SEEDORF: Steinschlagnetz vermag Felsblock nicht aufzuhalten

Der Weg der Schweiz ist südlich der Isleten bis auf Weiteres gesperrt. Der Grund: ein grösserer Felsblock ist auf den Weg gestürzt.

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Das Steinschlagnetz hatte keine Chance gegen den riesigen Felsbrocken. (Bild: Bruno Arnold)

Das Steinschlagnetz hatte keine Chance gegen den riesigen Felsbrocken. (Bild: Bruno Arnold)

Der Altdorfer Franz Imhof staunte am Sonntagmorgen nicht schlecht: Als er zusammen mit einer Begleiterin seinen täglichen Spaziergang auf dem «Weg der Schweiz» Richtung Bolzbach unternehmen wollte, gab es kurz nach dem Fussgängertunnel südlich der Isleten fast kein Durchkommen mehr. Mitten auf dem Weg lag ein zirka 2 Kubikmeter grosser Steinblock. «Der Brocken dürfte sich in der Nacht auf Sonntag wenige Meter oberhalb des dort am Felsen montierten Steinschlagnetzes gelöst haben», erklärte Imhof unserer Zeitung gegenüber. «Aufgrund der grossen Wucht vermochte das Netz den herunterstürzenden Steinblock nicht aufzufangen und wurde zerstört respektive heruntergerissen.» Personen kamen bei diesem Vorfall nicht zu Schaden.

«Immer wieder Steinabbrüche»

«Es ist nicht das erste Mal, dass hier Steine runterkommen», weiss der 72-jährige Altdorfer, der seit zwölf Jahren fast täglich auf diesem Wanderwegabschnitt unterwegs ist. Letztmals hat Imhof im Januar ein paar kleinere Steinblöcke weggeräumt. Imhof alarmierte gestern um zirka 7 Uhr die Polizei. Mitarbeiter des Pikettdiensts des Amts für Tiefbau Uri, das im Auftrag der Stiftung Weg der Schweiz für den Unterhalt des Wegs verantwortlich ist, sperrten den betroffenen Streckenabschnitt entlang des Urnersees grossräumig ab und signalisierten eine Umleitung auf dem Trottoir durch den rund 400 Meter langen Schilteggtunnel der Kantonsstrasse I sleten–Seedorf.

«Die Aufräumarbeiten, geologische Abklärungen und allenfalls nötige Felsräumarbeiten werden ab Montag aufgenommen», sagte Kantonsingenieur Stefan Flury gestern auf Anfrage. Erst dann könne gesagt werden, wie lange der Weg der Schweiz auf dem Abschnitt Isleten–Nordportal Schilteggtunnel gesperrt bleibt. Flury geht davon aus, dass die Niederschläge der vergangenen Tage und das in die Ritzen fliessende Wasser Druck auf den Felsen ausgelöst haben dürften, was schliesslich dazu führte, dass der Felsblock weggesprengt wurde.

Bereits der zweite Vorfall

Am 24. Januar waren zwischen Bolzbach und Isleten Steine auf die Kantonsstrasse gedonnert. Einige rund einen Kubikmeter grosse Felsblöcke und Schutt bedeckten auf einer Länge von rund 70 Metern die Seestrasse. Zudem wurde damals auch die Privatstrasse ins Bergheimwesen Biel verschüttet. Personen kamen jedoch auch damals keine zu Schaden.

Bruno Arnold

Franz Imhof steht vor den Felsbrocken, die den Weg versperren. (Bild: Bruno Arnold)

Franz Imhof steht vor den Felsbrocken, die den Weg versperren. (Bild: Bruno Arnold)