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SEELISBERG: Gedenkfeier zu General Guisans Standpauke

Vor 75 Jahren am 25. Juli hat der Schweizer General Henri Guisan auf dem Rütli seinen Offizieren die Strategie zum Armee-Rückzug in die Berge erklärt. An der diesjährigen Gedenkfeier will die Offiziersgesellschaft den Réduit-Gedanken aber nicht wieder aufleben lassen.
General Guisan stattete am 7. September 1945 der Urner Regierung seinen Abschiedsbesuch ab. (Bild Richard Aschwanden)

General Guisan stattete am 7. September 1945 der Urner Regierung seinen Abschiedsbesuch ab. (Bild Richard Aschwanden)

Der Rütli-Rapport vom 25. Juli 1940 nimmt in der Schweizer Geschichte des Zweiten Weltkrieges eine herausragende Stellung ein. General Henri Guisan war nach seiner Ansprache, die drei Tage später bekannt gemacht wurde, in einer von Unsicherheit geprägten Zeit für viele Schweizer zum Symbol des nationalen Unabhängigkeitswillens geworden.

Guisan rief in seiner frei gehaltenen Rede die auf der Rütliwiese im Halbkreis versammelten 600 Truppenkommandanten entschlossen zum Zusammenhalt und Widerstand auf. Gleichzeitig erläuterte er erstmals die Idee des Réduitsystems: Die Armee sollte in den schwer zugänglichen Alpenraum zurückgezogen werden, wobei Beherrschung oder Zerstörung der Alpentransversalen als Faustpfand zu dienen hatten.

Feier mit 400 Gästen

Am 75. Jahrestag des Rapports findet am Samstag in einer Woche am Vierwaldstättersee eine Gedenkfeier statt, an der unter anderem Bundesrat Ueli Maurer als Redner teilnehmen soll. Die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) erwartet auf dem Rütli rund 400 geladene Gäste aus Armee, Politik und Gesellschaft, darunter viele aktive Militärs und junge Offiziere.

Der Anlass solle keine rückwärtsgewandte Veranstaltung werden, bei der dem Réduit-Gedanken neues Leben eingehaucht werde, sagte SOG-Generalsekretär Daniel Slongo auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es gehe vielmehr um die Frage, wie Guisans Tat in einer ausserordentlichen Situation auf die heutige Zeit übertragen werden könne, und wie heute mit den neuen sicherheits- und armeepolitischen Herausforderungen umzugehen sei.

Die Gäste werden mit zwei Schiffen zwischen Luzern und dem Rütli transportiert. Darunter ist auch der Raddampfer «Stadt Luzern», an Bord dessen seiner Zeit General Guisan und die Spitze der Armee zum Rütli-Rapport gefahren waren. Auf dem Schiff erinnert eine Relieftafel mit Guisans Profil an den Anlass.

Verunsicherte Schweiz

Guisans Rütli-Rapport fiel in eine Zeit, als nach dem Fall Frankreichs im Juni 1940 und die «Einkreisung» der Schweiz durch Nazideutschland und das faschistische Italien in weiten Teilen der Bevölkerung, der Behörden und der Armee Verunsicherung herrschte.

So hatte der damalige Bundespräsident Marcel Pilet-Golaz am 25. Juni eine nebulöse Radioansprache gehalten, die man als Beginn einer Abwendung von der Demokratie verstehen konnte. Zur Verunsicherung trugen auch die Anfang Juli angeordneten Entlassungen von Truppenteilen bei.

1985 wurden Manuskripte zu Guisans Rütli-Ansprache bekannt, die zeigen, dass ursprünglich auch kritische Bemerkungen über das Parteienwesen und den Parlamentarismus vorgesehen waren.

Als Nächstes folgte der Anbauplan

Der Rückzug ins Réduit, der bereits mehrere Tage vor dem Rapport anlief, war nicht unumstritten. Das Mittelland mit dem Gros der Bevölkerung und der Industrie wäre dem Feind überlassen worden. Ausserdem war das Alpenréduit erst Monate später wirklich verteidigungsbereit.

Zudem protestierten die Achsenmächte gegen die öffentliche Kundgebung des Schweizer Generals. Sie befürchteten, dass er damit die öffentliche Meinung gegen sie aufhetzte.

Auf den Rütli-Rapport folgte am 15. November 1940 als wirtschaftliches Pendant der von Friedrich Traugott Wahlen in Zürich vorgestellten Anbauplan. Der damaligen Chef der Sektion für landwirtschaftliche Produktion beim Bund und spätere Bundesrat zeigte vor Landwirten auf, dass es möglich und auch nötig sei, dass sich die Schweiz zur Hauptsache oder ganz aus dem eigenen Boden ernähren müsse.

sda

Der künstliche Nebel einer Rauchpetarde verbreitet sich 1940 im Urner Gelände. (Bild Staatsarchiv Uri)

Der künstliche Nebel einer Rauchpetarde verbreitet sich 1940 im Urner Gelände. (Bild Staatsarchiv Uri)

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