SEEDORF: «2015 sind keine Massnahmen geplant»

Die Bürger fordern mehr Sicherheit auf der Strasse Altdorf–Seedorf. Doch der politische Druck bleibt ohne Erfolg – auch im Landrat. Die Behörden werden vertröstet.

Bruno Arnold
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Für die Regierung weist die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Altdorf kein akutes Sicherheitsproblem auf. (Bild Florian Arnold)

Für die Regierung weist die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Altdorf kein akutes Sicherheitsproblem auf. (Bild Florian Arnold)

Die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Altdorf ist stark frequentiert. Leute, die zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen fahren, Anlieferer für das Gewerbe, aber auch Kollegi-Schüler und Hobbysportler oder Leute, die ins Naherholungsgebiet im Reussdelta strömen, sind dort unterwegs. Gerade Radfahrer beschweren sich seit Jahren bei der Gemeinde, weil die Strasse ein offensichtliches Sicherheitsdefizit aufweise. Im November 2013 wurde der Gemeinderat Seedorf deshalb bei der Baudirektion Uri vorstellig und erkundigte sich brieflich, wann die Verbesserung des Netzes für den Langsamverkehr terminiert sei.

Termin nicht abschätzbar

Die Antwort der Baudirektion kam prompt: Mit dem neuen Strassengesetz werde der Kanton verpflichtet, einen Plan für die Urner Radwege zu erarbeiten. Dieser müsse auf den Verkehrsplan abgestimmt werden, dessen Erarbeitung im Jahr 2014 an die Hand genommen werde. «Wie viel Zeit die Erarbeitung und Umsetzung des Radwegnetzplanes in Anspruch nehmen wird, ist zurzeit nicht abschätzbar», hiess es in der Antwort. Es müssten diverse Fragen geklärt werden, und es lasse sich auch nicht sagen, ob die Realisierung gewisser Radwege oder Radwegabschnitte vorgezogen werden könne. «Einzig auf Strecken, die für Radfahrer ein Sicherheitsdefizit aufweisen, werden heute schon mögliche Massnahmen geprüft und nötigenfalls vorgezogen», so die Antwort.

Seedorf verlangt ein Vorziehen

In der Folge gelangte der Gemeinderat direkt an Baudirektor Markus Züst: «Wir vertreten klar die Ansicht, dass die Strecke zwischen Seedorf und Altdorf zur Kategorie mit einem Sicherheitsdefizit für Radfahrer zu zählen ist», hielt er in einem Brief fest. «In diesem Sinne beantragen wir, dass die Umsetzung dieses Abschnitts vorgezogen wird.»

Am Mittwoch nahm Andreas Bilger (CVP, Seedorf) das gemeinderätliche Anliegen in der Fragestunde des Landrats auf. «Wer den Strassenabschnitt Seedorf–Altdorf in den Morgenstunden, über die Mittagszeit und gegen Abend befährt, kennt das äusserst hohe Verkehrsaufkommen des Individualverkehrs und insbesondere das Gefährdungspotenzial für die zahlreichen Zweiradfahrer.» Die Problematik verschärfe sich noch, weil die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs nach Seedorf – insbesondere in den Abendstunden – nicht ideal seien und auch keine Ausweichstrecken zur Verfügung stünden. Neben Seedorf seien aber auch die Gemeinden Altdorf, Isenthal und Bauen an einer möglichst schnell realisierten besseren und vor allem sichereren Verkehrssituation interessiert. Bilger wollte deshalb von Baudirektor Marküs Züst wissen, ob der Kanton bereit sei, diese «seit längerer Zeit pendente Problematik mit Priorität anzugehen und raschestmöglich zu handeln». Da auch die Sanierung der Spitalstrasse anlaufe, interessiere zudem die Frage, ob für diesen Strassenabschnitt die Interessen und die Sicherheit der Zweiradfahrer bereits mitberücksichtigt würden.

Kein Unfallschwerpunkt

In seiner Antwort hielt Züst fest, dass auf der Strecke Altdorf–Seedorf gerade bezüglich Zweiradverkehr «unbestritten nicht die beste Situation» herrsche. «Meine Abklärungen haben aber ergeben, dass es kein eigentliches akutes Sicherheitsproblem gibt und dass diese Strecke auch nicht als Unfallschwerpunkt qualifiziert ist.» Dies heisse allerdings nicht, dass man nicht versuchen könne, Korrekturen anzubringen. Im Unterhaltsprogramm 2015 des Amts für Tiefbau Uri seien aber keine Massnahmen geplant. Man werde die Sache im Zusammenhang mit dem Unterhaltsprogramm 2016 gemeinsam mit den involvierten Gemeinden diskutieren. «Vielleicht ergeben sich dann Massnahmen, die man sofort anpackt.» Züst wies darauf hin, dass es ab Dezember 2015 einen Halbstundentakt des öffentlichen Verkehrs nach Seedorf gebe. Sein Ratschlag: «Bitte alle auf den Bus umsteigen, dann ist schon einiges gelöst.»

«Dies tönt für die Seedorfer Behörden eher nach Vertrösten statt nach Chance auf ein Vorziehen von Massnahmen», sagt Gemeindepräsident Max Aschwanden etwas enttäuscht. «Vor allem hätte ich etwas konkretere Angaben zum Zeithorizont der Umsetzung erwartet, um der Bevölkerung befriedigendere Auskünfte geben zu können.»