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SCHWINGEN: Die Lücke hinter Andi Imhof

In den letzten 20 Jahren konnte nur dreimal ein Einheimischer das Urner Kantonale gewinnen. Dass es morgen wieder einmal klappt, hängt vor allem vom Auftritt von Andi Imhof ab.
Ein Mann für die grossen Auftritte: Andi Imhof ist das unangefochtene Aushängeschild der Urner. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Ein Mann für die grossen Auftritte: Andi Imhof ist das unangefochtene Aushängeschild der Urner. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Claudio Zanini

Der Kanton Uri hat bestimmt kein Problem, was die Nachfrage am Schwingen betrifft. Wie unsere Zeitung jüngst ausrechnete (Ausgabe vom 21. April), hat Uri pro 1000 Einwohner knapp zwei Aktivschwinger. Mit dieser Dichte schaffen es die Urner auf Platz 3 im schweizweiten Vergleich. Nur Obwalden (1) und Appenzell Innerrhoden (2) sind besser platziert.

Im Urner Oberland hält sich die Begeisterung fürs Schwingen in Grenzen. Die Schwingerhochburgen stehen im Unterland. Sechs Klubs hat der Kanton, der grösste ist in Bürglen beheimatet. Sein bekanntester Vertreter: Andi Imhof. Der 31-jährige Eidgenosse zeigte in der vergangenen Saison einmal mehr, dass ihm grosse Feste liegen. Am Innerschweizerischen 2015 in Seedorf – am Heimfest, das sein Klub organisierte – bezwang er im Schlussgang Martin Grab. In derselben Saison triumphierte er am Ob- und Nidwaldner Kantonalen. Und auch beim Bergkranzfest auf der Rigi siegte er vor zwei Jahren. Kurzum: Imhof ist das unumstrittene Aushängeschild im Urner Verband. Hinter ihm fehlen aber die Topleute.

«Hoffe, dass er noch weitermacht»

Der Technische Leiter des Verbands, Valentin Gisler, weiss um die Bedeutung seines Zugpferds. Denn Imhof ist nicht nur der einzige aktive Eidgenosse aus Uri, er leistet auch wertvolle Nachwuchsarbeit. Als J+S-Leiter führt er in Eigenregie jährlich ein Trainingslager durch. «Ich sehe aber nicht schwarz für den Schwingsport in Uri, wenn Imhof eines Tages aufhören wird», sagt Gisler und schiebt sogleich nach: «Aber ich hoffe natürlich, dass er noch einige Jahre weitermacht.» Dass hinter Imhof momentan eine Lücke klafft, kann Gisler nicht verneinen. «Da konnten in den letzten Jahren einige ihr Potenzial noch nicht vollständig ausschöpfen.» Ein Blick in die Siegerliste des Urner Kantonalen unterstreicht diese Aussage. In den vergangenen 20 Jahren gewann dreimal ein Urner im traditionellen Aufeinandertreffen mit den Ob- und Nidwaldnern. Zweimal war es der 2007 zurückgetretene Eidgenosse Stefan Bissig (1998 und 2004), 2011 siegte Imhof. «Das ist natürlich auch darauf zurückzuführen, dass die Ob- und Nidwaldner jeweils mehr als doppelt so viele Schwinger bereitstellen», betont Gisler.

Noch Zeit gefragt

Schwinger, welche die Lücke füllen könnten, sind Stefan Arnold (28, 13 Kränze), Marco Wyrsch (23, 5 Kränze), Elias Kempf (28, 15 Kränze) und Markus Zurfluh (30, 13 Kränze) – alle vom Schwingklub Attinghausen. Das Quartett gehört bis auf Wyrsch aber nicht mehr zur jungen Generation. Ein weiterer Kandidat wäre Andy Murer (23, 9 Kränze) vom Schwingklub Flüelen. Er bestritt bereits am letzten Eidgenössischen alle acht Gänge. Doch ist einem dieser fünf auch ein Festsieg zuzutrauen? Gisler sagt: «An einem super Tag ist einiges möglich. Da spielt so vieles mit, seien es die zugeteilten Gegner oder die Tagesform.»

Einer, dem das Potenzial zugesprochen wird, irgendwann in Imhofs Fussstapfen zu treten, ist sein Klubkollege Matthias Herger, der sich ausgerechnet in dieser Woche beim Glarner-Bündner Kantonalen eine Verletzung zuzog und länger ausfallen wird (siehe Box). Der 21-Jährige ist der Emporkömmling im Urner Lager. «Er ist einer der Jungen, die nachrücken können und sehr viel Potenzial haben. Er wird aber noch Zeit benötigen», so Gisler. Herger hat in den bisherigen zwei Kranzfesten der Saison den Kranz geholt – 2014 gelang ihm das erstmals am Urner Kantonalen. «Er befand sich in einer super Form. Es ist unheimlich schade, dass er sich jetzt verletzte», sagt Gisler.

Der Favoritenkreis setzt sich einmal mehr vor allem aus Ob- und Nidwaldnern zusammen. Allen voran der dreimalige Sieger Benji von Ah. Kandidaten für den Sieg sind auch die beiden Eidgenossen Peter Imfeld und Marcel Ma­this sowie Stefan Gasser. Und dann wäre noch ein Urner: Andi Imhof natürlich.

Urner Kantonalfest

Schattdorf. Sportanlage Grundmatte. Sonntag, 8.00 Anschwingen. – 10.00: Sonntagsstille auf dem Festplatz. – 11.45: Mittagessen. – 13.00: Fortsetzung des Schwingens. – 17.00: Schlussgang. – 18.00: Rangverkündigung und Kranzabgabe im Festzelt.

Titelverteidiger: Benji von Ah.

Favoriten: Andi Imhof (Sieger 2011), Benji von Ah (Sieger 2012, 2013, 2015), Peter Imfeld (Sieger 2008, 2009), Stefan Gasser (Sieger 2010), Marcel Mathis.

Kronprinzen: Andi Murer, Martin Zimmermann, Lutz Scheuber, Melk Britschgi, Alexander Vonlaufen, Lukas Bernhard, Christian Odermatt.

Stärkste Gäste: Beat Clopath, Ralf Schelbert.

Wichtigste Absenzen von eidgenössischen Kranzschwingern: Martin Suppiger (Handverletzung), Alain Müller (Schulterverletzung).

Herger muss operiert werden

Verletzung cza. Es passierte am vergangenen Montag im zweiten Gang am Bündner-Glarner Kantonalen: Matthias Herger renkte sich im Bodenkampf gegen den Schwingerkönig von 2001, Arnold Forrer, den Ellbogen aus. Dabei rissen Bänder und Sehnen. Herger wird sich nächsten Dienstag einer Operation unterziehen müssen. Wann der Athlet des Schwingklubs Bürglen wieder zurückkehren wird, bleibt offen. «Die Ärzte gehen von einer Heilungszeit von drei Monaten aus», sagt Herger. Zuerst wolle er den Verlauf der Operation abwarten, bevor er eine Prognose abgebe. Für das Ende August stattfindende Eidgenössische dürfte es knapp werden, meint Herger. Der 21-Jährige holte in der letzten Saison seinen ersten Teilverbandskranz am Innerschweizerischen und gewann 2016 bei beiden Kranzfesten (Zuger, Ob-/Nidwaldner) die Auszeichnung.

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