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SCHWINGEN: Hochs und Tiefs einer Königin

Sie gehört zu den erfolgreichsten Sportlerinnen. Nun hat Jeannette Burri-Arnold ihre Bio­grafie verfasst. Ein Werk über eine Berg-und- Tal-Fahrt der Gefühle.
Theres Bühlmann
Jeannette Burri- Arnold, hier beim Schwingen an der Luga in Luzern, erzählt von ihrem Leben im neuen Buch «Und dann kam alles anders». (Archivbild Remo Inderbitzin)

Jeannette Burri- Arnold, hier beim Schwingen an der Luga in Luzern, erzählt von ihrem Leben im neuen Buch «Und dann kam alles anders». (Archivbild Remo Inderbitzin)

Small Talk unter dem Nussbaum, gut gelaunte Gäste und mittendrin eine strahlende Jeannette Burri-Arnold (35). Die vierfache Schwingerkönigin (2002, 2003, 2004, 2005) stellte am Mittwoch auf ihrem Bauernhof in Hochdorf ihre Biografie unter dem Titel «Und dann kam alles anders» vor. Mit dabei ihre Familie, ehemalige Konkurrentinnen wie die fünffache Schwingerkönigin Brigitte Kunz (Trubschachen), die amtierende Königin Sonia Kälin (Egg SZ) und Daniela Linggi sowie die Bobfahrerin Fabienne Meyer. Aber auch der einstige Spitzenschwinger Thomas Arnold und der Obwaldner Bodybuilder Ivan Bucher gaben sich die Ehre. Die Laudatio hielt Adi Zufluh, Kenner der Szene. «Was schreibt denn die da, fragte ich mich und war etwas besorgt. Aber sie hat uns mit diesem Buch nicht enttäuscht. Es ist ein gelungenes Werk, typisch Jeannette», sagte er. Ein Werk, das mit Fotos ihrer erfolgreichen Karriere, aber auch aus ihrem Privatleben angereichert ist.

Heimweh nach dem Schächental

Eigentlich sei sie sicher noch etwas zu jung, um eine Biografie zu schreiben, sagt Burri-Arnold. «Doch ich habe in meinem Leben schon so viel erlebt.» Ihr Buch ist sehr persönlich gehalten, mit grosser Offenheit beschreibt sie die Höhen und Tiefen ihres Lebens. Aufgewachsen ist sie mit sieben Geschwistern im Schächental. «Obwohl wir nicht viel Luxus hatten, war meine Jugend reich an Erfahrungen und Erlebnissen, die man mit Geld nicht kaufen kann.» Diese Werte prägten und formten sie für ihr weiteres Leben und gaben ihr Kraft. Wo immer sie sich aufhielt, das Heimweh nach dem Schächental liess die Charcuterie-Fachleiterin nie los.

Ja, ja, die Liebe

Jeannette Burri, die von jungen Männern umschwärmt wurde («ich genoss es, so unbeschwert zu flirten»), musste erkennen, dass die Liebe manchmal seltsame Wege geht. So gehört eine geplatzte Hochzeit zu ihrem Leben. Iwan hiess er, der ihr auf der Australienreise einen Heiratsantrag machte. Doch die Beziehung bekam Risse, die Hochzeit wurde abgesagt. Eine Trennung, die sie erst verarbeiten musste. Der Kontakt zu Iwan und zu seiner Familie ist aber geblieben. Auch die langjährige Beziehung mit Remo ging in die Brüche. Aber dann kam er, Kilian Burri, Bauer aus Hochdorf, er war der Richtige. Heute sind sie Eltern von Alex, Fabian und Luana. Auch Burris kurze Bobkarriere wird im Buch abgehandelt, ebenso wie ihr Engagement in der Guggenmusik Lorze-Dräck-Gusler Cham. Am Schmutzigen Donnerstag meldete sie sich jeweils für die Fasnacht ab: «Ich bin dann mal für eine Woche weg und klinke mich aus.»

Der Tod ihrer Tochter

Doch der Hauptgrund ihrer Biografie ist schmerzhafter Natur und bildet die berührendsten Momente des Buches: der Tod ihrer Tochter Sarina, die mit einer unheilbaren Krankheit 2011 auf die Welt kam. Im Wissen, dass Sarina keine Überlebenschance hatte, erlebten Jeannette Burri und ihr Mann Kilian die Zeit mit ihr im Spital mit grosser Intensität. Fünf Tage nach der Geburt starb Sarina in den Armen ihrer Mutter. «Die Zeit stand still, ihr Herz stand still und meines erlitt eine tiefe Schramme», beschreibt Jeannette Burri ihre Gefühle. Sarinas Tod stürzte sie in ein Loch, sie fand keinen Halt mehr. «Ich liess in dieser Zeit niemanden an mich heran», sagt sie. Jeannette Burri, die starke Persönlichkeit, die Kämpferin, war nur noch ein Häufchen Elend. Und so reifte in ihr der Entschluss, dieses Buch zu schreiben. «Ich wollte etwas für meine Tochter machen und ihr so den richtigen Platz auf Erden einräumen.» Nach und nach fand Jeanette Burri wieder den Weg zurück, Kraft gaben ihr die Familie und Freunde. «Heute bin ich glücklich auf unserem Bauernhof», schreibt sie in ihrem Schlusswort. «Wir haben erlebt, was es heisst, getragen zu werden.»

Hinweis

Das Buch kann bei Jeannette Burri-Arnold (www. wirtlenhof.ch) oder im Buchhandel bezogen werden.

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