Kanton Uri ist schweizweit gut unterwegs

In Uri will man künftig dem Strassenlärm auch mit lärmarmen Belägen oder Temposenkungen begegnen.

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Dieses Display vor dem historischen Museum in Altdorf zeigt Lenkern ihre Lautstärke an. (Bild: Florian Arnold, Altdorf, 12. April 2019)

Dieses Display vor dem historischen Museum in Altdorf zeigt Lenkern ihre Lautstärke an. (Bild: Florian Arnold, Altdorf, 12. April 2019)

(pd/bar) Heute Mittwoch findet schweizweit der Tag gegen Lärm statt. Er widmet sich diesmal dem Thema Strassenlärm. Rund jede fünfte Person im Kanton Uri fühlt sich durch Autolärm gestört oder beeinträchtigt. Mit diesem Problem sind die Urner nicht allein: Schweizweit sehen die Zahlen ähnlich aus. Das Amt für Umweltschutz hat nicht zuletzt deshalb vor ein paar Tagen an der Gotthardstrasse in Altdorf eine Lärmanzeige installiert und sensibilisiert für ein lärmarmes Verkehrsverhalten.

Der Kanton Uri setzt sich allerdings schon seit vielen Jahren für einen besseren Schutz vor Strassenlärm ein. Der Bund hat in der Lärmschutzverordnung festgelegt, dass die lauten Strassen lärmsaniert werden müssen. «Mittlerweile konnte in Uri der Grossteil der Strassenlärmsanierungen abgeschlossen werden», schreibt das Amt für Umweltschutz in einer Medienmitteilung. «Der Kanton Uri ist damit im schweizweiten Vergleich gut unterwegs.»

Nach den Fenstern nun Beläge und Tempo

Die bisherigen Strassenlärmsanierungen in Uri haben sich hauptsächlich auf den Einbau von Lärmschutzfenstern konzentriert. Damit können die Menschen im Innern von Gebäuden gut vor Lärm geschützt werden. Durch die technische Entwicklung sowie durch die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts rücken nun aber auch weitere Massnahmen zur Lärmminderung verstärkt in den Vordergrund. Künftig müssen der Einbau von lärmarmen Belägen oder eine Senkung der Geschwindigkeit genauer geprüft werden. Diese Massnahmen sind aufwendiger oder beeinflussen den Verkehr stärker, dafür kann der Lärm bereits an der Quelle gesenkt werden. So schützt man nach Ansicht der Verantwortlichen nicht nur Gebäude, sondern auch die Menschen im Freien.

Umgestaltung im Talboden

«Der Kanton setzt sich auch über Lärmsanierungen hinaus für weniger Strassenlärm ein», so das Amt für Umweltschutz. «Die Umgestaltung des Verkehrssystems im Talboden steht kurz vor der Umsetzung.» Hauptziel ist die Entlastung der dicht besiedelten Wohngebiete vom Durchgangsverkehr. Mit der geplanten West-Ost-Verbindung und den flankierenden Massnahmen soll eine markante Beruhigung und Entlastung der Dorfkerne erreicht werden. Das Verkehrsaufkommen auf den Strassen soll auch mit weiteren Massnahmen gesenkt werden, zum Beispiel mit dem geplanten Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit Verdichtung des Busfahrplans oder der Stärkung und Förderung des Langsamverkehrs (Fussgänger und Velofahrende).

Auf lange Sicht noch grosse Herausforderung

«Es ist wichtig, dass die Bemühungen zum Schutz der Bevölkerung konsequent fortgeführt und umgesetzt werden», heisst es in der Mitteilung. «Denn die Entwicklung auf der Strasse zeigt ein ernüchterndes Bild: Der Verkehr nimmt von Jahr zu Jahr weiter zu und die Autos werden breiter und schwerer und damit automatisch lauter.» Der Schutz vor Strassenlärm werde daher noch auf lange Sicht eine grosse Herausforderung bleiben.