Interview

Stéphanie Berger: «Showbusiness ist eine der härtesten Branchen»

Stéphanie Berger ist seit 13 Jahren als Comedienne unterwegs. Am Samstag tritt sie in Andermatt auf und verspricht, Vollgas zu geben.

Markus Zwyssig
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Comedienne Stéphanie Berger sagt: «Das beste Marketing ist und bleibt aber immer noch die Mund-zu-Mund-Propaganda.»

Comedienne Stéphanie Berger sagt: «Das beste Marketing ist und bleibt aber immer noch die Mund-zu-Mund-Propaganda.»

Bild: Roger Zbinden (Zug, 16. September 2018)

In der Andermatt Concert Hall traten bisher vor allem Musiker auf. Nun aber bringen Stéphanie Berger und Charles Nguela das Publikum zum Lachen. Am Samstag, 28. Dezember, treten sie an der ersten Comedy Night auf und zeigen Highlights aus ihren Programmen. Berger ist schon seit 13 Jahren in der Comedy-Szene aktiv und ist mit ihrer vierten Show Aufbruch unterwegs.

Wie schwierig ist es, als Frau in der Komikerszene zu bestehen?

Stephanie Berger: Das empfinde ich als eine überholte Frage. Es geht nicht zwingend um die Geschlechter. Schlussendlich ist jemand einfach entweder lustig oder nicht. Da ist es egal, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Ich persönlich habe meinen Platz und mein Publikum gefunden und konnte mich etablieren. Diese Qualität musste ich mir über eine lange Zeit erarbeiten. Nach 13 Jahren darf ich mich professionelle Comedienne nenen – oder wie ich lieber sage – Entertainerin. Weil ich ja auch noch als Moderatorin tätig bin.

Sie sind bei Ihren Auftritten oftmals schonungslos offen. Ecken Sie da manchmal auch an?

Ich habe während meiner ganzen Karriere nicht sehr oft schlechtes Feedback bekommen. Weil ich eben echt bin und damit die Menschen auf emotionaler Ebene berühren kann. Ich glaube auch, dass ich mittlerweile als Comedienne geschätzt werde. Humor kann man mögen oder nicht, das ist reine Geschmackssache. Aber man kann mir mein Handwerk nicht absprechen. Mein Publikum ist begeistert und oft werde ich mit Standing Ovations belohnt. Das spricht für sich. Meine Shows darf man einfach nur geniessen und sich mit guter Energie aufladen lassen.

Ihre neue Show Aufbruch haben sie ja fast alleine auf die Beine gestellt. Wie schafft man das?

Ausschlaggebend sind 13 Jahre Erfahrung. Ich habe gelernt, wie man eine gute Pointe und eine abendfüllende Show aufbaut. Vergleichen kann man das, was ich mache, am ehesten mit den Shows von Rob Spence. Ich biete vom klassischen Stand-up über kabarettistische Einlagen bis hin zu Gesangs- und Tanz-Nummern einiges. Meine Shows sind vielseitig und ein Feuerwerk an guter Unterhaltung.

Was bekommt das Publikum in Andermatt zu sehen?

Ich spiele nicht meine neue Show Aufbruch, sondern vielmehr ein Best of Stéphanie Berger. Bei «Aufbruch» muss man die ganze Show sehen. An der Comedy Night in Andermatt trete ich mit dem grossartigen Charles Nguela auf. Da ist meine Zeit auf der Bühne beschränkt. Wir geben aber sicherlich Vollgas.

Stört es Sie, wenn man Sie immer noch mit der Miss Schweiz Wahl in Verbindung bringt?

Das macht heute überhaupt fast niemand mehr. Es liegt ja auch 24 Jahre zurück. Wenn ein Journalist mich heute tatsächlich noch auf das reduziert, hat er seinen Job nicht gemacht. Ich verfüge mittlerweile über einen beachtlichen Leistungsausweis, was meine Karriere betrifft. Ich bin da, wo ich heute bin, weil ich unermüdlich an mir und meinen Talenten gearbeitet habe. Mittlerweile ist es Können. In meinen Shows verarbeite ich das Menschsein an und für sich. Ich habe ein bewegtes unkonventionelles Leben, kämpfe aber mit den gleichen Herausforderungen, wie alle anderen auch: Ängste, Zweifel, Unsicherheiten.

Wie schwierig ist es, im Showbusiness zu bestehen?

Showbusiness ist eine der härtesten Branchen. Wer bestehen will, muss viel Durchhaltevermögen haben. Der Weg ist zementiert von Rückschlägen und Misserfolgen. Aber genau an diesen wachse ich und aufgeben war noch nie eine Option für mich. Für mich ist der Weg das Ziel. Mal sehen, wann ich mein Ziel erreicht habe.

Ist die Arbeit im Showbusiness härter geworden? Gibt es mehr Konkurrenz in der Showszene?

Es gab einen massiven Wandel in den vergangenen Jahren. Wir haben heute generell ein Überangebot an Events aller Art. Es braucht unglaublich viel, damit man präsent bleibt. Das beste Marketing ist und bleibt aber die Mund-zu-Mund-Propaganda. Was heisst, dass es viel Zeit und Geduld braucht, bis man sich sein Publikum erspielt hat. Da führt kein Weg vorbei.

Sie sind sehr viel unterwegs. Wo spielen Sie am liebsten?

Überall, wo man gerne lacht. Wenn ich ehrlich sein darf, dann sind es tatsächlich die Basler, die richtig abgehen. Sie sind offen und können sich von Herzen freuen. Aber grundsätzlich ist die Zusammensetzung des Publikums entscheidend für eine gute Stimmung.

Gibt es Unterschiede zwischen Stadt und Land?

Das kann ich so nicht sagen. Jeder Abend ist anders. Das ist das Schöne an den Livegeschichten. Man weiss nie so genau, was einen erwartet und ich freue mich immer wie verrückt auf mein Publikum. So auch in Andermatt und eines ist sicher: Es wird ein Fest des Lachens.

Die erste Comedy Night mit Stéphanie Berger und Charles Nguela findet am Samstag, 28. Dezember, ab 20 Uhr in der Konzerthalle Andermatt statt. Tickets gibt es unter www.tickercorner.ch.