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SEEDORF: Uri verabschiedet die «Eiserne Lady»

Nationalrätin Gabi Huber tritt nach zwölf Jahren ab. Spröde und überkorrekt sei sie, hiess es am Anfang. Doch ihre Kollegen aus der Politik schätzten genau das an ihr.
Die FDP Uri hat sich von Fraktionspräsidentin Gabi Huber verabschiedet. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die FDP Uri hat sich von Fraktionspräsidentin Gabi Huber verabschiedet. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Elias Bricker und Bruno Arnold

Für 37 Politiker endete am Freitag die politische Karriere in Bern – so auch für die seit 2003 amtierende Urner Nationalrätin Gabi Huber. «Selbst eine, die ab 2008 die Rolle der nüchternen und eher kontrollierten Fraktionschefin gegeben hat, legt bei der Derniere ihre Zurückhaltung ab», meinte Philipp Burkhardt in der Radiosendung «Rendezvous». Und: Aufgewühlt sei Gabi Huber gewesen, was die FDP-Politikerin dem SRF-­Reporter gegenüber auch nicht in Abrede stellte: «Es ist schon ein bisschen ein emotionaler Moment. Ich habe in den vergangenen Jahren sehr viel Zeit, Herzblut und Engagement in die Politik und in meine Fraktion investiert. Da darf man am letzten Tag im Nationalrat schon auch etwas emotional sein.»

Attribute werden Markenzeichen

Unter der Bundeshauskuppel dürfte Gabi Huber am Freitag den Auftakt zu einer längeren Verabschiedungstour gemacht haben. Gestern folgte Abschied Nummer 2 – eine parteiinterne Feier in Seedorf. Namhafte Politiker leisteten der Einladung der Urner Liberalen Folge – von Bundesrat Johann Schneider-­Ammann über FDP-Schweiz-Präsident Philipp Müller bis hin zum Urner alt Nationalrat Franz Steinegger. Dieser übernahm auch die Laudatio. Anfänglich sei Huber eine gewisse Sprödigkeit, Überkorrektheit und Unaufgeregtheit vorgeworfen worden. Innert kurzer Zeit habe sie aber diese Attribute in positive Markenzeichen verwandelt, die weitherum Anerkennung gefunden hätten. «Offenbar schätzen Fraktionskollegen und sogar Medien Geradlinigkeit, ­Dossierkenntnis, Unerschrockenheit, sphinxähnliche Zurückhaltung, Zuverlässigkeit und Disziplin im Stile der Eisernen Lady», betonte Steinegger.

Für den Bundesrat ein Verlust

«Gabi Huber war immer streng, aber fair», lobte FDP-Präsident Philipp Müller gestern die Arbeit seiner abtretenden Fraktionspräsidentin. Ihr sei es gelungen, den wilden Haufen von Liberalen in Bern zu zähmen. Nur dank ihr trete die FDP inzwischen wieder geeinter auf als noch vor wenigen Jahren. «Denn Gabi Huber strahlt einfach eine gewisse Autorität aus», so Müller.

Hubers Abgang sei selbst für die Landesregierung ein Verlust, sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann. «Es war immer fantastisch, mit ihr zusammenzuarbeiten, so der Magistrat. Bei ihr habe man stets gewusst, woran man sei – ganz nach dem Motto «Eine Frau ein Wort». Es sei toll gewesen, als FDP-Bundesrat eine solch starke Fraktionspräsidentin im Rücken zu haben. «Gabi gab in der Fraktion zudem stets die Marschrichtung vor.»

Gabi Huber (Fraktionspraesidentin FDP), rechts, diskutiert mit Adrian Amstutz (Fraktionspraesident SVP) waehrend einer Debatte im Nationalrat, am Donnerstag, 24. September 2015, waehrend der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) (Bild: PETER KLAUNZER)
Die FDP Uri verabscheidet sich vom Fraktionspräsidentin Gabi Huber. Fotografiert am 26. September 2015 in Seedorf. NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Gabi Huber, FDP-Fraktionspraesidentin, links, verabschiedet sich von Jacqueline Fehr (SP-ZH), rechts, im Nationalrat, am Freitag, 25. September 2015 am letzten Tag der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) (Bild: PETER KLAUNZER)
Die FDP Uri verabscheidet sich vom Fraktionspräsidentin Gabi Huber. Fotografiert am 26. September 2015 in Seedorf. Im Bild: Gabi Huber und Bundesrat Johann Schneider-Ammann NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Die FDP Uri verabscheidet sich vom Fraktionspräsidentin Gabi Huber. Fotografiert am 26. September 2015 in Seedorf. Im Bild: Gabi Huber beim anstossen mit Franz Steinegger NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
Gabi Huber (Fraktionspraesidentin FDP), links, diskutiert mit Adrian Amstutz (Fraktionspraesident SVP) waehrend einer Debatte im Nationalrat, am Donnerstag, 24. September 2015, waehrend der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer) (Bild: PETER KLAUNZER)
Die FDP Uri verabscheidet sich vom Fraktionspräsidentin Gabi Huber. Fotografiert am 26. September 2015 in Seedorf. Im Bild: Gabi Huber und Bundesrat Johann Schneider-Ammann NLZ Boris Bürgisser (Bild: Boris Bürgisser (Neue LZ))
7 Bilder

Abschied von Gabi Huber

Lob von allen Seiten

Auch der aktuelle Urner CVP-Ständerat Isidor Baumann, der mit Huber von 2000 bis 2004 vier Jahre lang in der Urner Regierung sass, lobte die abtretende Politikerin in den höchsten Tönen. «Sie war immer eine verlässliche Partnerin. Wenn sie Ja sagte, konnte man sich auf sie verlassen. Und wenn sie Nein sagte, wusste man, dass es nichts mehr zu rütteln gab.»

Und Vincenzo Pedrazzini, Vizepräsident der FDP Schweiz, ergänzte: «Ich habe es geliebt, mit ihr zusammenzuarbeiten. Gabi Huber ist ein brillanter Kopf. Sie ist zuverlässig und loyal. Und das ist eigentlich das Beste, was man sich für die Politik vorstellen kann.»

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