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Schützen sind mit Projekt auf Kurs

Viele Freiwillige engagieren sich beim Erneuerungs- und Erweiterungsbau des Kleinkaliberstands in Erstfeld und helfen tatkräftig mit. Im Frühling 2019 soll dort wieder geschossen werden.
Paul Gwerder
Mit dem Erweiterungsbau des Kleinkaliberstands in Erstfeld sind die Sportschützen Uri voll auf Kurs. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 2. August 2018)

Mit dem Erweiterungsbau des Kleinkaliberstands in Erstfeld sind die Sportschützen Uri voll auf Kurs. (Bild: Paul Gwerder, Erstfeld, 2. August 2018)

Die Arbeiten am Kleinkaliberstand auf dem Bärenboden in Erstfeld laufen auf Hochtouren. Bei einem Besuch vor Ort waren eine Frau und sieben Männer gerade dabei, die nördliche Gebäudehülle des zweistöckigen Gebäudes mit Holzlatten zu verkleiden. Schon bald können die Schützen mit dem Innenausbau beginnen. «Ursprünglich war geplant, einen Teil der Bodenplatten zu belassen», sagt Adi Arnold, der als Projektleiter und gleichzeitig als Frondienstler an der Arbeit ist. «Erst später haben wir festgestellt, dass dies nicht möglich ist. Deshalb wurde ein total neuer Boden eingebaut, der auch perfekt isoliert ist.»

Beat Stadler, der ebenfalls unzählige Freizeitstunden in die Arbeiten an der neuen Anlage investiert, ergänzt: «Wir haben die Absicht, ein Mehrgenerationenprojekt auf die Beine zu stellen, das auch energetisch auf dem neusten Stand ist. Deshalb haben wir uns nachträglich entschlossen, eine Fotovoltaikanlage zu installieren, obwohl uns diese Investition kurzfristig ein wenig teurer zu stehen kommt, aber dafür nachhaltig ist.»

Wichtig sind auch die Fachleute vor Ort

Als grösste Herausforderung bezeichnet Adi Arnold die Ungewissheit. «Wir wissen nie genau, wie viele Leute am Morgen hier erscheinen, und deshalb ist vieles schlecht planbar.» Für Arnold ist es aber vor allem wichtig, dass er auch Fachleute auf dem Platz hat, so etwa Simon Bissig, den Spezialisten für Holzarbeit oder Leo Arnold, der Fachmann für die elektrischen Installationen.

«Das Projekt ‹Modernisierung der Kleinkaliberanlage› war nicht so einfach», sagt Adi Arnold. «Angefangen bei den vielen Gesprächen mit den betroffenen Anwohnern und mit Behördenvertretern bis hin zur Finanzierung. Doch heute sind wir glücklich, dass wir die Baubewilligung erhalten haben, auch wenn der ganze Prozess ein Jahr länger dauerte, als wir eigentlich geplant hatten», so Arnold weiter.

Gebaut wird der neue Kleinkaliberstand von den Sportschützen Uri mit Sitz in Erstfeld. Präsident des Vereins ist Marcel Bachmann, Silenen. Geschossen wird auf der erneuerten Anlage ab 2019 mit dem Kleinkalibergewehr über die olympische 50-Meter-Distanz. Im Parterre wird es ein «Schützenbeizli» mit rund 50 Sitzplätzen geben sowie WC-Anlagen, Material- und Büroräumlichkeiten. Im Obergeschoss befinden sich die eigentliche Schiessanlage mit zehn Plätzen sowie die Umkleideräume für die Schützinnen und Schützen. Den grössten Teil der Arbeiten leisten die Urner Sportschützen ehrenamtlich. «Wir haben das Glück, dass wir sehr gute Handwerker in unseren Reihen haben, denn so können wir fast alles selber machen, ausser der elektronischen Trefferanzeige und der Fotovoltaikanlage», freut sich Arnold. Er selber ist gelernter Maurer und Bauführer und arbeitet heute als Leiter der Wanderweg- und Bikefachstelle bei der kantonalen Verwaltung.

Mehr als 5000 statt 4000 Frondienststunden

Beat Stadler zieht an diesem heissen Augusttag ein sehr positives Fazit: «Wir haben im Vorfeld mit rund 4000 Frondienststunden gerechnet, jetzt werden es wahrscheinlich sogar mehr als 5000 Stunden.» Ohne diesen grossen Einsatz der freiwilligen Helferinnen und Helfer hätten die Kleinkalibergewehrschützen das ganze Vorhaben niemals realisieren können.

Die talentierte Sportschützin Nina Stadler ist eine der jungen Frauen, die tatkräftig mit anpacken: «Ich helfe hier sehr gerne, auch wenn ich keine Handwerkerin bin», sagt sie. «Aber ich habe schon einiges gelernt und kann mich inzwischen an vielen Orten nützlich machen. Ich selber profitiere am meisten, wenn ich ab 2019 auf dieser Anlage trainieren kann», betont sie. «Ich schätze es daher umso mehr, dass ich mit Frondienst einen kleinen Beitrag an ein Projekt leisten kann, das für die Zukunft meiner Sportart von grossem Nutzen ist.»

Gemeinde Erstfeld hat Unterstützung geleistet

Die Verantwortlichen freuen sich aber auch, dass auch einige befreundete Nichtschützen immer wieder auf der Baustelle Hand anlegen und mithelfen. Ein grosses Dankeschön richten Arnold und Stadler aber auch an die Gemeinde Erstfeld: «Die Zuständigen haben uns von der ersten Minute an immer tatkräftig unterstützt.»

Der neue Stand kostet rund 650'000 Franken. Dass die Finanzierung auf besten Wegen ist, schreibt Stadler auch dem grossen Einsatz der Schützen zu. Sie haben das Projekt einerseits mit Spenden unterstützt. Anderseits wurde der Mitgliederbeitrag - inklusive Trainingsbeitrag und «Hüttenbatzen» - von 50 auf insgesamt 150 Franken erhöht. Die Juniorenabteilung bleibt ebenfalls nicht untätig, denn sie will ihren Beitrag leisten, indem sie ab Ende Monat ein Crowdfunding-Projekt startet. Dabei können Interessierte einen Teil der Einrichtungsgegenstände erwerben, und dafür wird ihr Name entsprechend genannt.

Grosse Unterstützung der öffentlichen Hand

Stadler erwähnt aber auch die Unterstützung der Gemeinde Erstfeld, die 50'000 Franken gesprochen hat. Das Amt für Kultur und Sport Uri leistet einen Beitrag von 10 Prozent der Projektkosten. «Zudem haben uns viele andere Vereine, Stiftungen und die öffentliche Hand finanziell unter die Arme gegriffen», betont der Finanzfachmann. «Auch haben uns zahlreiche Urner Firmen das Material zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt.» Stadler betont aber: «Auch wenn wir rückzahlbare Darlehen zugesichert erhalten haben, ist es das grosse Ziel des Vereins, möglichst wenig Fremdkapital aufnehmen zu müssen.»

«Wir sind auf Kurs und werden den neuen Kleinkaliberschützenstand im Frühling 2019 wieder in Betrieb nehmen können», freut sich Stadler. Er will allerdings auch nicht verhehlen: «Hätten wir nicht derart gute Nachwuchsschützen, hätten wir diesen Aufwand wohl nicht betrieben. Doch es hat sich gelohnt: Von diesem Projekt werden alle Sportschützen und nicht nur unsere Talente profitieren.»

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