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SEELISBERG: «Ertrunkenes» Mädchen starb an einem Herzfehler

Eine 11-Jährige ist im August beim Baden gestorben. Nach wie vor kursieren Gerüchte um ihren Tod. Ein rechtsmedizinisches Gutachten räumt die jetzt aus.
Aus dem Seelisbergsee wurde die elfjährige J. M. geborgen. Sie verstarb später aufgrund eines Herzfehlers im Spital. (Bild Seelisberg Tourismus)

Aus dem Seelisbergsee wurde die elfjährige J. M. geborgen. Sie verstarb später aufgrund eines Herzfehlers im Spital. (Bild Seelisberg Tourismus)

Knapp ein halbes Jahr ist vergangen, seit die elfjährige J. M.* aus dem Emmental BE im Seeli in Seelisberg gestorben ist (wir berichteten). Anfänglich ging man davon aus, dass das Mädchen beim Schwimmen ertrunken ist. Die gerichtsmedizinische Untersuchung hat jetzt die Todesursache geklärt: J. M. ist aufgrund eines Fehlers im Herzreizleitungssystem gestorben. Das sind Muskeln, die für den Herzrhythmus zuständig sind.

Mutter: «Gerede soll aufhören»

In diesem Tagen informiert M. M.*, die Mutter des Mädchens, via Schulleitung die Klassenkameraden, deren Eltern und die Lehrer über die Ergebnisse dieser Untersuchung. «Es ist uns wichtig, dass wir offene Fragen beantworten können», sagt die Mutter. «Und wir wollen, dass mit dieser abschliessenden Information das Gerede und die Spekulationen um den Unfall aufhören.»

Am 6. August dieses Jahres war das Mädchen mit ihrer Familie auf dem Camping in Seelisberg in den Ferien. Als J. M. vom Floss ins Wasser eintauchte, erlitt sie Herzrhythmusstörungen, die im weiteren zur Ohnmacht geführt haben, schreibt die Mutter in ihrem Brief. Weiter hält sie fest, «dass alle menschenmöglichen Erste-Hilfe-Massnahmen den Tod von J. M. nicht hätten verhindern können».

Resultat erstaunt Betreiber nicht

Maya Tramonti, Verantwortliche des Campingplatzes und der Badi in Seelisberg, ist ob der neuen Erkenntnisse nicht erstaunt: «Das Mädchen war nur zirka 10 Sekunden unter Wasser und wurde sofort reanimiert. Dass sie ertrunken ist, war für uns von Anfang an eher unwahrscheinlich. Zudem war ein Arzt vor Ort, der professionelle Hilfe leisten konnte.» Die Aufsichtsperson der Badi, ein 19-jähriger Mann, habe korrekt und schnell gehandelt. Trotzdem habe er sich lange hinterfragt, ob er richtig agiert habe, sagt Tramonti. «Er hat aber nach dem schrecklichen Vorfall wieder gearbeitet.» Dass jetzt klar ist, dass der Tod des Mädchens aufgrund eines Herzfehlers erfolgt ist, «wirkt beruhigend», sagt sie. Ausserdem «macht es einem klar, wie viel Glück man in den vergangenen Jahren gehabt hat».

Maya Tramonti, die den Campingplatz und die Badi seit 25 Jahren führt, hatte bis im August 2015 noch nie einen Badeunfall mit schwerwiegenden Folgen.

Für die Familie der Elfjährigen hingegen macht die rechtsmedizinische Erkenntnis keinen Unterschied. «Wir haben zwar jetzt die Gewissheit, warum sie gestorben ist, doch die Trauer sitzt nach wie vor tief», sagt die Mutter. Seit kurzem ist auch die Schule, die das Mädchen besucht hat, informiert. Schulleiter Thomas Gerber erklärt, dass man den Kindern einfach den von den Eltern formulierten Brief abgegeben habe. «Wir wollen das schlimme Ereignis nicht mehr aufbauschen.» Er sei aber froh für die Familie und alle Beteiligten, dass nun Gewissheit herrsche und die Belastung in Form von etwaigen Schuldgedanken wegfalle.

Experte rät zur Herzmassage

Matthias Gass, Kardiologe des Kinderspitals Zürich, sagt, dass es in einem solchen Fall äusserst wichtig sei, sofort mit der Herzmassage zu beginnen. «Unter Umständen kann das Leben mit dieser Massnahme noch gerettet werden. Ist ein Defibrillator vorhanden, soll man diesen ebenfalls einsetzen.» Für Angehörige, die ein Familienmitglied aufgrund einer Herzerkrankung verloren haben, sei es wichtig, ihr Herz untersuchen zu lassen. Einige Herzerkrankungen würden nämlich vererbt.

Yasmin Kunz

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