Altdorfer Senioren feiern Kaffeechränzli-Jubiläum

Abwechslungsreiche Musik, dazu viel Unterhaltung begeisterten die 329 Seniorinnen und Senioren an der 50. Auflage des Kaffeechränzlis – so viele, wie noch nie. Dabei wartete ein Überraschungsgast auf die Besucher.

Paul Gwerder
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Sie wurden am Jubiläums-Kaffeechränzli speziell geehrt; vorne von links: Margarita Aschwanden, Ehrengast Max Dätwyler, Dora Tschanz und Willy Scheuermeier; hinten von links: Maria Jauch, Maria Wild und Katharina Brand. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Oktober 2018)
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Sepp Nell moderierte das Kaffeechränzli. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Oktober 2018)
Kurt Zurfluh erinnerte an frühere Zeiten. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Oktober 2018)
Hanspeter Müller-Drossaart sorgte als Überraschungsgast für Unterhaltung. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Oktober 2018)
Die Schächentalermeitli unterhielten die Gäste mit dem Schwyzerörgeli. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Oktober 2018)
Die Musikformation Almakaba spielte alte bekannte Lieder. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Oktober 2018)

Sie wurden am Jubiläums-Kaffeechränzli speziell geehrt; vorne von links: Margarita Aschwanden, Ehrengast Max Dätwyler, Dora Tschanz und Willy Scheuermeier; hinten von links: Maria Jauch, Maria Wild und Katharina Brand. (Bild: Paul Gwerder, Altdorf, 3. Oktober 2018)

Das Datum des Kaffeechränzlis streichen die über 70-jährigen Altdorferinnen und Altdorfer in der Agenda jeweils rot an. Nur so ist zu erklären, dass am Mittwochnachmittag der mit 50 Ballons und vielen Blumen wunderschön geschmückte «Uristier»-Saal wieder bis auf den letzten Platz besetzt war. Zur 50. Auflage des Kaffeechränzlis sind 329 Seniorinnen und Senioren, so viele wie noch nie, gekommen, darunter sogar 95 Personen, die über 85 Jahre alt sind.

Besonders begrüsste Moderator Sepp Nell rund zwei Dutzend Gäste, darunter die Mitglieder der Dätwyler Stiftung, insbesondere auch Dr. Max Dätwyler, die den Traditionsanlass finanzieren. Drei junge «Schächentalermeitli» eröffneten den unterhaltsamen Nachmittag mit dem Schwyyzerörgerli und spielten zuerst das bekannte Urner Lied «Zoogä-n-am Boogä».

10'000 Altdorfer zusammengebracht

«Wenn jemand lange genug geredet hat, kommt dieser Person sicherlich noch in den Sinn, was er sagen wollte», mit diesen Worten kam Kurt Zurfluh zum Rückblick auf die 50-jährige Geschichte des Altdorfer Kaffeechränzlis: «Am 15. Februar 1968 sind in Altdorf zum ersten Mal die Jahrgänger mit dem Geburtsjahr 1895 und älter in das Personalhaus der Dätwyler AG eingeladen worden. Damals sind 130 Personen der Einladung gefolgt und das Fest hatte Direktorin Selina Dätwyler-Gamma bezahlt», erzählte Zurfluh. Die Initiantin des bis heute sehr beliebten Anlasses war Frieda Ranalder, welche im Jahr 1958 von Zürich nach Altdorf gezogen war. Sie hat sich in zahlreichen Vereinen engagiert, so im Katholischen Frauenbund, und organisierte Altersnachmittage und Jassrunden. 1975 hatte sie ausserdem die Idee, einen Mahlzeitendienst aufzuziehen.

In all diesen Jahren sind rund 10'000 Altdorferinnen und Altdorfer im «Uri-stier»-Saal gewesen, wo sie einen lustigen Nachmittag erleben und dazu ein feines «Zaabig» geniessen konnte. «Es nützt die beste Idee nichts, wenn niemand da ist, der zahlen will oder kann», besagt ein Sprichwort. Das war aber in Altdorf nicht der Fall, denn die Dätwyler Stiftung trat vom ersten Anlass bis heute immer als grosser Sponsor auf.

Während des ganzen Nachmittags spielte eine seltsame Kombination unter dem Namen «Almakaba» alte bekannte Melodien. Die vier Musikanten Fredy Schilter, Engelbert Baumann, Marcel Isenschmid und «Beck Brosis Sepps Kari» (Karl Gisler) verstanden es mit ihrer Musik, Stimmung in den Saal zu bringen. Und bei vielen bekannten Liedern wurde kräftig mitgesungen.

Hanspeter Müller-Drossaart bringt die Menschen zum Lachen

Überraschungsgast an der Veranstaltung war der bekannte Schauspieler mit Urner Wurzeln, Hanspeter Müller-Drossaart. «Als ich als kleiner Knabe von Obwalden nach Erstfeld kam, wusste ich nur soviel von diesem Dorf, dass dort 80 Prozent bei der Bahn arbeiteten. Das waren noch Zeiten, als die ganze Nacht rangiert wurde und ich glaubte damals, dies sei die Zukunft», erinnerte sich der Schauspieler. «Hier unter uns, war früher ein Schwimmbad und das hat mein Vater geplättelt.» Bei seinen zahlreichen Auftritten erzählte er Geschichten aus seinem Buch «Gredi üüfe». Und mit seinen Witzen in verschiedenen Urner Dialekten unterhielt er die Menschen im Saal so sehr, dass die sich manchmal vom Lachen kaum mehr erholen konnten.

Es durften aber auch ein paar besinnliche Worte vom ehemaligen Altdorfer Pfarrer Arnold Furrer nicht fehlen. Danach servierte die Crew um Antoinette Arnold und Cyrill Amherd Kartoffelsalat mit Beinschinken und zum Dessert einen Kaffee mit einem Stück Torte.

Zu den Höhepunkten des unterhaltsamen Nachmittags gehört die traditionelle Ehrung der ältesten Teilnehmer ab 85 Jahren. 95 Frauen und Männer, viele davon noch recht rüstig, erhielten alle ein Glas Urner Bienenhonig. Die ältesten Teilnehmerinnen wurden danach noch speziell geehrt. 

«Es hat mir mächtig Spass gemacht, das Altdorfer Kaffeechränzli zum zweiten Mal zu moderieren», sagte Sepp Nell zum Schluss. «Ich hatte während des ganzen Nachmittags ein super Gefühl. Auch wenn der Zeitdruck natürlich da war, aber das konnte ich locker wegstecken.»