Seelisberger Neuorganisation
hat sich bewährt

Die Stimmberechtigten wollen die Versammlungen der Einwohner-, Bürger- und Kirchengemeinde nicht trennen. Die Bürgergemeinde will sich gegen Ideen der Korporation Uri zur Wehr setzen.

Christoph Näpflin
Drucken
Teilen
In Seelisberg sollen die Versammlungen der Einwohner-, der Kirch- und der Bürgergemeinde nach wie vor am gleichen Abend stattfinden. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 12. Mai 2018)

In Seelisberg sollen die Versammlungen der Einwohner-, der Kirch- und der Bürgergemeinde nach wie vor am gleichen Abend stattfinden. (Bild: Christoph Näpflin, Seelisberg, 12. Mai 2018)

Seit dem 1. Januar 2018 ist die neue Seelisberger Gemeindeorganisation in Kraft. Es sind auch nur noch fünf Gemeinderäte im Amt, die sich vor allem um strategische Belange der Gemeinde kümmern. „Die Neuorganisation hat sich gut eingelebt», fasste Gemeindepräsidentin Judith Durrer die guten Erfahrungen mit der Neuorganisation an der Gemeindeversammlung vom Freitag zusammen. «Wir mussten nur ein paar kleine Anpassungen in der Praxis vornehmen.»

Die 54 Versammlungsteilnehmer mussten über die total revidierten Verordnungen zur Gästetaxe, über den Feuerschutz und über die Entschädigung der Behörden befinden. Sie wünschten dabei weder zur Erhöhung der Amts- und Sitzungspauschalen von Behörden und Kommissionen noch zur Erhöhung der Gästetaxe um 50 Prozent das Wort.

Mehr Finanzsicherheit erwartet

Die Budgets 2019 der Einwohner- und der Kirchengemeinde weisen im Vergleich zu 2018 eine fast unveränderte Ausgangslage aus. Während die Einwohnergemeinde bei einem Aufwand von 2,77 Millionen Franken einen Verlust von 63‘000 Franken vorsieht, fehlen bei der Kirchengemeinde 17‘400 Franken, dies bei einem Aufwand von 286’000 Franken. Obwohl erstmals mehr Seelisberger als Emmetten Schüler in der Kreisschule in Emmetten unterrichtet werden, dürften die Bildungskosten tiefer ausfallen als im Vorjahr. „Unsere Finanzplanung hat bis jetzt auf Schätzungen der Kommission beruht. Neu werden die Kosten zukünftiger Projekt vertieft mit einer externen Firma abgeklärt», erläuterte die Gemeindepräsidentin das neue Vorgehen. «So erhalten wir eine grössere Finanzsicherheit.» Aus diesem Grund werden im Jahr 2019 nur Investitionen in eine neue Tourismusattraktion in Seelisberg in Form einer Geschichtsreise durch das Dorf und in den Unterhalt des Wasserversorgungsnetzes vorgenommen. Die Steuersätze bleiben bei der Einwohner- und der Kirchengemeinde unverändert.

Oswald Ziegler konnte an der Versammlung von einem erfreulichen Rechnungsabschluss der Stiftung Wohnen in Seelisberg berichten. «Wir haben etwas Grosses auf die Beine gestellt», betonte er. «Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass der Betrieb auf lange Zeit sichergestellt ist», erläuterte der Stiftungspräsident die noch offenen Arbeiten.

Am bisherigen System wird festgehalten

Die Vertreter der Kirchen- und der Bürgergemeinde Seelisberg, die jeweils direkt im Anschluss an die Einwohnergemeinde ihre Versammlung abhalten, wollen das System beibehalten, obwohl alle drei Versammlung hintereinander oft bis in die späten Nachtstunden andauern. «Der Aufwand für eine getrennte Durchführung vergrössert sich, und wir befürchten, dass dann nur noch wenige Bürger unsere Versammlung besuchen werden», argumentierte Edy Huser, Präsident der Kirchgemeinde Seelisberg. Auch die Versammlungsteilnehmer konnte sich mit der Idee einer Trennung nicht anfreunden.

Sonderrecht soll nicht gestrichen werden

Rafael Ziegler berichtete anlässlich der Bürgergemeindeversammlung von einem erfolgreichen Alpsommer und vielen Bautätigkeiten auf der Alp Matten. «Wir zählen auf die Unterstützung der Bürger gegen das Vorgehen der Korporation Uri, die uns einfach ein Sonderrecht auf den Erlös aus den Sonderallmenden in Seelisberg streichen will», betont er. Auf jeden Fall kann er auf die Unterstützung der Bürgergemeinde zählen, die nicht kampflos zulassen will, dass wie bei anderen Bürgergemeinden die letzten noch verbliebenen Erträge für die örtlichen Bürgergemeinden einfach so wegfallen.