SEEDORF: Knapp am Rekord vorbei

Die 24. Auflage der Urner Abendlaufserie wird als diejenige mit der zweitgrössten Beteiligung in die Jahrbücher eingehen. Beim diesjährigen Abschlussevent gab es einige neue Sieger.

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Obwohl Manfred Jauch (vorne) das letzte Rennen aufgeben musste, holte er den Gesamtsieg. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 7. September 2017))

Obwohl Manfred Jauch (vorne) das letzte Rennen aufgeben musste, holte er den Gesamtsieg. (Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 7. September 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Beim dritten und letzten Abendlauf wollte Seriensieger Manfred Jauch, der die zwei vorangegangenen Rennen dominiert hatte, nochmals so richtig Gas geben. Der 42-jährige Altdorfer hatte sich vorgenommen, auf der 6,7 Kilometer langen Strecke durchs Urner Reussdelta eine möglichst schnelle Zeit zu erzielen, zumal am Mittwochabend optimale Bedingungen für einen Langstreckenlauf herrschten.

Vorerst lief alles nach Plan. Der Routinier setzte sich sogleich an die Spitze des Feldes und konnte sich bereits in der ersten von drei Runden leicht absetzen. Aus der angestrebten Solovorstellung wurde jedoch nichts. Jauch musste kurz vor Beendigung der ersten Runde aussteigen. «Ich verspürte mehrfach ein komisches Zwicken in der hinteren Oberschenkelmuskulatur des linken Beines», begründete er. «Das waren wohl die Vorboten einer drohenden Zerrung. Weil ich keine Verletzung riskieren wollte, bin ich ausgestiegen.»

Kelly erbt Tagessieg von Jauch

Damit war der Weg frei für Andrew Kelly, der bei den ersten beiden Wettkämpfen jeweils hinter Jauch den zweiten Platz belegt hatte. Der 46-jährige Schatt­­dorfer, der kürzlich beim Sarnerseelauf einen Kategoriensieg gelandet hatte, siegte mit 38 Sekunden Vorsprung auf den Stanser Remo Blättler und beinahe einer Minute Reserve auf den Unterschächner Langlaufspezialisten Dominik Estermann. Obwohl Jauch das Rennen nicht beendete, durfte er sich einmal mehr als Gesamtsieger feiern lassen. Dabei profitierte er davon, dass bei jedem Läufer nur die zwei schnellsten Zeiten in die Wertung einflossen. Jeder Teilnehmer hatte also ein Streich­resultat zugute. Ende Oktober wird Jauch voraussichtlich noch den Luzerner Halbmarathon bestreiten, wobei er erst kurzfristig entscheiden will, ob er tatsächlich antritt. Dort dürfte er zu den Anwärtern auf einen Spitzenplatz gehören.

Im Gegensatz zu den Männern herrschte bei den Frauen bis zum Schluss Hochspannung, was die Gesamtsiegerin anbelangte. Die Schattdorferin Ruth Briggs, die als Führende ins letzte Rennen gestiegen war, musste letztlich der Bürglerin Bernadette Betschart knapp den Vortritt lassen. Nach der Addition der zwei schnellsten Laufzeiten trennten die beiden Topläuferinnen nur gerade 13 Sekunden. Matchentscheidend war, dass Betschart ihre härteste Konkurrentin beim Abschlussevent um 7 Sekunden distanzieren konnte. Den Tagessieg riss sich jedoch die Stanserin Rahel Blättler unter den Nagel. Weil die Nidwaldnerin nur einmal startete, konnte sie Betschart in der Gesamtwertung nicht gefährden.

Jubiläumsauflage ist bereits gesichert

Das dritte und letzte Rennen lockte nicht weniger als 498 Sportler an, so viele wie noch nie beim Abschlusswettkampf. Insgesamt starteten an den drei Abenden 1401 Läufer, womit der Beteiligungsrekord von 1426 Athleten nur knapp verpasst wurde. Bereits jetzt steht fest, dass diese beliebte Laufserie im nächsten Jahr wieder stattfinden soll. Es handelt sich um eine ganz spezielle: um die 25. Austragung.

Mit grossem Abstand Rekordhalter in Sachen Teilnahmen ist der 33-jährige Seedorfer Daniel Gisler. Der Lokalmatador hat am Mittwoch bereits seinen 70. Abendlauf absolviert. Nur gerade bei drei Rennen musste er passen, als er in der Rekrutenschule steckte.