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SEEDORF: Ex-TV-Kommentatoren Russi und Hüppi wollen Hochlandrinder kaufen

Vom Skisport in die Landwirtschaft: Die ehemaligen TV-Kommentatoren Bernhard Russi und Matthias Hüppi haben vor, in Schottische Hochlandrinder zu investieren. Doch diese werden weder im Skigebiet noch auf dem Golfplatz weiden.
Solche Schottischen Hochlandrinder haben es den TV-Legenden angetan. (Bild: Archiv LZ)

Solche Schottischen Hochlandrinder haben es den TV-Legenden angetan. (Bild: Archiv LZ)

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

«Nun werden wir Schottische Hochlandrinder züchten», verkündeten Bernhard Russi und Matthias Hüppi, nachdem sie vor einem Jahr zum letzten Mal gemeinsam ein Skirennen am Fernsehen kommentiert hatten. Was anfänglich nur ein Witz war, könnte bald Tatsache sein. «Momentan ist alles noch immer eine Idee», sagt Russi. Und Hüppi teilt unserer Zeitung per WhatsApp-Nachricht mit, dass die Rinder für ihn als neuen Präsidenten des FC St. Gallen momentan nicht erste Priorität hätten.

Dennoch scheinen der frühere Olympiasieger und der ehemalige Sportmoderator nun ernst zu machen. Denn wie Russi auf Anfrage sagt, hätten sie bereits Kontakt mit Viehbesitzern gehabt und inzwischen gar Hochlandrinder zum Kaufen ins Auge gefasst. «Wir haben aber noch keine Tiere gekauft», sagt Russi. Die favorisierten Rinder seien aktuell noch im Zürcher Oberland.

In Seedorf entsteht ein neuer Lebensraum

Der bald 70-jährige Russi und der zehn Jahre jüngere Hüppi werden nun aber nicht mehr als Junglandwirte durchstarten. «Wir werden auch keine eigentliche Zucht betreiben, sondern nur einzelne Tiere kaufen», sagt Russi. Diese würden die beiden TV-Legenden in die Obhut von anderen Bauern geben.

Die Hochlandrinder werden also künftig weder auf dem Golfplatz in Andermatt noch auf dem Rasen des FC St. Gallen weiden, sondern möglicherweise im Urner Unterland. Dies zeigen Recherchen unserer Zeitung. Denn vielleicht werden sie im Reussdelta bei Seedorf bald dafür sorgen, dass auf den Riedflächen das Schilf nicht überhandnimmt. «Das Ganze ist aber noch sehr vage», so Russi.

Denn in Seedorf entsteht aktuell ein zwei Hektaren grosses Wattgebiet – ein neuer Lebensraum für seltene Vögel, Amphibien und Reptilien. Momentan laufen die Bauarbeiten zwischen den Gebieten Wyer, Schwäb und den sogenannten Bauer-Gärten – also unweit der Badeinseln – auf Hochtouren. Bagger bearbeiten das Gelände und heben mehrere neue Laichgewässer für Amphibien aus.

Spätestens im Mai, bevor die Fische laichen und die Badegäste wieder ins Reussdelta strömen, wird das Naturschutzprojekt fertig sein. Pünktlich zur Sommersaison könnten dann auch allenfalls die Rinder von Russi und Hüppi ins neue Wattgebiet einziehen, vorausgesetzt der Kanton Uri bewilligt das entsprechende Weidekonzept.

Der Bund beteiligt sich ebenfalls

Das Projekt Wyer-Teich war eine Auflage des Kantons Uri für die Firma Arnold & Co. AG aus Flüelen, damit sie im Jahr 2010 die Konzession erhielt, zwischen 2011 und 2035 weiterhin mit Schwimmbaggern im Vierwaldstättersee bei der Reussmündung Sand und Kies abzubauen.
Wie teuer das Projekt zu stehen kommt, können die Verantwortlichen momentan nicht sagen. Ursprünglich hatten sie eigentlich mit Kosten in der Höhe von rund einer halben Million Franken gerechnet. «Die Beschaffenheit des Bodens in diesem Gebiet stellt die Bauarbeiten jedoch vor grosse Herausforderungen», sagt Matthias Steinegger, Betriebsleiter der Arnold & Co. AG. «Das Projekt ist daher sicher nicht billiger geworden. Das Ganze ist auch ein bisschen ein Experiment.» Da es sich um eine Naturschutzmassnahme handelt, wird sich auch der Bund an den Kosten der Arnold & Co. AG beteiligen.

Rückkehr der Wollschweine noch unklar

Damit Spaziergänger und Fachkundige die Tiere im Naturschutzgebiet beobachten können, bauen die Projektverantwortlichen zudem eine hölzerne Beobachtungsplattform. Ob auch die Wollschweine, die im vergangenen Jahr in diesem Gebiet gehalten wurden, nach Seedorf zurückkehren, ist in diesem Moment jedoch noch unklar.

«Wir werden nur einzelne Tiere kaufen», sagt Ski-Legende Bernhard Russi. (Bild: Keystone)

«Wir werden nur einzelne Tiere kaufen», sagt Ski-Legende Bernhard Russi. (Bild: Keystone)

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