SEELISBERG/BÜRGLEN: Pfarrer Chidi ist fristlos entlassen worden

Weil er ein Hilfsprojekt in Nigeria unterstützen wollte, bediente sich Pfarrer Chidi mehrmals eigenhändig von der Kirchenkollekte. In Afrika sei das so üblich, sagt er.

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Freigestellt: Der aus Nigeria stammende Leonard Chidi Ilechukwu. (Bild Roli Gnos/Neue UZ)

Freigestellt: Der aus Nigeria stammende Leonard Chidi Ilechukwu. (Bild Roli Gnos/Neue UZ)

In Seelisberg und Bürglen ist man entsetzt: Der allseits beliebte Pfarrer Chidi (39) hat mehrmals Geld aus der Kirchenkollekte gestohlen. Der Pfarrer aus Nigeria ist geständig. Nach eigenen Angaben hat er rund 900 Franken entwendet, 470 Franken in Seelisberg, 430 Franken in Bürglen. Ein Verfahren wegen Diebstahl wurde eingeleitet. Wieviel Geld der Pfarrer tatsächlich entwendet hat ist unklar und schwer nachzuweisen.

Die beiden Pfarreien reagierten umgehend: In Bürglen wurde Pfarrer Chidi bereits fristlos entlassen und auch in Seelisberg muss er bald gehen. «Pfarrer Chidi wird diese Gemeinde verlassen müssen», sagte der Urner Generalvikar Martin Kopp am Freitag auf Anfrage. «Aber wir wollen ihm einen anständigen Abschied ermöglichen.»

Wasser-Projekt in Nigeria
Mit dem entwendeten Geld wollte Chidi gemäss eigenen Angaben zum Bau eines Wasser-Projekts in seiner Heimatstadt Achi in Nigeria beitragen. Dort ist das Wassersystem schlecht ausgebaut. Die Gesamtkosten des Projekts hätten gemäss Chidi rund 43'000 Franken betragen. Offenbar hat Chidi an dieses Projekt auch aus seinem privaten Vermögen gespendet.

In seinem Schreiben entschuldigte sich Pfarrer Chidi bei seiner Gemeinde: «Ich gebe zu, dass ich einen grossen Fehler begangen habe. Es tut mir von Herzen leid. Ich möchte kein Dieb sein.» Weiter schreibt Pfarrer Chidi aber auch: «Während richtige Diebe ihre Beute meistens für andere Zwecke verwenden, habe ich die Kollekten wenigstens nicht für mich gebraucht, sondern für ärmere Menschen der Weltkirche.»

Philipp Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.