SCHWINGEN: Kampf um Kränze soll härter werden

Für eine Pilotphase sollen die Startplätze für die Kantonalen Schwingfeste angepasst werden. Dies hiessen die Delegierten der Schwingklubs nun gut.

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Die neuen Ehrenmitglieder: (von links) Roland Bissig, Sepp Wyrsch, Michael Stadler, André Zwyssig und Daniel Gisler. (Bild Paul Gwerder)

Die neuen Ehrenmitglieder: (von links) Roland Bissig, Sepp Wyrsch, Michael Stadler, André Zwyssig und Daniel Gisler. (Bild Paul Gwerder)

Paul Gwerder

Es sei eine Sternstunde für den Kantonalen Schwingerverband gewesen, sagte Präsident René Schuler zu Beginn der Delegiertenversammlung. Die Rede war vom Innerschweizerischen Schwing- und Älplerfest, das vergangenen Sommer in Seedorf stattfand. «Die Sternstunde endete für uns Urner mit dem Schlussgangsieg von Andi Imhof über Martin Grab vor 7000 Festbesuchern perfekt», so Schuler. Dieser und weitere Höhepunkte seien der Dank für ein sehr arbeitsreiches Jahr gewesen. Der Auftakt zum geschichtsträchtigen Schwingfest wurde mit einer Ausstellung im «Urnertor» und dem Schwingertalk mit Kilian Wenger, Reto Nötzli, Andi Imhof und OK-Präsident Andreas Bilger eingeläutet und lockte viel Publikum an.

Weitere Anstrengungen nötig

Am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag bewiesen Michael und Tobias Zurfluh aus Attinghausen mit dem Gewinn der beiden Zweige, dass der Urner Nachwuchs in den Startlöchern steht. «Trotz dieser Erfolge im Nachwuchsbereich müssen wir weiterhin grosse Anstrengungen unternehmen, um den Bestand zu festigen und auszubauen», sagte der Präsident. An der Abgeordnetenversammlung stimmten 183 Delegierte dem Beitritt zu Swiss Olympic zu. Der Mitgliederbestand des UKSV beträgt gegenüber dem Vorjahr unverändert 1646 Personen, darunter sind 62 Aktivschwinger (minus 1) und 104 Buebä­schwinger (minus 18).

Unter dem Traktandum Wahlen wurde Präsident René Schuler mit riesigem Applaus für zwei weitere Jahre gewählt. Als technischer Leiter Jungschwingen übernimmt Benj Zurfluh das Amt von Roli Bissig. Samuel Arnold wird der Nachfolger von Kassier Pius Imholz.

«Die Urner Schwinger absolvieren jeden Dienstag wie gewohnt das Kantonaltraining, und am Donnerstag trainieren sie in der heimischen Schwinghalle», schreibt der technische Leiter, Valentin Gisler, in seinem Jahresbericht. «Dazu hatten sie Gelegenheit, an sieben Trainingszusammenzügen des ISV teilzunehmen.» Besonders beliebt bei den Schwingern waren die beiden Schwingkurse mit Edi Kündig im Februar und Edi Philipp im November. Die schwingerischen Erfolge konnten sich sehen lassen: Die Urner gewannen insgesamt 22 Kränze, das sind drei mehr als im Vorjahr, darunter sind auch die beiden Kranzfestsiege von Andi Imhof am Ob- und Nidwaldner Kantonalfest und am ISV-Anlass in Seedorf.

Knapp an Festsieg vorbei

Eine beeindruckende Leistung zeigte Andi Murer beim verregneten Haldibergschwingfest. Er konnte nur durch den gestellten Schlussgang gegen Ralf Schelbert gestoppt werden, und dadurch gewann der Obwaldner Stefan Gasser als «lachender Dritter» das Fest. Die Jahreswertung, in der die Anzahl Trainings, Teilnahme an Schwingkursen, an Trainingsweekends und besuchten Schwingfesten berechnet werden, gewann Roger Baumann, Schattdorf, mit 166 Punkten vor den beiden Attinghausnern Michael Zurfluh (160) und Markus Zurfluh (157). «Für einen Fortschritt müssen die Schwinger, besonders auch die Nichtkranzer, hart trainieren», glaubt Valentin Gisler. «Am meisten Erfahrungen sammeln können sie, wenn möglichst viele Schwingfeste besucht werden», so die klare Ansage.

Roli Bissig, technischer Leiter Jungschwingen, kann zufrieden sein: «Mit 248 Auszeichnungen, zwölf Kategoriensiegen an 23 Schwingfesten darf ich von einem erfolgreichen Jahr sprechen.» Der beste Schwinger war Michael Zurfluh, der am Innerschweizer Nachwuchsschwingertag in Baar den Festsieg in der Kategorie Jahrgang 1999 holte. Die Jahresauswertung gewann Roman Hauser (SK Flüelen) mit 34 Punkten vor Peter Zberg (SK Erstfeld) mit 31 Punkten und Lukas Bissig, (SK Attinghausen), der 28 Punkte sammelte. Jeder dieser drei Nachwuchshoffnungen hat auch je zwei Schwingfeste in seiner Kategorie gewonnen.

Für den Startschuss der Gabensammlung überreichte der Schwingklub Flüelen dem Schwingklub Schattdorf, dem Organisator des diesjährigen «Kantonalen», das auf der Grundmatte ausgetragen wird, eine wunderschöne «Triichlä», die OK-Präsident Beat Arnold dankbar entgegennahm. Der Nationalrat konnte mitteilen, dass das kompetente OK bestens auf Kurs sei. Er freue sich schon heute auf den 22. Mai bei hoffentlich schönem Wetter.

Verband steht kurz vor Jubiläum

2017 kann der UKSV sein 100-jähriges Bestehen feiern. Das «Kantonale» für dieses Jubiläumsjahr wurde an den SK Altdorf vergeben. Max Gisler übernimmt die Leitung. Für die 100-Jahr-Feier wurde zudem eine Jubiläumskommission eingesetzt. Diese rechnet mit einem Budget von rund 25 000 Franken. Dieser Betrag wird zu 50 Prozent vom Kantonalverband getragen. Den Rest übernehmen die sechs Urner Schwingklubs. Die Delegierten stimmten diesem Vorschlag einstimmig zu.

Anzahl Startplätze geändert

Für eine Pilotphase von 2017 bis 2019 soll die Beschickung der Kantonalfeste geändert werden. Bisher konnten die Urner mit allen Schwingern am Ob- und Nidwaldner Kantonalfest antreten und an den anderen Festen nur mit fünf Schwingern, mit Ausnahme des Luzerner Kantonalfests (jeweils zehn). Neu sollen beispielsweise an einem «Urner Kantonalen» bis zu 200 Schwinger antreten können, darunter neben den 50 Einheimischen noch je 40 Luzerner, 40 Ob- und Nidwaldner, 40 Schwyzer und rund 30 Zuger. Die Urner dürften dann je 40 Schwinger ans Luzerner sowie Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest schicken. 29 Startplätze wären fürs Zuger und 41 fürs Schwyzer Schwingfest angedacht.

«Das Ziel dieser Änderung ist, dass die Schwinger mehr gefordert werden und es ein wenig härter wird, einen Kranz zu gewinnen», erklärte der technische Leiter Valentin Gisler. «Damit nicht nur die besten Kranzschwinger an die Schwingfeste kommen, wurde reglementarisch festgelegt, dass 55 Prozent der antretenden Schwinger Nichtkranzer sein müssen», führte Gisler weiter aus.

Ein weiterer Vorteil sei eine fairere Einteilung, weil neu jeder Verband mit einem Mitglied in der Einteilung vertreten sein wird. «Durch diese Regeländerung wird es keine Nachteile für die Veranstalter geben», erklärte René Schuler, «denn diese können die Anzahl der antretenden Schwinger immer noch selber bestimmen.» Weder an der Sonntagsstille noch am Festakt soll gerüttelt werden. Mit 79 Ja- und 5 Neinstimmen wurde der Antrag deutlich angenommen. Ebenfalls zugestimmt haben der Schwyzer und der Zuger Verband, wenn auch nur knapp.

Für Verdienste ausgezeichnet

Für ihre wertvollen Verdienste für das Schwingen erhielten fünf Mitglieder die Ehrenmitgliedschaft. Alle haben etwas gemeinsam: Sie starteten ihre Schwingerkarriere als Jungschwinger, wurden später Aktivschwinger, und nach dieser Zeit half jeder in irgendeiner Form im Klub weiter mit, sei es als Vorstandsmitglied oder Präsident, Trainer oder Kampfrichter. Zudem konnten die Vereine bei jedem Anlass auf sie zählen, denn die Namen tauchten immer wieder in irgendeinem OK auf. Es sind dies Roland Bissig, SK Attinghausen, Sepp Wyrsch, SK Attinghausen, Daniel Gisler, SK Bürglen, Michael Stadler, SK Erstfeld, und André Zwyssig, SK Schattdorf. Zu Veteranen wurden Karl Arnold, SK Bürglen, und Alois Arnold, SK Schattdorf, ernannt.