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SEEDORF: Louis Lussmanns Fotografiken zeigen Figuren in Steinformationen

Unter dem Titel «Zeichen der Mythen und Sagen des Kantons Uri» sind im Schloss A Pro die künstlerischen Fotografien von Louis Lussmann zu sehen.
«Bildermacher» Louis Lussmann bei der Begrüssung der Gäste. (Bild: Paul Gwerder (Seedorf, 8. Juli 2017))

«Bildermacher» Louis Lussmann bei der Begrüssung der Gäste. (Bild: Paul Gwerder (Seedorf, 8. Juli 2017))

Am vergangenen Samstag wurde im Schloss A Pro in Seedorf eine Ausstellung mit Werken des Urner Künstlers Louis Lussmann eröffnet. Die Kunsthistorikerin und Kuratorin der Kunstausstellung im Schloss A Pro, Melanie Widmer, brachte den Vernissagebesuchern die Betrachtungsweise der Werke näher.

Louis Lussmann ist am 31. August 1937 in Altdorf geboren, und seinen beruflichen Werdegang begann er mit einer Fotografenlehre. Anschliessend folgten dann der Besuch der Kunstgewerbeschule in Zürich und diverse «Brotjobs». Seit 1987 ist er in Göschenen als freischaffender «Bildermacher» tätig.

«Es sollte etwas Einzigartiges sein»

Vor rund 25 Jahren hat Lussmann nach der Malerei das Fotografieren (neu) entdeckt: «Die Kombination Druck und Fotografie hat mich schon immer gereizt», sagte der bald 80-jährige Künstler. «Ich wollte je nach Laune etwas fotografieren, und zwar Sujets, die nicht schon alle anderen Menschen suchen, sondern es sollte etwas Einzigartiges sein», betonte Lussmann. Unzählige Male wanderte er mit seiner ­Nikon-Analogkamera durch die Schöllenen, immer auf der Suche nach wilden Gesteinsformationen, in denen bei scharfem Betrachten Figuren und Fabelwesen zum Vorschein kamen. Es entstanden Werke, und dies ist besonders erwähnenswert, die weder in der Form noch in der Farbe digital nachbearbeitet wurden.

«Der Künstler nutzte lediglich das Stilmittel der Symmetrie, um diese Formen und Wesen in den Steinformationen sichtbar zu machen», erklärte die Kuratorin am Samstag in Seedorf. «So entstanden aus ‹gewöhnlichen› Landschaftsaufnahmen – durch ein geschultes Auge – fantastische Gestalten.» Die ausgestellten Fotografiken sind aufwendige lichtechte Drucke. Dabei wurde Louis Lussmann von der Polygrafin Beatrice Gasser von der Druckerei Gasser in Erstfeld optimal unterstützt.

«Mich haben Spiegelbilder schon als kleiner Junge fasziniert», erklärte Lussmann. Häufig ist das erste Bild unspektakulär. Mit Hilfe der Symmetrie wird es dann zum Beispiel gedreht, gespiegelt oder verschoben, ohne dass sich dabei etwas ändert, und trotzdem kommen ganz neue Motive zum Vorschein. Der wilde Granit in der Schöllenen mit seinen farbigen Flechten ist dazu bestens geeignet. «Betrachten die Gäste die Bilder, so entdecken sie bald einmal das Gesicht im Gesicht», erklärte der Künstler.

Oft ist es für den Betrachter nicht einfach, die Kreaturen auf einem Bild zu entdecken, denn diese Gestalten offenbaren sich jeder Person anders. Obwohl sie auf Papier eingefangen wurden, braucht es mehr als einen flüchtigen Blick, um das Potenzial der Bilder zu erfassen.

Interpretation ist Sache des Betrachters

Die ausgestellten Fotografiken stehen ganz im Zeichen der Mythen und Sagen des Kantons Uri. Häufig hatten die Menschen keine Erklärung für die unglaublichen Ereignisse und taten diese als etwas Fantastisches oder Übernatürliches ab. «Solche Sagen und Mythen haben in der heutigen Zeit bedauerlicherweise beträchtlich an Bedeutung verloren», sagte Widmer. «Deshalb greift Louis Lussmann mit seinen Fotografiken diese Themen wieder auf», so die Kunsthistorikerin. «Oft werden die Bilder von Lussmann als eher düster aufgefasst. Dies muss jedoch nicht sein, denn jeder sieht etwas anderes in den Bildern. Ob man das Gesehene positiv oder negativ auffasst, bleibt jedem Betrachter selber überlassen.»

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Hinweis: Die Bilder von Louis Lussmann sind bis am 14. Juli im Schloss A Pro in Seedorf zu sehen (Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag: 10 bis 14.30 und 17.30 bis 23 Uhr; Freitag und Samstag: 10 bis 14.30 und 17 bis 24 Uhr; Sonntag: 9 bis 17 Uhr).

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