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Seedorf will gute Finanzlage nutzen

Die Gemeinde ist finanziell äusserst gut aufgestellt. Deshalb soll nicht nur über eine Beteiligung am Kraftwerk Palanggenbach abgestimmt, sondern im Rahmen des Budgetprozesses auch eine Steuersenkung geprüft werden.
Bruno Arnold
In Seedorf kann man erneut auf ein äusserst erfolgreiches Finanzjahr zurückblicken. (Bild: Florian Arnold, 21. Februar 2018)

In Seedorf kann man erneut auf ein äusserst erfolgreiches Finanzjahr zurückblicken. (Bild: Florian Arnold, 21. Februar 2018)

An der Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstag in Seedorf (Vorsitz: Gemeindepräsident Max Aschwanden) stand die Orientierung zur geplanten Beteiligung der Gemeinde Seedorf am Aktienkapital der Kraftwerk Palanggenbach AG im Zentrum (siehe Ausgabe von gestern). Aus Sicht der Gemeinde äusserte sich Max Aschwanden zum geplanten Vorhaben. Werner Jauch, Vorsitzender der EWA-Geschäftsleitung, nahm zu technischen Details und finanziellen Aspekten Stellung.

Im Rahmen der kontrovers geführten Diskussion wurde klar, dass die Seedorfer die Wasserkraftnutzung grundsätzlich befürworten. Dennoch fehlte es nicht an kritischen Fragen. Diese betrafen insbesondere die Rolle der Hauptaktionärin aventron AG.

Hauptinvestorin hat Know-how und Background

Werner Jauch erwähnte, dass die EWA AG aufgrund aktueller Verbindlichkeiten nicht selber als Hauptaktionärin auftreten könne. Man habe sich deshalb auf die Suche nach einem Investor gemacht und sei bei der Firma aventron fündig geworden. Das in Münchenstein BL domizilierte Unternehmen konzentriert sich auf die Akquisition und auf den Betrieb von Kraftwerken in den Bereichen Wasser-, Wind- und Sonnenenergie in der Schweiz und in ausgewählten Ländern Europas. «Die aventron AG verfügt über viel Know-how und den nötigen Background», betonte Jauch. Das Unternehmen sei allerdings kritisch «geröntgt» worden. «Auch das EWA hat kein Interesse, mit einer risikobehafteten Firma zu kooperieren», betonte Jauch. Fakt sei jedoch, dass es eine solidarische Haftung der an der AG beteiligten Partner gebe. Das heisst: Steigt einer der Partner aus, so müssen die übrigen dessen Anteile übernehmen oder einen Investor suchen, der bereit ist, das entsprechende gesamte Aktienpaket des ausscheidenden Partners zu übernehmen. Weiter erklärte Jauch, dass die Zusage für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) Mitte 2022 auslaufe und das neue Kraftwerk bis zu diesem Zeitpunkt am Netz sein müsse.

Auch die Rolle der Gemeinde wurde kritisch beurteilt. Es stelle sich die grundsätzliche Frage, ob die Gemeinde – mit einer Beteiligung an der KW Palanggenbach AG – unternehmerisch tätig sein soll. Befürchtungen wurden zudem zum unternehmerischen Risiko nach Ablauf der 25 Jahre dauernden KEV geäussert. Es sei schwierig zu beurteilen, wie sich der Strompreis entwickle. Auch sei nicht ausgeschlossen, dass dannzumal ein Verlust eingefahren werde, weil die Strom-Gestehungskosten höher sein könnten als der Verkaufspreis. Niemand könne die Entwicklungen bis zum Ende der geplanten Konzessionsdauer von 80 Jahren vorhersehen, vor auch nicht, was Hydraulizität betreffe. Die Seedorfer stimmen am 10. Juni an der Urne über die Beteiligung respektive den entsprechenden Kredit von 600000 Franken (10 Prozent des Aktienkapitals) ab.

670000 Franken besser als prognostiziert

Einstimmig genehmigt wurde die Rechnung 2017 der Einwohnergemeinde. Sie schliesst bei Einnahmen von 5,716 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 379000 Franken ab. Budgetiert worden war ein Defizit von 109000 Franken. Neben den planmässigen Abschreibungen erlaubte das gute Ergebnis zusätzliche Abschreibungen. Die Rechnung 2017 schneidet daher effektiv um knapp 670000 Franken besser ab als prognostiziert. Aufgrund der guten Finanzlage soll im Rahmen des Budgetprozesses eine allfällige Senkung des Steuerfusses geprüft werden.

Synergiepotenzial ist «eher begrenzt»

Max Aschwanden orientierte am Donnerstag auch über aktuelle Geschäfte. Das Fusionsprojekt Seedorf-Bauen läuft auf Hochtouren. «Dank der schon lange gut funktionierenden gemeinsamen Gemeindeverwaltung und der zusammengelegten Schule sind einige Punkte leichter zu klären», so Aschwanden. «Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass das Synergiepotenzial einer Fusion – trotz Optimierungen – in diesem Fall eher begrenzt ist.» Am 25. Juni sollen den Seedorfern bei einem weiteren Mitwirkungsanlass unter anderem erste Lösungsvorschläge zur Diskussion unterbreitet werden.

Schiessanlage soll saniert werden

Ab 2020 dürfen nach Bundesrecht keine Schiessanlagen mit Erdkugelfang mehr betrieben werden. Zudem müssen belastete Standorte saniert werden. «Zeitlich besteht hier die Zielvorstellung 2040», erklärte Aschwanden. Um die Situation umwelttechnisch und finanziell besser beurteilen zu können, habe die Schützengesellschaft zusammen mit dem Gemeinderat einen Sanierungsbericht erstellen lassen und dem Amt für Umweltschutz zur Analyse unterbreitet. Danach will man prüfen, ob die Minimalvariante (mit künstlichen Kugelfängen sowie neuen Trefferanzeigen) im Jahr 2019 ausgeführt und die Bodensanierung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll oder, ob eine Komplettsanierung vorgenommen werden soll. Eine entsprechende Vorlage wird voraussichtlich an der Herbstgemeinde präsentiert.

Weiter orientierte Aschwanden, dass sich für die geplante neue Bushaltestelle beim sich im Bau befindenden Mehrfamilienhaus Zurfluh an der Dorfstrasse eine Lösung mit dem von der Gemeinde geforderten gedeckten Unterstand in Fahrtrichtung Altdorf abzeichne. Geplant sind zwei Fahrbahn-Haltestellen mit einer Trenninsel und integriertem Personenübergang. Die Haltestelle soll behindertengerecht ausgebildet werden.

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