Schulpartnerschaft zwischen Ägypten und der Kreisschule Ursern wird vertieft

Seit 2019 besteht eine Schulpartnerschaft im ägyptischen El Gouna mit der Kreisschule Ursern.

Urs Hanhart
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Guido Baumann, Schulleiter der Kreisschule Ursern (links) und Vahan P. Roth, Vertreter der Trägerschaft der Schule El Gouna.

Guido Baumann, Schulleiter der Kreisschule Ursern (links) und Vahan P. Roth, Vertreter der Trägerschaft der Schule El Gouna.

Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 1. Oktober 2020)

Der Regierungsrat des Kantons Uri hat 2019 beschlossen, dass Uri der heutigen Urner Schule im ägyptischen El Gouna in einem dreijährigen Pilotversuch eine pädagogische Beratung und Unterstützung auf freiwilliger Basis zukommen lassen soll. Damit kam man einem Wunsch von Investor Samih Sawiris nach. Die Modalitäten für ein dreijähriges Pilotprojekt wurden in einer Projektvereinbarung zwischen dem Kanton Uri und der Schule El Gouna geregelt.

«Insgesamt sind die Projektarbeiten erfolgreich angelaufen», betonte Bildungsdirektor Beat Jörg an einer am Donnerstag in Andermatt abgehaltenen Medienkonferenz. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass es gelungen ist, im Rahmen dieses Projektes die Kreisschule Ursern als Partnerschule zu gewinnen. Die Zusage zu einer bilateralen Kooperation mit der Schule El Gouna machte der Kreisschulrat im März 2020. «Es handelte sich um ein überzeugtes Ja. Das war ein Glücksmoment», erklärte Jörg, und er fügte noch an: «Die engeren Beziehungen zwischen den beiden Schulen sind jetzt gestartet worden. Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, dass in den nächsten zwei Jahren in einer guten und intensiven Art ein Austausch stattfinden kann.»

Lehrmittel aus Uri exportiert

Projektleiter Jürg Kraft gab einige nähere Erläuterungen zu dieser Schulpartnerschaft. Er wies darauf hin, dass die Schule El Gouna eine hochwertige Bildung wie in der Schweiz anstrebe. Die Stundentafel sehe ähnlich aus wie im Kanton Uri. Die eingesetzten Lehrmittel seien vom Didaktischen Zentrum Uri bezogen worden. Der Unterricht und dessen Inhalte orientieren sich sowohl in Usern als auch in El Gouna am Lehrplan 21. Die Unterrichtssprache in El Gouna – insbesondere in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Natur, Mensch und Gesundheit – ist Deutsch. Zu den Möglichkeiten der Zusammenarbeit sagte Kraft: «Am Anfang steht das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Für den Austausch stehen Internetplattformen und E-Mail zur Verfügung. Denkbar ist auch, dass die beiden Schulen während des Schuljahrs an einem gemeinsamen Projekt arbeiten. Zudem bietet die Zusammenarbeit Raum für den Austausch und die Reflexion unter den Lehrpersonen beider Schulen.»

Um Ideen für die konkrete Umsetzung mit den Schülern zu sammeln und sich gegenseitig kennen zu lernen, haben sich alle beteiligten Lehrpersonen im August in Andermatt zu einer Kick-off-Veranstaltung getroffen. Der Heimaturlaub der in El Gouna beschäftigten Schweizer Lehrpersonen machte dieses Zusammentreffen möglich.

Win-win-Situation für alle Beteiligten

Manfred Zurfluh, Präsident des Kreisschulrats Ursern, bezeichnete die Zusammenarbeit der beiden Schulen als wichtig und wertvoll. Es sei für alle Beteiligten eine Win-win-Situation. Die Schüler und Lehrer profitierten bei diesem Projekt von einer Horizonterweiterung und könnten interessante und lehrreiche Erfahrungen sammeln. Auch die Schulleitung und der Schulrat profitierten, indem sie möglicherweise einen anderen Blickwinkel bekämen. «In dieser Schulpartnerschaft steckt hohes Potenzial», so Zurfluh überzeugt.

Auch Vahan P. Roth, Vertreter der Trägerschaft der Schule El Gouna, äusserte sich sehr positiv. Er betonte: «Ich sehe ebenfalls sehr viel Potenzial in diesem Projekt. Es ermöglicht einen interessanten Austausch und Begegnungen zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen. Trotz der Tatsache, dass es gewisse Unterschiede gibt, wird man mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Schülerinnen und Schülern entdecken. Wir sind mit der Denkweise an dieses Projekt herangegangen, dass wir eine nachhaltige, organisch wachsende Partnerschaft haben möchten. Deshalb werden wir es schrittweise angehen und längerfristig denken.»

Unterschiede wecken die Neugier

Bereits hat ein kleiner realer Austausch zwischen den Schülern in El Gouna und Ursern stattgefunden. Guido Baumann, Schulleiter an der Kreisschule Ursern, zeigte einige Beispiele. So haben sich die Klassen gegenseitig Videobotschaften übermittelt, in denen sich die Schüler auf zum Teil sehr originelle Art vorstellen. Zudem haben die Schüler auch analoge Porträts erstellt. Zum nächsten Schritt erläuterte Baumann: «Geplant ist, dass die Örtlichkeiten und vor allem auch Begebenheiten an den Schulen im Rahmen eines Videobeitrags oder kleinen Films vorgestellt werden. Die Unterschiede sind ja sehr gross, was bei den Schülern die Neugier weckt. Zudem haben wir die Idee, ein gemeinsames Projekt aufzugleisen.»

Jörg wies zum Schluss darauf hin, dass der Erziehungsrat des Kantons Uri diese Form der Kooperation begrüsse. «Und er ist überzeugt, dass sich mit dieser interkulturellen Schulpartnerschaft neue Dimensionen eröffnen, auf deren Erkundung alle Beteiligten gespannt sind.»