SEEDORF: Trotz Riesenkristallen: Boom bleibt aus

600 Besucher weniger als im Vorjahr: Das Mineralienmuseum in Seedorf steht im Schatten der Riesenkristall-Ausstellung In Flüelen. Nun will man in die Offensive gehen.

Drucken
Teilen
Die Kristallausstellung in Flüelen lässt das Mineralienmuseum in Altorf in punkto Besucherzahlen hinter sich. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

Die Kristallausstellung in Flüelen lässt das Mineralienmuseum in Altorf in punkto Besucherzahlen hinter sich. (Bild Sven Aregger/Neue UZ)

«Es wurde noch nie so viel über Mineralien berichtet wie im letzten Jahr», sagt Bruno Müller, Chefredaktor der Zeitschrift «Mineralienfreund». Der Grund ist klar: Die Riesenristalle vom Planggenstock und die aufwändig gestaltete Ausstellung in Flüelen. Der spektakuläre Fund von Franz von Arx und Paul Känel lockte Tausende von Besuchern an.

Trotzdem: Das Mineralienmuseum in Seedorf konnte vom Kristallboom nicht im erwarteten Rahmen profitieren. Im Gegenteil: «Die Besucherzahlen sind stark rückgängig», sagt Sophi Tresch, Präsidentin der Urner Mineralienfreunde. So verzeichnete das Mineralienmuseum gemäss Auskunft von Tresch rund 2200 Eintritte, das sind 600 weniger als im Vorjahr. «Das Mineralienmuseum steht im Schatten der Riesenkristalle. Die Ausstellung in Flüelen ist so spektakulär, da können wir natürlich nicht mithalten», sagt Tresch.

Dennoch habe auch das Mineralienmuseum in Seedorf seine Vorzüge. «Unser Trumpf ist nicht die Grösse der Steine, sondern ihre Vielfalt. Mineralogisch gesehen ist unsere Ausstellung deshalb wertvoller», so Tresch.

Dezentrale Ausstellung geplant
Trotzdem will man bei den Urner Mineralienfreunden nun reagieren: Der Verein will eine eigene Sammlung von wertvollen Stücken anlegen und diese an verschiedenen Standorten im Kanton Uri präsentieren. Ein entsprechender Antrag von Franz Tresch wurde an der Generalversammlung vom Samstag gutgeheissen, nun prüft man die Finanzierung und mögliche Standorte.

Robi Kuster und Philipp Arnold

Mehr zum Thema am Montag in der Neuen Urner Zeitung