eisigen Temperaturen waren sie allesamt in dicke Winterklamotten gehüllt. Wärmend wirkten die verschiedensten Arbeiten, welche sie ausübten.

Im Gebiet Schützenrüti war eine Gruppe damit beschäftigt, im Herbst gemähtes Schilf mit Rechen zusammenzutragen und zu Haufen aufzutürmen, um verschiedenen Tierarten einen Unterschlupf zu bieten. Etwas westlich davon wurden das Ufer des Urnersees von Unrat befreit und herumliegendes Holz sowie Äste gesammelt. Eine weitere Gruppe widmete sich dem Flechten von Weidenzäunen. Forst- und Umweltfachleuten leiteten die Schulkinder dabei an.

Der Stift wird mit dem Rechen getauscht.

Der Stift wird mit dem Rechen getauscht.

Kleine arbeiten Hand in Hand mit Grossen

«Wir veranstalten im Schulhaus Hagen jedes Jahr einen Ateliertag, an dem sich alle Klassen und auch einige Kindergärten beteiligen», sagte Lehrer Frederic Euler. Gestern wurde in diesem Zusammenhang der Pflegeeinsatz im Reussdelta durchgeführt. «Insgesamt sind rund 170 Kinder dabei. Das machen wir erstmals in dieser Form», so Euler. Er sagt ausserdem:

«Im Zentrum steht altersdurchmischtes Lernen.»

Ältere Primarschüler arbeiteten gestern mit jüngeren oder auch Kindergärtlern zusammen. «So kommt es zu Erfahrungen, die im normalen Schulalltag kaum gemacht werden können. Die Sozialkompetenzen und der Teamgeist werden gefördert.»

Umweltfachmann spricht von wertvollem Einsatz

Das Schulhaus Hagen beschäftigt sich in diesem Jahr gleich mehrfach schwerpunktmässig mit dem Thema Reussdelta. Der gestrige Abstecher bildete den Auftakt dieser Reihe. Euler zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Kinder: «Alle vom Kleinsten bis zum Grössten sind fleissig am Arbeiten.» Dem konnte Umweltfachmann Beat Zgraggen, der eine Gruppe in der Schützenrüti anleitete, nur beipflichten.

Er fand ebenfalls sehr lobende Worte für den Einsatzwillen und die Freude der Kinder. «Die Schulkinder leisten hier einen sehr wertvollen Pflegeeinsatz», sagte Zgraggen. «Zudem erhalten sie auch Einblick in ein Gebiet, das unter Naturschutz steht und sonst nicht betreten werden darf. Das ist sicherlich ein einmaliges Erlebnis.» Über den Winter gibt es regelmässig solche Pflegeeinsätze im Reussdelta. Geleistet werden sie zumeist von Freiwilligen, darunter Pro-Natura-Mitgliedern, Kollegischülern und Jungjägern. Auch Landwirte erledigen viele Arbeiten.

Eine willkommene Abwechslung

Die Schüler rechen gemähtes Schilf im Reussdelta zusammen.

Die Schüler rechen gemähtes Schilf im Reussdelta zusammen.

Zu jenen, die sich ganz besonders ins Zeug legten, gehörte Sechstklässler Frédéric Kempf. Er flocht zusammen mit seinen Kollegen Weidenzäune und musste dabei zum Teil mit vollem Körpereinsatz agieren. «Die Arbeit ist recht streng, weil das Holz gefroren ist», verriet der Primarschüler. «Zudem muss man aufpassen, dass die Zweige nicht brechen.»

Den Ateliertag empfand er als gute Alternative zum Schulalltag. «Mir macht es grossen Spass, draussen zu arbeiten.» Das sei eine willkommene Abwechslung. Er gab sich tapfer: «Die Kälte ist kein Problem. Wenn man voll am Arbeiten ist, kommt man nicht gross ins Frieren.»

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