Seelisberg: Schnee- und Gerölllawine reisst 57-Jährige mit

Oberhalb von Seelisberg ist eine Wanderin am Mittwoch von Schnee und Geröll erfasst worden. Sie musste mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein ausserkantonales Spital geflogen werden. Der Schweizer Alpen-Club SAC mahnt zur Vorsicht bei Bergwanderungen.

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Die Rega flog die schwer verletzte Frau in ein ausserkantonales Spital. (Bild: Anthony Anex/Keystone

Die Rega flog die schwer verletzte Frau in ein ausserkantonales Spital. (Bild: Anthony Anex/Keystone

(pd/pz) Das Ereignis geschah am Mittwochmorgen kurz nach 10 Uhr. Ein Ehepaar begab sich auf den Abstieg vom Niederbauen Chulm Richtung Weid ob Seelisberg. Sie befanden sich in einem Couloir auf dem blau-weissen Gebirgswanderweg als sich oberhalb eine Schnee- und Gerölllawine löste und die 57-jährige Frau rund 35 Meter mitriss. Der Mann wurde durch herunterfallende Steine leicht verletzt und alarmierte umgehend die Rettungskräfte.

Wie aus einer Mitteilung der Kantonspolizei Uri hervorgeht, konnte die verschüttete Frau durch die Rega mithilfe von zwei Rettungsspezialisten Helikopter (RHS) geborgen werden. Sie wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein ausserkantonales Spital überflogen.

Altschneefelder sind grosse Gefahrenquelle

Der Schweizer Alpen-Club SAC macht in einer Mitteilung darauf aufmerksam, dass in höheren Berglagen noch überdurchschnittlich viel Schnee liegt. Für die vielen Bergwanderer würden Altschneefelder eine erhebliche Gefahrenquelle darstellen. «Höchste Aufmerksamkeit ist geboten, wenn das Schneefeld in einer Geröllhalde ausläuft, über Felsstufen führt oder wenn unter dem Schnee ein Bach durchfliesst», schreibt der SAC.

Tipps für die Sicherheit am Berg:

  • Plane deine Tour sorgfältig. Informiere dich über die Verhältnisse (Webcams, Bergbahnen, Tourismusbüros) und studiere den Wetterbericht.
  • Bleib auf markierten Wegen.
  • Beurteile vor dem Betreten eines Schneehanges die Situation kritisch. Am Morgen und in Schattenlagen sind diese oft noch sehr hart und bieten kaum Halt beim Gehen. Entsprechend ist die Ausrutschgefahr hoch.
  • Schneefelder über Bergbäche sind ebenfalls kritisch zu beurteilen. Dies vor allem, wenn der Schnee aufgeweicht wird. Wenn unter dem Schnee das Wasserrauschen zu hören ist, besteht Einbruch- und Ertrinkungsgefahr. Das Queren sollte gemieden werden.
  • Bergschuhe bieten dir einen besseren Halt als einfache Trekkingschuhe.
  • Wanderstöcke verbessern das Gleichgewicht, wirken aber im Falle einer Rutschfahrt kaum als Bremsmittel. Ein einfacher Eispickel kann hier gegebenenfalls gute Dienste leisten.
  • Kehre im Zweifelsfall besser um.

Weitere Informationen zum Thema Sicherheit im Bergsport gibt es auf der SAC-Website.