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SEEDORF: Bilger hofft auf Schwingerkönig

Am 5. Juli findet das Innerschweizerische in Seedorf statt. OK-Präsident Andreas Bilger orientiert die ISV-Delegierten heute über den Stand der Vorbereitungen.
Wie 2010 in Attinghausen (Bild) soll auch in Seedorf eine Schwingerarena gebaut werden - mit Platz für bis zu 7000 Zuschauer. (Archivbild Urs Hanhart)

Wie 2010 in Attinghausen (Bild) soll auch in Seedorf eine Schwingerarena gebaut werden - mit Platz für bis zu 7000 Zuschauer. (Archivbild Urs Hanhart)

Interview Elias Bricker

Andreas Bilger, Sie präsidieren das OK des Innerschweizer Schwing- und Älplerfests, das am 5. Juli in Seedorf stattfinden wird. Verstehen Sie überhaupt etwas vom Schwingen?

Andreas Bilger*: Ja, doch (lacht). Ich bin seit jeher sportbegeistert und interessiere mich für viele Sportarten auch für das Schwingen. So richtig gepackt hat es mich vor zehn Jahren. Denn 2005 fand das Innerschweizerische schon einmal in Seedorf statt. Ich war damals Gemeindepräsident und sass als Vize-Personalchef im OK. Seither gehe ich regelmässig an Schwingfeste. Zudem habe ich schon selber die Schwinghosen angezogen.

Tatsächlich?

Bilger: Ja. Als ich noch ein Kind war, führte die Jugendriege Seedorf jedes Jahr einen Samichlaus-Schwinget durch. Später, als junge Erwachsene, tobten wir uns jeweils auf der Alp Gitschenberg beim Schwingen aus. Allerdings war ich nicht wirklich ein erfolgreicher Schwinger (lacht).

Was ist denn Ihre Motivation, ein solch grosses Fest zu organisieren?

Bilger: Als man mich als OK-Präsidenten anfragte, fiel mir die Zusage leicht nicht nur weil ich Seedorfer bin, sondern auch weil ich viele Leute aus der Schwingerszene kenne. Das machte es mir als OK-Präsident auch einfacher, ein gutes Team zusammenzustellen. Zudem engagiere ich mich gerne projektbezogen.

Eigentlich organisiert der Schwingklub Bürglen das Fest. Warum findet das Innerschweizerische nicht wie 1980 in Bürglen statt?

Bilger: Eine Schwingarena wäre in Bürglen allenfalls noch möglich. Doch für die ganze Infrastruktur drumherum fehlt schlicht der Platz. Deshalb entschied sich der Schwingklub Bürglen schon früh für Seedorf. Das war auch mit ein Grund, warum man mich als OK-Präsidenten angefragt hat. Ich kenne die Seedorfer Infrastruktur bestens.

Mit Rollhockey-Halle, Aula, Turnhalle, Schulhäusern und viel Umschwung kann die Gemeinde eine optimale Infrastruktur bieten. Würde es nicht Sinn machen, das Innerschweizerische alle fünf Jahre in Seedorf durchzuführen?

Bilger: Das könnte ich mir vorstellen. Das Fest findet ja turnusgemäss alle fünf Jahre im Kanton Uri statt. Seedorf würde sich bestimmt regelmässig als Festort zur Verfügung stellen. Doch der Austragungsort ist letztlich Sache der Urner Klubs, welche das Fest organisieren. Jene Vereine, welche das Fest noch in ihrem Dorf durchführen können, sollen das auch dort machen.

Schwingfeste boomen regelrecht. In den vergangenen Jahren besuchten mehr als 10 000 Personen jeweils das Innerschweizerische. Ist Seedorf einem solchen Besucheransturm überhaupt gewachsen?

Bilger: Die Anzahl der Tickets ist limitiert. Wir rechnen mit zirka 6000 bis 7000 Besuchern, was im ähnlichen Rahmen wie 2010 in Attinghausen liegt.

Kann sich denn Seedorf diesem Boom verschliessen?

Bilger: Wir müssen das Fest einfach unseren Gegebenheiten anpassen. Wir haben nicht diese Flächen, wie sie etwa Emmen 2012 hatte. Wir können auch nicht unbegrenzt Parkplätze zur Verfügung stellen. Und irgendwie muss man die Leute auch nach Seedorf hineinbringen und wieder hinaus. Irgendwo gibt es einfach eine natürliche Grenze, und wir bewegen uns in Seedorf mit 6000 bis 7000 Zuschauern am oberen Limit. Sicher könnten wir mehr Tickets verkaufen. Ein grösseres Fest bedeutet aber auch mehr Risiken für uns als Veranstalter.

Die Innerschweizer Schwingklubs können bereits jetzt Tickets reservieren. Können Nichtschwinger überhaupt noch an Billette herankommen?

Bilger: Der Vorverkauf startet im April. Und wir werden bestimmt noch eine stattliche Anzahl Tickets in den Vorverkauf bringen. Vor allem Rasensitz- und -stehplätze wird es sicher noch genügend geben. Die Tribünensitzplätze sind hingegen viel gefragter. Für Leute, die kein Ticket haben und dennoch die Festatmosphäre geniessen wollen, gibt es am Sonntagnachmittag in der Rollhockey-Halle ein Public Viewing. Möglich macht das die Liveübertragung von Tele 1.

Wie gross ist eigentlich das Budget für diesen Mega-Event?

Bilger: Darüber spricht man nicht. Fakt ist aber: Ein grosses Fest und ein grosses Budget heissen nicht unbedingt auch mehr Gewinn. Denn je grösser ein Fest ist, umso höher sind die Fixkosten vor allem auch die Kosten, um das temporäre Stadion aufzustellen.

Uri ist keine starke Wirtschaftsregion. War es umso schwieriger, Sponsoren für diesen Grossanlass zu finden?

Bilger: Überhaupt nicht. Wir haben relativ rasch Sponsoren gefunden und unsere Ziele erreicht, die wir uns gesteckt haben. Das hat einerseits mit dem bereits angesprochenen Boom des Schwingens zu tun. Andererseits werden Schwingfeste immer professioneller organisiert. Sponsoren erhalten ihre Gegenleistungen und werden optimal betreut. Zudem bieten die Liveübertragungen im Fernsehen und im Radio den Sponsoren zusätzliche Möglichkeiten, sich zu präsentieren.

Natürlich braucht es auch unzählige Helfer.

Bilger: Bis zu 500 Helfer werden am Festwochenende im Einsatz sein. Ohne die Unterstützung von Freiwilligen und den Urner Schwingklubs und ohne die Mithilfe der Vereine aus Seedorf und Bürglen wäre das nicht möglich. Zudem können wir auf die Unterstützung des Zivilschutzes zählen.

Was bietet Seedorf eigentlich rund um die Wettkämpfe im Sägemehl?

Bilger: Am Freitag, 3. Juli, findet in der Rollhockey-Halle ein Unterhaltungsabend mit der Blaskapelle Seedorf, dem Ländlertrio Nidwaldner Buebe und dem Jodelduett Schüpferi Meitli statt. Am Samstag, 4. Juli, öffnen wir bereits am Nachmittag den Gabentempel mit der dazugehörenden Festwirtschaft. Zudem können Interessierte das Festgelände besichtigen. Den Sonntagabend lassen wir dann mit Ländlermusik ausklingen. An allen drei Abenden wird es einen Barbetrieb mit DJ geben. Und natürlich hoffen wir auf ein attraktives Fest und schönes Wetter.

Apropos attraktives Fest: Zu einem spannenden Wettkampf tragen auch die Gästeschwinger aus den anderen Teilverbänden bei. Welche Namen möchten Sie auf der Gästeliste sehen?

Bilger: Schön wäre natürlich, wenn wir einen Schwingerkönig in Seedorf begrüssen könnten. Die Nominationen von den Teilverbänden stehen noch aus. Doch ich glaube, die Chancen, prominente Spitzenschwinger am Innerschweizerischen begrüssen zu können, sind besser als sonst. Denn heuer findet kein Eidgenössisches statt. Das Innerschweizerische dürfte somit für viele Spitzenschwinger ein Saisonhöhepunkt sein.

Hinweis

* Jurist Andreas Bilger (51) ist Mitinhaber einer Anwalts- und Notariatskanzlei und sitzt seit 2012 für die Gemeinde Seedorf im Landrat.

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