Auf den Eggbergen spielt die jüngste Katzenmusik Uris

Die Chatzämüüsig Eggberge tönt wunderbar und das Panorama – vom Niederbauen, über den Gitschen bis zum Bristen und dem Schwarzgrat, ist schlicht grossartig. Fast 80 Personen machen beim Umzug mit.

Christof Hirtler
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Die Katzenmusik ist unterwegs von der Seilbahn zum Skilift-Bistro.

Die Katzenmusik ist unterwegs von der Seilbahn zum Skilift-Bistro.

Bild: Christof Hirtler (Eggberge, 22. Februar 2020)

«Alle sind herzlich willkommen. Mitlaufen und Chatzämüüsig machen», steht auf der Internetseite eggberge.ch. Initianten der Katzenmusik sind Maggie und Jules Christen-Zurfluh. Sie sind vor 8 Jahren von Altdorf auf die Eggberge gezogen, haben ein Haus gekauft, 20 Minuten zu Fuss von der Bergstation der Seilbahn entfernt.

Ständchen beim Skilift-Bistro.

Ständchen beim Skilift-Bistro.

Bild: Christof Hirtler (Eggberge, 22. Februar 2020)

Maggie Christen arbeitet in der Qualitätssicherung einer Maschinenbaufirma, ihr Mann ist Ingenieur und pendelt jeden Tag nach Ebikon. Sie sind naturverbunden, leben gerne auf den Eggbergen und engagieren sich, wie viele andere Eggbergler, für den Weiler: «Vor vier Jahren hatten wir die Idee, auf den Eggbergen einen Katzenmusikumzug zu organisieren und damit etwas für die Kinder und für den Zusammenhalt auf den Eggbergen zu tun. 2016 waren wir nur acht, neun Fasnächtler. Danach kamen jedes Jahr mehr.» Die Chatzämüüsig Eggberge ist kein Verein, es gibt keinen Präsidenten, keinen Vorstand und keine Mitgliederbeiträge. Es geht ums Zusammensein, entspannt, familiär und unkompliziert.

Sie kommen mit Skihock, Schneetöff und Ractrac

Für den Begrüssungsapéro haben Maggie und Jules Christen aus Holzlatten und Schreinerböcken eine vier Meter lange Bar gebastelt und eine grosse Auswahl an Knabbereien und Getränken bereitgestellt. Kurz vor 14 Uhr trudeln die ersten mit Trommeln und Pauken bestückten Fasnächtlerinnen und Fasnächtler beim Umschlagplatz ein: Einige mit dem Skihock (Ski mit aufgeschraubtem Sitzbrett), eine Bauernfamilie gar mit dem Schneetöff, eine andere Familie mit dem Ractrac. Und es kommen immer mehr: Die Bahn transportiert rund 40 Fasnächtler aus dem Tal auf die Eggberge.

«Viele dieser Fasnächtler wohnen zwar nicht mehr hier, haben aber einen Bezug zu den Eggbergen. Einige sind hier aufgewachsen, andere haben auf den Eggbergen Verwandte oder Freunde», sagt die pensionierte Fotografin Vreni Aschwanden, die seit Oktober 2009 auf den Eggbergen lebt. Heute ist sie als Reporterin für ein Fotobuch der Katzenmusik Eggberge unterwegs. Vreni ist in ihrem Element, sammelt Impressionen, fotografiert einzelne Masken und Gruppen, gibt Anweisungen zum Posieren. Sujets gibt es viele: Polizisten, Mexikaner, Pilze, Clowns, Badenixen, Punks, Pippi Langstrumpf und ein Kapuziner.

An der Spitze des Zuges, die Dirigentin Maggie Christen.

An der Spitze des Zuges, die Dirigentin Maggie Christen.

Bild: Christof Hirtler (Eggberge, 22. Februar 2020)

Ein langer, farbenprächtiger Tatzelwurm ist unterwegs

Kurz vor halb drei intonieren die Bläser die ersten Takte des Katzenmusikmarsches – Zeit zum Aufbruch. Langsam setzt sich der lange, farbenprächtige Tatzelwurm in Bewegung. Vorneweg die Dirigentin Maggie Christen, dann die Bläser, die Trommler, die Pauken. Schön im Takt. Vorbei an der Marienkapelle, dem Berghaus Birchweid bis zum Skilift-Bistro. Nach 20 Minuten Katzenmusik gibt’s hier den ersten Halt. Offeriert werden Würstchen und Brot, serviert wird draussen auf der Terrasse. Hier bleibt man für eine Weile – geniesst den sonnigen Nachmittag und hat sich viel zu erzählen. Man prostet sich zu, feiert, lacht. Jules Christen strahlt: «Fast 80 Personen haben heute am Umzug mitgemacht. Das freut mich riesig.»

Es ist bereits 17 Uhr, das Reusstal liegt längst im Schatten, auf den Eggbergen scheint noch immer die Sonne. Nun geht’s retour. Das Ziel: Einkehren im Berggasthaus Eggberge. Um 18.30 Uhr bricht die Katzenmusik auf. Auf dem Weg vom Berggasthaus zum Restaurant Seeblick ertönt ein letztes Mal der Katzenmusikmarsch. Es sind nur ein paar Schritte, am Himmel funkeln Sterne.

Die Apérobar am Umschlagplatz der Seilbahn.

Die Apérobar am Umschlagplatz der Seilbahn.

Bild: Christof Hirtler (Eggberge, 22. Februar 2020)