Seelisberger «Riesen-Egli» sollen untersucht werden

Die Sorge von Fischereiaufseher Peter Hauser um die grossen Egli im Seelisbergsee stösst auf offene Ohren. Sein Antrag, die Situation zu untersuchen, wurde vom Urner Fischereiverein gutgeheissen. Nun liegt der Ball bei der Fischereiverwaltung.

Carmen Epp
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Kevin Epp hat am 23. und 24. Mai 2017 im Seslisbergersee zwei Egli mit einer Länge von 52 respektive 50 Zentimetern gefangen. (Bild: PD)

Kevin Epp hat am 23. und 24. Mai 2017 im Seslisbergersee zwei Egli mit einer Länge von 52 respektive 50 Zentimetern gefangen. (Bild: PD)

Der Seelisbergsee ist bei Fischern äusserst beliebt, gelingen dort doch immer wieder auch aufsehenerregende Fänge. Vor allem die Erfolgsmeldungen von Egli-Fischern machen regelmässig von sich reden.

So holte etwa Kevin Epp im Juli 2017 während zweier aufeinanderfolgender Tage Eglis mit 50 und 52 Zentimetern Länge aus dem Seelisbergsee und schaffte es damit auf die Rekordliste des Schweizer Fischermagazins «Petri-Heil».

Eigenständige Population in ihrer Existenz bedroht

Einer, der den Seelisbergsee und die Fangmeldungen als langjähriger Fischereiaufseher bestens kennt, ist Peter Hauser. Der Einheimische ist überzeugt, dass es sich bei den grossen Egli im Seelisbergsee um eine eigenständige, sogenannt endemische Population handelt. Die zeichne sich durch eine überdurchschnittlich grosse Anzahl grosswüchsiger Fische von 45 bis 50 Zentimetern Länge aus.

Und obwohl die Egli im Seelisbergsee deutlich grösser sind als üblicherweise – die durchschnittliche Länge eines Eglis liegt bei 25 Zentimetern –, sieht Hauser die «Riesen-Egli» in Gefahr. Der Grund: Die Laube, ein Laichfresser, der früher im Seelisbergsee nicht vorkam und sich gemäss Hauser «massenhaft» vermehrt, mache den Egli zu schaffen. Der Fischereiaufseher sieht die Egli-Population im Seelisbergsee in ihrer Existenz bedroht, befürchtet gar «ein Aussterben in naher Zukunft».

Untersuchung soll Aufschluss geben

Um herauszufinden, ob seine Annahmen zutreffen oder nicht, braucht es eine wissenschaftliche Untersuchung. Nachdem Hauser gemäss eigenen Angaben bei den verantwortlichen Personen während mehrerer Jahre «gegen Windmühlen» für dieses Anliegen angekämpft hat, erhält er nun Unterstützung vom Urner Fischereiverein. Der hat an seiner GV vom vergangenen Samstag einen Antrag von Hauser diskussionslos und einstimmig gutgeheissen.

Demzufolge empfiehlt der Urner Fischereiverein der Urner Fischereiverwaltung, eine wissenschaftliche Untersuchung der Egli-Situation im Seelisbergsee in Auftrag zu geben. «Die Untersuchung soll insbesondere Aufschluss geben, ob der Bestand der Egli-Population gefährdet ist und allenfalls entsprechende Massnahmen zu ergreifen sind», so der Antrag im Wortlaut.

Nun liegt es an der Urner Fischereiverwaltung, das Anliegen von Hauser und des Fischereivereins an die Hand zu nehmen.