Seelisberg verabschiedet das Jahr auf mystische Art

400 Mitwirkende und Hunderte Zuschauer: Der Seelisberger Umzug zum Jahresende beeindruckte am Samstag.

Christoph Näpflin
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Zum Jahresausklang waren die Seelisberger Trychler zu hören.
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Am Seelisberger Umzug war auch der Kanton Nidwalden vertreten.
400 Mitwirkende zogen durchs Dorf von Seelisberg.
Die Nidwaldner Trychler.
Eine Yffele zeigte den Rütlischwur.
Nidwaldner Trychler.
Auch des Samichlaus und Engeli waren zugegen.
Die Seedorfer Trychler.
Eine besonders schöne Yffele. Im Hintergrund die Kirche von Seelisberg.

Zum Jahresausklang waren die Seelisberger Trychler zu hören.

Bild: Christoph Näpflin

Seit bald 30 Jahren organisieren die Seelisberger Trychlergruppen einen farbenfrohen und eindrücklichen Umzug zum Jahresende. Am Silvester 1990 fand der Umzug zum ersten Mal statt und war gedacht als Startschuss für das 700-Jahr-Jubiläum der Schweiz. Daraus hat sich eine nun bald 30-jährige Tradition entwickelt, welche jedes Jahr einige Hundert Gäste in ihren Bann zieht.

Bei idealen Wetterbedingungen fanden sich entlang der 2,5 Kilometer langen Umzugsroute vom Seelisberger Oberdorf zum Bahnhofplatz und zurück zum Schulhausplatz über 600 Personen ein. «Es hat uns Mitwirkenden bei dieser grandiosen Kulisse viel Spas bereitet, durch Seelisberg zu ziehen und mit unserem Brauchtum den vielen Gästen aus dem In- und Ausland Freude zu bereiten», erklärte einer der fast 400 Mitwirkenden am Umzug. Diese stammten aus der ganzen Zentralschweiz.

Glockenklang und Licht verzaubern die Besucher

Neben den verschiedenen Trychlerformationen fanden die «Geisle-Chlepfer» und vor allem auch die schmucken «Yffelen» bei den Besuchern grossen Anklang. «Was sagen eigentlich eure Kühe dazu, dass Ihr ihnen die Glocken für den Umzug ausborgt», wollte eine Touristin von einem Trychler wissen, welche diesen Brauch zum ersten Mal in ihrem Leben mitverfolgte. Die Glocken, die von weitem zu hören waren und so eine mystische Stimmung verbreiteten, wurden immer lauter. Die von Hand gefertigten Yffelen mit ihren ganz unterschiedlichen Motiven und Farben sorgten dann auch bei einigen Zuschauern für Gänsehaut. «Ich bin tief beeindruckt von diesem Umzug und bin froh, dass ich das einmal erleben durfte», freute sich ein älterer Gast aus Deutschland. Beim Festabend in der Turnhalle und im Festzelt blieb kaum ein Platz leer. Bei Ländlermusik und vielen «Kaffee Fertig» genossen die Mitwirkenden und Zuschauer gemeinsamen einen unbeschwerten Abend. «Unser Einsatz und die Arbeit von über 100 Freiwilligen hat sich gelohnt», sagte Jörg Näpflin seitens des Fest-OK. «Alles ist reibungslos abgelaufen, wir hatten viele Besucher und eine tolle Feststimmung. Es gab keine Vorfälle, was ebenfalls sehr erfreulich ist.» Kurz vor Sonntagmittag war dann auch bereits wieder alles aufgeräumt und die letzten Schlachtenbummler machten sich auf den Heimweg.