SEEDORF: Werner Arnold wird Ehrenpräsident

Rolf Wipfli ist neuer Präsident des Krankenunterstützungsvereins Seedorf. Er tritt die Nachfolge von Werner Arnold an, der dieses Amt 24 Jahre lang ausübte.

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Der neue Präsident Rolf Wipfli (links) gratuliert Werner Arnold zur Ernennung zum Ehrenpräsidenten. (Bild: PD (Seedorf, 15. Januar 2017))

Der neue Präsident Rolf Wipfli (links) gratuliert Werner Arnold zur Ernennung zum Ehrenpräsidenten. (Bild: PD (Seedorf, 15. Januar 2017))

19 Mitglieder trafen sich am 15. Januar im «Waldheim» zur 129. GV des Krankenunterstützungsvereins (KUV) Seedorf (siehe Box). Ein stilles Memento galt einleitend dem verstorbenen Freimitglied Severin Reichmuth. Präsident Werner Arnold widmete seinen Jahresbericht dem Thema Stress. Dieser sei eine der grössten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. «Nicht nur der Job birgt immer mehr Stress, auch im Privatleben häufen sich Meldungen von überforderten Menschen», sagte Arnold.

Zumindest als Präsident des KUV habe er aber erfreulicherweise ein stressfreies Jahr erleben dürfen. «Stress kann durch genügend Entspannung, mit bewusstem Durchatmen, Pausen-­Einlegen, Veränderungen und Abwechslungen gemindert werden», sagte der Präsident. Er wünschte den Mitgliedern für das Jahr 2017 viel Entspannung und auch den Mut, zwischendurch einfach einmal nichts zu tun.

125-Jahr-Jubiläum als Höhepunkt

Die GV vom vergangenen Sonntag stand ganz im Zeichen einer Wachtablösung. Präsident Werner Arnold trat nach 38 Jahren im Vorstand zurück. Von 1979 bis 1988 war er Kassier, von 1989 bis 1992 Vizepräsident und Kassier sowie von 1993 bis zur GV 2017 Präsident. «Ich habe in dieser Zeit ganz viele wertvolle Begegnungen erlebt», betonte Arnold. «Das 125-Jahr-Jubiläum war für mich sicher der Höhepunkt.» Für seine grossen Verdienste zum Wohle des KUV wurde Arnold mit lang anhaltendem Applaus zum zweiten Ehrenpräsidenten in der Geschichte des Vereins ernannt.

Palmarès wird unerreicht bleiben

«Das Palmarès von Werner Arnold zum Wohle des KUV ist unerreicht und wird mit Garantie unerreicht bleiben», betonte Sekretär Rolf Wipfli in seiner Laudatio. «Werni ist ein Schaffer, der mit seiner ruhigen und sympathischen Art sowie mit viel psychologischem Geschick und mit einer Topvorbereitung alle immer wieder beeindruckt hat.» Peter Burri, Altdorf, wurde aufgrund seiner 30-jährigen Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt.

Als neuer Präsident des Krankenunterstützungsvereins stellte sich Rolf Wipfli zur Verfügung. Im Vorstand wurden Reto Gisler, Hanz Schuler und Dani Wipfli für eine weitere Amtsdauer bestätigt. Ein Mandat bleibt vorläufig vakant. Als Revisoren amtieren Stefan Arnold (bisher) und Werner Arnold (neu). Letzterer ersetzt Armando Decol.

Kassier Hanz Schuler musste Mehrausgaben von rund 1200 Franken präsentieren. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf rund 57000 Franken. Die Beiträge bleiben unverändert (Eintrittsgebühr: 50 Franken; Jahresbeitrag: 24 Franken; Sterbebeitrag: 2 Franken), Taggeld: 10 Franken; Beitrag an Beerdigungskosten: 1000 Franken).

Vorstand sucht Lösungen

Verein Auslöser für die Gründung des Krankenunterstützungsvereins (KUV) Seedorf waren die Verbauungen des Palanggenbachs am Ende des 19. Jahrhunderts. Diese boten den Einheimischen die Gelegenheit, ein relativ sicheres Einkommen zu erwirtschaften. Bei Krankheit oder Unfall floss dieser Lohn aber nicht.

Diesem Problem wirkten die Arbeiter im Jahr 1888 mit der Gründung des KUV entgegen. Die Mitglieder waren ab diesem Zeitpunkt bei Arbeitsausfällen durch Krankheit und Unfall «versichert». Das Eintrittsgeld eines Mitglieds betrug für damalige Verhältnisse hohe 3 Franken, der Monatsbeitrag 1 Franken. Die Patienten wurden 50 Tage lang unterstützt, während der ersten 25 Tage mit 1 Franken, vom 26. bis zum 50. Tag mit 50 Rappen.

Auflösung des Vereins ist zurzeit kein Thema

Die Mitglieder des KUV sind durch Kranken- und Unfallversicherungen abgedeckt. Die Auflösung des Vereins ist aber kein Thema. Aktuell beschränken sich die Vereinsaktivitäten aber auf die Pflege der Kameradschaft anlässlich der GV.
Da die meisten Mitglieder auch keinen Anspruch auf die Auslösung von Kranken- und Unfallgeldern erheben und nur der Beitrag an Beerdigungskosten von Mitgliedern ausbezahlt wird, wächst das Vermögen des KUV kontinuierlich an.Der Vorstand sucht deshalb Lösungen für den künftigen sinnvollen und gezielten Einsatz der finanziellen Mittel – immer aber auch im Sinne der Gründer.

fi