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SEELISBERG: Alterswohnungen in Seelisberg sind bald bezugsbereit

Wo einst das Restaurant Alpenblick stand, ist in den vergangenen anderthalb Jahren ein Gebäude mit sieben Alterswohnungen entstanden. Damit wird eine Angebotslücke geschlossen.
Carmen Epp
Oswald Ziegler vor dem Wohnhaus mit den sieben Alterswohnungen an der Dorfstrasse in Seelisberg. (Bild: Carmen Epp (9. Januar 2018))

Oswald Ziegler vor dem Wohnhaus mit den sieben Alterswohnungen an der Dorfstrasse in Seelisberg. (Bild: Carmen Epp (9. Januar 2018))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Seelisberger, die aufgrund ihrer Mobilität im Alter nicht mehr länger zu Hause wohnen können, bleibt seit zehn Jahren nichts anderes übrig, als ins Tal zu ziehen, in ein Urner oder Nidwaldner Altersheim – und damit weitab von ihrem sozialen Umfeld. Der Grund: Seit 2008 der Altersheimbetrieb im ehemaligen Bürgerheim geschlossen wurde, gibt es kaum ein kostengünstiges und altersgerechtes Wohnangebot in Seelisberg.

Für Oswald Ziegler eine unhaltbare Situation. «Unsere Senioren haben einen Teil der Geschichte von Seelisberg mitgestaltet und die Gemeinde zu dem gemacht, was sie heute ist», sagt der ehemalige Gemeinderat und CVP-Landrat. Für ihn steht fest: «Es liegt in der moralischen Verpflichtung unserer Dorfgemeinschaft, diesen Menschen die Perspektive zu geben, so lange wie möglich Teil von ihrem sozialen Umfeld bleiben zu können.»

Stiftung ermöglicht Wohnraum

Gesagt, getan: Zusammen mit weiteren Personen hat Ziegler 2010 eine Arbeitsgruppe zum Thema Wohnen im Alter ins ­Leben gerufen, aus der ein Jahr später die Stiftung Wohnen in Seelisberg entstanden ist. Schnell wurde klar: Der Neubau eines Alters- und Pflegeheims würde jährlich ein sechsstelliges Loch in die Gemeindekasse reissen. Der Stiftungsrat unter der Leitung von Ziegler hat daraufhin verschiedene Standorte für altersgerechte Kleinwohnungen geprüft. An der Dorfstrasse 59, wo bis dahin das Restaurant Alpenblick stand, fand die Stiftung 2014 schliesslich einen Standort für ein Wohngebäude, der für das Anliegen geradezu ideal ist, wie Ziegler erklärt. «Er liegt im Kern des Oberdorfes, nur wenige ­Meter vom Dorfplatz entfernt und in unmittelbarer Nähe zur Busstation, dem Dorfladen, der Bank und der Post.»

Das ausgearbeitete Projekt «Wohnen im Alpenblick» mit sieben Alterswohnungen überzeugte schliesslich sowohl die Gemeinde als auch Gönner und Spender: Sie sprachen rund 1,5 Millionen Franken für den Neubau, der 3,5 Millionen Franken kostet. So konnte Ende 2016 mit dem Aushub und Mitte März 2017 mit den Baumeisterarbeiten begonnen werden. Mitte Januar nun steht Ziegler vor dem fast ­fertigen Wohnhaus. Noch verdecken Baugerüste das Gebäude, und im Innern werden noch die letzten Böden verlegt. Trotzdem führt Ziegler bereits stolz durch die sieben neu entstandenen ­Alterswohnungen. Sie alle sind barrierefrei, modern und hell gestaltet. Im Erdgeschoss wurde ausserdem ein Gemeinschaftsraum errichtet, den die Bewohner, aber auch Externe nutzen können. Ziegler hofft hier auf die Initiative der Bevölkerung, den Raum mit privaten und öffentlichen Anlässen als Kontaktplattform zu etablieren.

Ziegler ist mit dem Resultat zufrieden. Einzig die Balkone stören ihn ein wenig. Aus heimatschutzrechtlichen Gründen durften am Gebäude keine Balkone angebaut werden; stattdessen wich man auf gedeckte, in die Fassade eingelassene Lodges um.

Dass die künftigen Bewohner dadurch weniger Sonne abkriegen, findet der Stiftungsrats­präsident schade. «Hier hätte man die Gesundheit dem Heimatschutz überordnen können», findet Ziegler. Die künftigen Bewohner scheint dies jedoch nicht zu stören. So sind vier der sieben Wohnungen bereits vor Fertigstellung vergeben und werden ab 1. März bezogen.

Seelisberger ab 63 Jahren haben Vorrang

Die Alterswohnungen in Seelisberg kosten monatlich zwischen 830 Franken (2,5-Zimmer-Wohnung) und 1190 Franken (3,5 Zimmer), die Nebenkosten nicht mit eingerechnet. Dadurch hat die Stiftung Wohnraum geschaffen, der – verglichen mit anderen Wohnungen und angesichts des Neubaustandards – kostengünstig ist.

Damit das Angebot auch wirklich der älteren Dorfbevölkerung zugutekommt, hat die Stiftung ein Reglement erlassen. So werden die Wohnungen grundsätzlich an Personen ab 63 Jahren vermietet. Bei Ehepartnern oder Partnerschaften muss eine Person das Alter 63 plus aufweisen. In begründeten Fällen, wenn zum Beispiel die Wohnungen nicht an die vom Alter her in Frage kommenden Personen vermietet werden können, kann der Stiftungsrat von der Regel abweichen. Dies allerdings mit zwei Vorbehalten, wie Ziegler erklärt: «Muss eine Wohnung in einem solchen Fall an Jüngere vermietet werden, werden die Mieten entsprechend erhöht.» Und sobald sich ein Mieter findet, der den Anforderungen entspricht, muss der Jüngere das Feld räumen.

Auch bei den Mietern gibt es Einschränkungen beziehungsweise eine klare Prioritätenliste. So haben Personen mit Wohnsitz in Seelisberg Vorrang. Jene, die innerhalb der vergangenen fünf Jahre aus Seelisberg weggezogen sind, vorher aber mindestens fünf Jahre dort gewohnt haben, geniessen zweite Priorität, gefolgt von Eltern von Einwohnern von Seelisberg, die zurzeit auswärts wohnen. Gibt es mehr Interessenten als Wohnungen, wird eine Warteliste geführt.

Ob eine solche nötig ist, wird sich am Samstag, 20. Januar, zeigen. Zu diesem Zeitpunkt lädt der Stiftungsrat die Seelisberger Bevölkerung von 13 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein und bietet ihr so die Möglichkeit, sich selber ein Bild der entstandenen Wohnungen zu machen. Ziegler hofft, dass dann auch noch die drei freien Wohnungen an den Seelisberger beziehungsweise die Seelisbergerin gebracht werden können.

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