SEEDORF: Riesige Seerosenblätter aus Stahl erfordern Millimeterarbeit

Beim Transport der gigantischen Elemente für die «Gästival»-Seerose waren einige Hürden zu bewältigen.

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Per Seitenstapler werden die Seerosenblätter im Schritttempo durch die A-2-Unterführung transportiert. (Bild Urs Hanhart)

Per Seitenstapler werden die Seerosenblätter im Schritttempo durch die A-2-Unterführung transportiert. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Die Kantonsstrasse vom Sportplatz Seedorf bis Isleten wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, von 19 bis 3 Uhr, in beiden Richtungen gesperrt. Grund für die Sperrung, die zu jeder vollen Stunde für 10 Minuten aufgehoben wurde, um den Durchgangsverkehr aufrechtzuerhalten, war ein Schwertransport der Superlative. Zwölf riesige Seerosenblätter aus Stahl mit einer Länge und Breite von rund 9 Metern und einem Gewicht von gegen 6 Tonnen mussten nach Luzern verfrachtet werden. Sie waren von der in Seedorf ansässigen Emil Gisler AG für das «Gästival»-Herzstück, die schwimmende Plattform in Gestalt einer Seerose, hergestellt worden. In Luzern wird die Plattform zusammengebaut.

Unterführung als kniffligster Teil

Vom Firmengelände der Emil Gisler AG bis zum Umladeort auf einen Nauen etwas nördlich von Bolzbach mussten die Elemente auf der Strasse transportiert werden. Die Fahrt durch die A-2-Unterführung forderte den Beteiligten alles ab. Ein Seitenstapler, auf dem jedes dieser gewaltigen Stahlteile einzeln in schräger Lage montiert wurde, musste im Schritttempo durch das Nadelöhr fahren. Der Abstand zu den Mauern betrug nur wenige Zentimeter. Nach der Unterführung kam nochmals eine schwierige Hürde. Es galt, an einer ­ungünstig platzierten Strassenlampe vorbeizukommen. Hier war sogar Millimeterarbeit gefordert. Beim Freiburgerplatz erfolgte der Umlad vom Seiten­stapler auf einen Tiefgänger. Dieser brachte die Teile bis zum Anlegeplatz des Nauens. Vom Tiefgänger wurden die Elemente dann mit einem riesigen Pneukran aufs Schiff gehievt. Die ganze Aktion dauerte rund neun Stunden, weil zwischen den kurzzeitigen Aufhebungen der Strassensperre jeweils nur ein Blatt transportiert werden konnte.

Bruno Arnold von der Emil Gisler AG zog eine positive Bilanz: «Alles ist reibungslos verlaufen. Die seriöse Vorbereitung mit dem Probetransort, bei dem eine Holzkonstruktion mit den gleichen Dimensionen wie die Seerosenblätter verwendet wurde, hat sich bezahlt gemacht. Wir waren sogar anderthalb Stunden schneller fertig als geplant.» Elf Mitarbeiter von drei Firmen standen im Einsatz. «Es wurde hervorragende Teamarbeit geleistet. Alles war perfekt aufeinander abgestimmt», so Arnold.

Mit einem Pneukran werden die Elemente vom Tieflader auf den Nauen gehievt. (Bild Urs hanhart)

Mit einem Pneukran werden die Elemente vom Tieflader auf den Nauen gehievt. (Bild Urs hanhart)

Mit einem Pneukran werden die Elemente vom Tieflader auf den Nauen gehievt. (Bild Urs Hanhart)

Mit einem Pneukran werden die Elemente vom Tieflader auf den Nauen gehievt. (Bild Urs Hanhart)