SEEDORF: Christoph Blocher trat in Seedorf auf

Ob Eveline Widmer-Schlumpf, die Bundesfinanzen oder das Getränk auf seinem Rednerpult: Alt Bundesrat Blocher liess am Freitag kein Thema aus.

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Christoph Blocher hatte in Seedorf einen grossen Auftritt. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Christoph Blocher hatte in Seedorf einen grossen Auftritt. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Kurz vor acht traf er in Seedorf ein, und als Christoph Blocher die Mehrzweckhalle betrat, erhoben sich seine Anhänger für spontane Standing Ovations. Auf Einladung der SVP Uri waren sie derart zahlreich gekommen, dass einige von ihnen sogar stehen mussten. Im Laufe seiner Rede zum Thema «Vier Jahre Bundesrat, eine Standortbestimmung» lieferte der Ex-Bundesrat gewohnt kernige Voten zu den verschiedensten nationalen und internationalen Themen. Hier eine Auswahl:

? Über den Kanton Uri: «Ich habe grosse Sympathien für diesen Kanton. Er trägt Lasten für die ganze Schweiz. Und trotzdem gehört Uri nicht zu jenen Kantonen, die immer in Bern vor der Türe jammern.»

? Über die Sozialdemokratische Partei (SP): «Die wollen immer höhere Steuern. Wenn sie könnten, würde die SP wahrscheinlich eine Tabaksteuer für Nichtraucher einführen.»

? Über Eveline Widmer-Schlumpf: «Eigentlich war ich dagegen, dass Frau Schlumpf aus der Partei ausgeschlossen wird. Aber seit dem Dok-Film des Schweizer Fernsehens hat sich die Situation verändert: Bei dieser Reportage wurde klar ersichtlich, dass Frau Widmer Schlumpf vor den Wahlen während Wochen engen Kontakt mit der SP hatte. Das geht nicht! Das ist parteischädigend!»

? Über das Bundesbudget: «Glauben Sie nicht, dass sie in Bern zu wenig Geld haben. Die Wahrheit ist: Sie haben zu viel. Beim Bund fehlt das Kostendenken. Und da muss die SVP Druck machen.»

? Über die Rütli-Feier: «Ich bin gegen eine zentral organisierte, eidgenössische Feier. Die Schweiz braucht am 1. August dezentrale Feiern, damit die Leute den Föderalismus wieder schätzen lernen.»

? Über das Wasserglas auf seinem Rednerpult: «Es war mutig von den Organisatoren, dieses Glas hier aufzustellen. Ich rede ja gerne mit den Händen und schlage normalerweise solche Gläser runter.»

Philipp Arnold / Neue Urner Zeitung