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SCHWINGEN: Urner schlagen sich gut im Tessin

Die Urner kämpften in Gudo nicht nur mit starken Gegnern, sondern auch mit der Hitze. Sieben Auszeichnungen konnten sie sich vom Volksfest für Nichtkranzer im Tessin mit nach Hause nehmen.
Flavio Gisler
Hannes Briker (rechts) konnte trotz Hitze eine gute Leistung abrufen. (Bild: Flavio Gisler (Gudo, 25. Juni 2017))

Hannes Briker (rechts) konnte trotz Hitze eine gute Leistung abrufen. (Bild: Flavio Gisler (Gudo, 25. Juni 2017))

Flavio Gisler

redaktion@urnerzeitung.ch

Der Schwingsport fristet im Tessin eher ein Schattendasein. Trotzdem existiert seit 2012 auch in der Sonnenstube der Schweiz ein Schwingerverband. Seither trainieren einige Jugendliche in einer Garage in Tenero unter der Leitung von Edy Ritter, dem ehemaligen Präsidenten des Basellandschaftlichen Schwingerverbandes, der heute im Tessin lebt. «Nach einem Show-Schwingen im Centro Sportivo in Tenero standen plötzlich einige Buben da, die trainieren wollten», erinnert sich Ritter. «Also bin ich als Trainer eingesprungen.» Er bringe den Tessinern nicht nur den Sport bei, «sondern ich zeige ­ihnen auch ein Stück fremde Schweizer Kultur».

Der Tessiner Schwingerverband war es nun, der am vergangenen Wochenende in der Magadinoebene bei Gudo das zweite Tessiner Nichtkranzer-Schwingfest durchführte. Dabei nahmen auch vierzehn Schwinger aus dem Kanton Uri teil. Die Urner gewannen immerhin sieben Auszeichnungen. Doch im Kampf um den Tagessieg konnten sie nicht mitreden.

Schwyzer bodigt seine Mitstreiter

Sieger wurde schliesslich Daniel Schuler aus Rothenthurm. Er bodigte im Schlussgang mit Fussstich und Bodenarmhebel den Luzerner Damian Stöckli. Schuler konnte überdies alle seine sechs Gänge gewinnen. So legte er der Reihe nach Ralph Lüthi, Matthias Jund, Elias Ziegler, Simon Wigger und Dominik Hodel auf den Rücken. Als bester Urner klassierte sich Sebastian Arnold aus Bürglen. Er gewann insgesamt vier Gänge gegen Nico Klauser, Michael Stutzer, Lukas Baumann und Koni Gut. Gegen Roy Eiholzer und Lukas Ottiger musste er aber als Verlierer vom Platz. Ebenfalls eine gute Leistung zeigte Hannes Briker vom Schwingklub Flüelen mit drei Siegen und einem Gestellten. Der Isenthaler Markus Bissig vom Schwingklub Altdorf konnte ebenfalls drei Gänge gewinnen. Zweimal musste er stellen.

Jonas Gisler (Spiringen) und Ivo Schumann (Flüelen) holten sich mit je drei Siegen ebenfalls noch die Auszeichnung. Im letzten auszeichnungsberechtigten Rang klassierten sich zudem Thomas Bissig aus Isenthal und Pius Arnold von den Eggbergen.

Die Schwinger hatten im Tessin nicht nur mit harten Gegnern zu kämpfen, sondern auch mit sommerlich-schwülen Temperaturen weit über 30 Grad. «Die Hitze ist einfach brutal», bilanzierte der Flüeler Ivo Schumann, dem am Nachmittag eine eindrückliche Aufholjagd gelang. Und sein Klubkamerad Hannes Briker ergänzte: «Bei diesen Temperaturen bin ich nach einem Gang jeweils richtig kaputt. Doch das Schlimmste ist, wenn man lange an der Sonne warten muss, bis man an der Reihe ist.»

Tessiner geniessen einen Sonderstatus

Bereits um 1900 gab es einen Schwingklub in Bellinzona. Um 1920 existierte zudem ein Verein in Airolo, der zum Urner Schwingerverband gehörte. Kurz vor der Auflösung fusionierte er mit dem damaligen Schwingklub Göschenen. Die Tessiner Schwinger waren damals vor allem Angestellte der Eisenbahn – mehrheitlich aus der Deutschschweiz.

Der nun reaktivierte Tessiner Kantonale Schwingerverband ist dem Innerschweizer Schwingerverband angegliedert. Im kommenden Jahr wird der Teilverband entscheiden, ob der Tessiner Verband als vollwertiges Mitglied aufgenommen wird und dann selber jeweils ein Kranzschwingfest durchführen kann. So wie es jetzt aber aussieht, dürften die Tessiner vorerst ihren Spezialstatus innerhalb der Innerschweiz behalten.

Von den acht Tessiner Aktivschwingern konnte nur Loris di Pietro aus Agarone die Auszeichnung gewinnen. Das momentane Tessiner Aushängeschild, Diego Pedrazzini aus Tenero, konnte nicht reüssieren. Der Metzger hat es aber nun vor einigen Monaten berufsbedingt ins Muotathal verschlagen, wo er auch mit stärkeren Gegnern trainieren kann. Gut möglich, dass ihn dieser Aufenthalt in der Deutschschweiz nicht nur beruflich und sprachlich weiterbringt, sondern auch sportlich.

1200 Zuschauer geniessen Volksfest

Der Anlass am vergangenen Wochenende war zudem mehr als einfach ein Schwingfest. Die Organisatoren stellten ein eigentliches Volksfest auf die Beine. Seit Freitagabend war auf dem Festplatz immer etwas los. So gab es viel Livemusik, einen Markt mit einheimischen Produkten, einen zweitägigen Steinstoss-Wettkampf, eine Traktorenausstellung und einen grossen Biergarten. Insgesamt lockte das Fest rund 1200 Zuschauer an – vorwiegend aus dem Tessin.

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