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Sie befreien die Natur von Munition

Es ist Knochenarbeit: Angehörige der Territorialvision 3 säubern das Hochgebirge im Raum Uri und Tessin und kommen dabei an ihre Grenzen. Funde von Blindgängern sind keine Seltenheit, aber auch ziviler Abfall wird eingesammelt.
Philipp Zurfluh
Im Einsatzgebiet «unter den Hüenerstöcken» sammelt ein Soldat Munitionsreste ein. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Die 28 Soldaten durchforsten akribisch das steile Gelände. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Die Munitionsreste werden in 25-Kilogramm-Säcken gesammelt. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Pro Jahr werden in der Schweiz tonnenweise Munitionsreste gefunden und entsorgt. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Bei den Räumungsaktionen kommt so manches aus früheren Jahren zum Vorschein. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Die Soldaten werden mit dem Super-Puma in die verschiedenen Gebiete transportiert und wieder abgeholt. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Adjudant Unteroffizier Hanspeter Schuler ist verantwortlich für die Koordination und die Durchführung von Aufräumaktionen auf Schiessplätzen und Zielgebieten. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Denis Aschwanden aus Altdorf ist Gruppenführer. Trotz harter Arbeit habe ich viel Spass. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
Luftaufnahme aus dem Super-Puma. (Bild: Philipp Zurfluh, Realp, 9. August 2018)
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Sie befreien die Natur von Munition

Sie sind hoch oben im Gebirge «unter den Hüenerstöcken» im Einsatz, knapp 2600 Meter über Meer und nur wenige Hundert Meter von der Rotondohütte SAC entfernt. 28 Angehörige der Territorialdivision 3 suchen dort in unwegsamem und steinigem Gelände Meter für Meter nach Munitionsrückständen sowie Blindgängern ab. Eine physisch anspruchsvolle Arbeit. «Das Gelände ist teilweise steil und rutschig», sagt Adjudant Unteroffizier Hanspeter Schuler. «Das geht gehörig in die Knochen und kostet viel Substanz. Da kommen die Soldaten an ihre Grenzen.»

Schuler ist verantwortlich für die Koordination und die Durchführung von Aufräumaktionen auf Schiessplätzen und Zielgebieten. «Ich musste schon mal nach zwei Tagen Soldaten nach Hause schicken, da sie körperlich nicht in der Lage waren, diese Arbeit über eine längere Zeit zu verrichten», erklärt der Erstfelder.

Gelände wird akribisch durchforstet

Die dreiwöchige Räumungsaktion findet jeweils im August statt. Im Hochgebirge im Raum Uri/Tessin befinden sich viele Munitionsüberreste. Der Einsatz ist genau koordiniert und läuft nach einer sogenannten Rasterräumung ab. In Reih und Glied, mit maximal zehn Metern Abstand, durchforsten die Soldaten das Gelände akribisch genau. Trotzdem bleiben bei jeder Säuberung Munitionsreste unerkannt. «Je nach Topografie des Gebiets gestaltet sich die Säuberung als schwierig», erklärt Hanspeter Schuler.

Die Motiviation in der Truppe ist besonders gut

Fleissig an der Arbeit ist auch der Altdorfer Denis Aschwanden, der während der drei Wochen als Gruppenführer eine wichtige Funktion innehat und grosse Verantwortung übernimmt. Er ist bereits zum fünften Mal dabei. «Trotz harter Arbeit habe ich viel Spass.» Da er sich nur selten in den Bergen aufhalte, sei dies eine willkommene Abwechslung. Aber nicht nur das: «Jeden Tag mit dem Super-Puma fliegen macht unglaublich viel Spass», so Aschwanden. Die Motivation und Dynamik in der Truppe sei besonders gut. Viele würden sich von Einsätzen vergangener Jahren kennen. «Die grösste Herausforderung besteht darin, dass sich niemand verletzt», sagt der 27-Jährige. Bisher sei niemand zu Schaden gekommen.

Die Soldaten sind am vergangenen Montag eingerückt. Zuerst wurden sie von zwei Spezialisten für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung (Kamir) ausgebildet. «Die Soldaten müssen wissen, wie ein Blindgänger aussieht und wie man sich bei einem Fund verhält», erklärt Hanspeter Schuler. Die Spezialisten des Kamir-Kommandos betreiben in der Schweiz die Nationale Blindgängermeldezentrale (BMZ), halten sich für militärische Kampfmittelbeseitigungseinsätze bereit und sind in Schlüsselpositionen der humanitären Minenräumung sowie für friedensfördernde Operationen weltweit im Einsatz.

Verhalten bei Blindgängern

Als Blindgänger bezeichnet man Munition, die nicht oder nicht vollständig explodiert ist. Dies kann beispielsweise passieren, wenn sie im Wasser, im Schnee oder auf weichem Boden gelandet oder durch Steine abgelenkt worden ist. Um Unfälle zu verhindern, sollte man beim Fund von Blindgängern folgende Grundsätze befolgen: Nie berühren, gut sichtbar markieren, und melden.
Die Nationale Blindgängermeldezentrale nimmt Meldungen per E-Mail, per Telefon unter der Nummer 117 entgegen. Ein Fund kann auch unkompliziert über die Gratis-App «Blindgänger» gemeldet werden. (pz)

Sieben Blindgänger wurden gefunden

Plötzlich hört man in weiter Ferne einen Knall. Spezialisten haben einen Blindgänger entschärft. «Blindgänger werden immer gleich vor Ort gesprengt und nie verschoben», sagt Hanspeter Schuler. Diese Woche seien bereits deren sieben entdeckt worden. Doch auch ziviler Abfall ist keine Seltenheit: «Wir sammeln auch Flaschen, Konservendosen oder Papier ein.» Die Munitionsreste werden in 25-Kilogramm-Säcke abgefüllt. An verschiedenen Stellen gibt es dann Depots, die gut markiert werden. So kann das Material mit dem Armeehelikopter abtransportiert werden.

Übrigens: Den Grossteil der schweizweit beseitigten Blindgänger (237) hat die Blindgängermeldezentrale aufgrund von 641 Meldungen entdeckt und beseitigt. Dabei gingen 80 Prozent der Meldungen von Zivilpersonen ein, sei es durch Bergführer oder Hüttenwarte. Je 10 Prozent werden von der Truppe und der Polizei gemeldet.

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