Interview

Seven und Philipp Fankhauser treten auf – aber erst 2021

Das Tonart-Festival wird auf April kommenden Jahres verschoben. Die beiden Hauptacts haben bereits zusichert.

Markus Zwyssig
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Schweren Herzens müssen die Veranstalter das Tonart-Festival absagen. Die Konzerte von Seven und Philipp Fankhauser sollen im kommenden Jahr am 9. und 10. April stattfinden. Der 41-jährige Seven, der eigentlich Jan Dettwyler heisst, ist in den Sparten R&B und Soul zu Hause. Im Gespräch mit der Urner Zeitung spricht er über seine Pläne, die Fernsehshow und die neuen Songs auf Deutsch.

Seven bei seinem Auftritt 2017 im Theater Uri.

Seven bei seinem Auftritt 2017 im Theater Uri.

Bild: Urs Hanhart

Seven, das Tonart-Festival muss abgesagt werden. Was bedeutet das für Sie?

Das finde ich sehr schade. Klar ist aber nun, dass wir das Konzert verschieben und im kommenden Jahr nachholen werden.

Die strengen Massnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus treffen die Branche hart. Müssen Sie nun viele Konzerte absagen?

Altdorf wäre absolut das erste Mal, dass wir alle unsere neuen Songs des aktuellen Albums «Brandneu» gespielt hätten. Es gibt kein anderes öffentliches Konzert zurzeit. Erst im Sommer folgen verschiedene Auftritte an Open Airs.

Tickets gelten für 2021


Die Tickets fürs Tonart-Festival bleiben gültig und werden den Besuchern im Januar 2021 nochmals zugestellt. Philipp Fankhauser, Take This feat. Manu (The Gardener and the Tree) und Bubi Rufener (Bubi Eifach) treten am Freitag, 9. April 2021, auf. Seven und Take This mit verschiedenen Sängern sind am Samstag, 10. April 2021, zu hören. Auch Roger Rekless wird wieder dabei sein. Die Veranstalter setzen ein Zeichen der Solidarität: «Wir wollen Künstler, Veranstaltungsfirmen und andere Dienstleister, welche gegenwärtig mit finanziellen Einbussen existenziell getroffen werden, bereits dieses Jahr entschädigen.»

Beschäftigt sind sie zurzeit vor allem mit ihrer Fernsehshow. Was bedeutet diese Arbeit für Sie?

Das ist eine grosse Ehre für mich. Vor zwei Jahren wurde ich gefragt, ob ich die in Deutschland erfolgreiche Fernsehshow «Sing meinen Song» in der Schweiz als Gastgeber übernehmen möchte. Ich bin grundsätzlich ein vorsichtiger Mensch. Meine erste Reaktion war, dass das ein schlechter Plan sei und nur in die Hosen gehen könne. Weil die Schweiz viel kleiner ist als Deutschland, müssen wir immer aufpassen, dass wir uns nicht lächerlich machen. Ich zählte auf, was es alles brauchen würde, damit die Sendung gut wird. Da sagte die Produktionsfirma: Also gut, lass es uns gemeinsam machen.

Und da liessen Sie sich überreden?

Ein Jahr lang habe ich mitgearbeitet. Wir konnten an den neuralgischen Stellen die richtigen Leute setzen. Vom Sender TV 24 kam das Okay. Und nun bin ich sehr stolz, wie es herausgekommen ist.

Da haben Sie aber zurzeit viel um die Ohren, denn Sie haben ja auch ein neues Album veröffentlicht.

Ich habe gerne, wenn viel gleichzeitig läuft. Ich habe mich vor allem für die Fernsehshow richtig hinein gekniet und alles dafür gegeben. Wenn ich etwas anpacke, mache ich das entweder richtig oder gar nicht. Ich nehme mir entsprechend Zeit für «Sing meinen Song». Dazu kommen meine deutschen Songs. Meine Tour geht erst im Herbst los. Das gibt mir die Möglichkeit, mit vielen Leuten zu reden. So können wir den einen oder anderen gewinnen, das zu schauen und meine neue Musik zu hören.

Neu ist, dass Sie nun Ihre Songs auf Deutsch singen?

Alle, die mich in den vergangenen vier Jahren live erlebt haben, wissen, dass ich stets zwei bis drei Songs auf Deutsch gesungen habe. Deutsch war eh bereits ein Teil meiner Konzerte. Jetzt kommen vier bis fünf neue deutsche Songs dazu. Das Konzertgefühl ändert sich nicht komplett. Ich singe einfach ein bisschen mehr auf Deutsch.

Weshalb wenden Sie sich nun derart stark der deutschen Sprache zu?

Mir geht es beim Musikmachen stets um den Inhalt. Ich habe sehr viel Zeit in die deutschen Texte investiert, ohne zu wissen, ob ich sie jemals überhaupt veröffentlichen werde. Vor fast sechs Jahre sang ich erstmals «99 Luftballons» im deutschen Fernsehen. Das war das allererste Mal, dass ich Deutsch gesungen habe. Danach gab es immer wieder Gelegenheiten. Thomas D. hatte ein Feature auf meinem letzten Album. Bei der Single der Fanta 4 «Name drauf» sang ich auf Deutsch mit. Immer mehr wurden die deutschen Songs zum Thema. Da stellte ich mir die Frage, ob ich auch einen Song auch solo auf Deutsch machen kann. Für mich ist das der grösste Antrieb, etwas Neues zu lernen. Deshalb habe ich mich in das Abenteuer gestürzt.

Am Tonart-Festival in Altdorf sind sie ja auch schon aufgetreten. Was wird im kommenden Jahr anders als beim ersten Mal?

Letztes Mal waren wir zu dritt: Tasten, Gitarre und Gesang. Es war eine reduzierte Formation im Trio. Im kommenden Jahr wird die komplette Band dabei sein. Wir sind sieben Leute auf der Bühne mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards, DJ und Backgroundgesang.

Wird es funkiger?

Definitiv. Da kann mehr gefestet werden. Roseann Dimalanta kommt wieder, sie war ja schon beim ersten Mal mal mit dabei.