Erstfelder Oberstufenschüler werten die App Sqwiss auf

Die App Sqwiss verfügt im Kanton Uri bereits über rund 400 Hotpoints. Nun sorgen Jugendliche aus der zweiten Oberstufe im Rahmen des Unterrichts dafür, dass noch weitere hinzukommen.

Urs Hanhart
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Martina Furrer, Karin Furrer und Lisa Droese (von links) unterwegs mit der App Sqwiss. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 9. Mai 2019)

Martina Furrer, Karin Furrer und Lisa Droese (von links) unterwegs mit der App Sqwiss. (Bild: Urs Hanhart, Erstfeld, 9. Mai 2019)

24 Schüler der zweiten Oberstufe in Erstfeld erlebten gestern einen speziellen Nachmittag. Zunächst erhielten sie von Martin Weiss und Simon Baumann eine Einführung in die Ende August 2018 im Eisenbahnerdorf lancierte App Sqwiss. Anschliessend durften sie zu ihren Smartphones greifen, nach draussen gehen und besagte App ausgiebig testen. Murmeltiere sind dabei die Hauptakteure. Die cleveren Alpenbewohner haben alles untertunnelt und wo immer es Interessantes zu entdecken gibt, haben sie ihre Bauten platziert. Es gilt, diese mit dem Handy zu finden, die Murmeltiere aus ihren Löchern zu locken und ihre Fragen zu Natur, Kultur und Geschichte zu beantworten. Das alles geschieht virtuell mit Hilfe von GPS und Augmented Reality. Sqwiss kombiniert das reale Kamerabild mit digital erzeugten Bildinhalten. Die Wirkung ist verblüffend, denn die virtuellen Figuren bewegen sich wie echt im Raum. Man kann sogar um sie herumgehen.

Schülerin: «Das ist wirklich ein sehr sinnvolles Game»

Die beiden Klassen wurden für ihren Sqwiss-Test-Trip in Zweier- und Dreiergruppen aufgeteilt. Martina Furrer, Karin Furrer und Lisa Droese peilten als Erstes gemeinsam das Depot von SBB-Historic an. Dort mussten sie verschiedene Fragen zur Bahn beantworten. «Ich finde diese App eine gute Sache. Man kann viel Interessantes lernen. Zudem ist sie cool aufgebaut und macht Spass zum Spielen», meinte Martina Furrer. Ihre Kollegin Lisa Droese fügte an: «Das ist wirklich ein sehr sinnvolles Game. Man erfährt viel Neues.» Karin Furrer brachte noch einen anderen Aspekt ins Spiel: «Der heutige Nachmittag ist eine schöne Abwechslung zum sonstigen Schulalltag.» Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil das Wetter mitspielte und die drohenden Regenwolken brav dicht hielten.

Erstfelder Oberstufenschüler durften sich am Donnerstag mit der App Sqwiss auseinandersetzen. (Bild: PD)

Erstfelder Oberstufenschüler durften sich am Donnerstag mit der App Sqwiss auseinandersetzen. (Bild: PD)

Dass die Schüler diese App testen durften und sich damit vertraut machten, kam nicht von ungefähr. Gestern erfolgte nämlich in Erstfeld der Kick-off für ein Schulprojekt, an dem ausschliesslich die zweite Oberstufe beteiligt ist. Die Schüler werden sich noch intensiver mit dieser App beschäftigen. Dazu verriet Klassenlehrer Diego Waser: «Nächte Woche werde ich im Rahmen des Informatikunterrichts mit verschiedenen Gruppen unterwegs sein und das eine oder andere Loch spielen.»

Übernächste Woche werde man dann während zwölf Lektionen in verschiedenen Fächern und unterschiedlichen Schüler-Zusammensetzungen versuchen, neue Fragen für Sqwiss zu erstellen. «Die Schüler müssen also selber recherchieren, mit Inputs der Lehrpersonen und selber Löcher erstellen. Das Ganze soll dann in die App integriert werden», erklärte Waser.

Win-Win-Situation für Schule und App-Betreiber

Der Oberstufenlehrer sieht darin eine Win-Win-Situation. Einerseits erhalten die App-Betreiber neue Inhalte und können ihr Game ausbauen, und andererseits lernen die Schüler, wie man recherchiert und Quellen nutzt. Gerade in Zeiten von «Fake News» sei das sehr wichtig. «Die Schüler profitieren einerseits im Bereich Medienbildung und andererseits im Fach Deutsch», gab sich Waser überzeugt und ergänzte: «Es ist recht anspruchsvoll mit 130 Zeichen einen Einleitungstext zu verfassen und eine Frage zu stellen. Man muss genau abwägen, was wichtig ist und was allenfalls weggelassen werden kann.» Die Schüler sind recht frei und können sich Themen widmen, die sie selber interessieren. Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass sie ins Recherchefieber geraten und eifrig Nachforschungen anstellen.