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Sie verarbeitet Steine zu Kunstwerken

Früher hat sie anderen Künstlern zu einem Auftritt verholfen. Jetzt wurde sie selber zur Künstlerin: Sylvia Wüthrich bearbeitet ganz unterschiedliche Steine und lässt daraus Skulpturen entstehen.
Markus Zwyssig
Sylvia Wüthrich bei der Arbeit in ihrem Atelier in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 16. Mai 2018)

Sylvia Wüthrich bei der Arbeit in ihrem Atelier in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart (Erstfeld, 16. Mai 2018)

Sylvia Wüthrich steht in der Garage ihres Elternhauses an der Lindenstrasse in Erstfeld. Sie hat eine Schutzbrille aufgesetzt und bearbeitet in ihrer Werkstatt mit einem Hammer und einem Meissel einen rohen, rund 40 Kilogramm schweren Stein. Kleine Stücke spicken nach allen Seiten. «Steine sind über Jahrtausende gewachsen und haben eine eigene Geschichte», sagt sie. «Ich bin fasziniert von Form und Farben.»

Am liebsten bearbeitet sie einen Stein, ohne dabei klare Absichten zu verfolgen: «Zu Beginn habe ich keine Vorstellungen darüber, wie die Steinskulptur am Ende aussehen wird.» Während dem Arbeiten setzt sich Wüthrich intensiv mit dem Stein auseinander. Dabei erkennt sie die Eigenarten des Materials, nimmt die Maserung im Detail war. Und manchmal passiert Unerwartetes, insbesondere dann, wenn ein Stein in die Brüche geht. Da kann sie auch mal wütend werden: «Bei einem Stein, der zerbricht, kann man nichts mehr reparieren.» Es bleibt ihr nur noch, neue Ideen zu entwickeln, wie aus dem Stein doch noch eine Skulptur entstehen kann.

Kunst fördern und selber Kunst schaffen

Früher half sie andern, dass ihre Kunst im richtigen Licht erscheint. Viele Jahre war Sylvia Wüthrich beim Theater Uri in Altdorf tätig. Als sie vor einigen Jahren ihren Job an den Nagel hängte, begann sie, sich selber künstlerisch zu betätigen. Eine Ausstellung von Gedeon Regli im Theater Uri hatte ihr besonders Eindruck gemacht. «Ich hatte immer im Hinterkopf, aus Steinen selber einmal Skulpturen zu schaffen», sagt Sylvia Wüthrich.

Motiviert haben sie aber auch die Skulpturenausstellungen in Bad Ragaz, welche alle 3 Jahre über die Sommermonate stattfinden. Bei mehreren Aufenthalten in Bad Ragaz waren Besuche der Freiluft-Ausstellung immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Sie war aber zu Beginn etwas skeptisch: «Ich hatte Bedenken, weil ich nicht skizzieren konnte.» Schliesslich nahm sie aber doch bei Steinbildhauer Gedeon Regli in Hospental an einem Kurs teil. Sie wurde positiv überrascht: «Er verstand es, die Kursteilnehmer dort abzuholen, wo sie waren.» Gearbeitet wurde während des Kurses mit Speckstein. Die 65-jährige Urnerin fand Gefallen an der Arbeit mit Steinen: «Ich bin nach Hause gekommen und habe mir gesagt: das ist es.»

Sylvia Wüthrich besuchte weitere Kurse bei Gedeon Regli. Sie war aber auch in der Scuola di Scultura di Peccia bei Daniel Hardmeier im Maggiatal. Bei Wendelin Gisler und Gerd Helmers im Kulturkloster in Altdorf bildete sie sich ebenfalls weiter. Es kamen weitere Materialien dazu: der etwas härtere Marmor, Sandstein und Alabaster.

Über die Jahre hinweg hat Sylvia Wüthrich aus den unterschiedlichen Materialien an die 20 Kunstwerke geschaffen. Jetzt findet sie die Zeit reif für eine Ausstellung. «Ich habe schon einmal im privaten Rahmen im Garten meine Arbeiten gezeigt», sagt Wüthrich. «Nun folgt meine erste öffentliche Ausstellung.» Im Garten beim Hotel Stern und Post in Amsteg hat sie einen idealen Ort dafür gefunden. Am nächsten Wochenende wird die Ausstellung eröffnet. Anschliessend können die Steinskulpturen im Garten frei zugänglich besichtigt werden.

An einem Stein arbeitet Sylvia Wüthrich unterschiedlich lange. Bis sie mit dem Ergebnis ihrer Arbeit zufrieden ist, kann es einige Monate dauern. «Während eines zweiwöchigen Kurses habe ich auch schon ein Kunstobjekt von Anfang bis Ende fertig bearbeitet», so Wüthrich. In ihrer Werkstatt in Erstfeld ist sie jeweils rund einen Tag pro Woche an der Arbeit. Bereits ihr Vater hat in dieser Werkstatt gearbeitet. «Seine Werkstoffe waren Holz und Stein», so Wüthrich. «Er war von Beruf Maurer, in der Freizeit jedoch leidenschaftlicher Bastler.» Einen kleinen Werkplatz hat sie auch in Castaneda im Calancatal. Dort haben Sylvia und ihr Mann ihren Zweitwohnsitz. An beiden Orten will sie auch in Zukunft intensiv Steine bearbeiten. Ihre Freiräume will sie behalten: «Ich mache keine Kunstwerke auf Bestellung.»

Hinweis

Die Vernissage der Steinskulpturen von Sylvia Wüthrich im Garten des Hotels Stern und Post in Amsteg findet am Samstag, 26. Mai, ab 17 Uhr statt. Die Ausstellung dauert vom 26. Mai bis 15. Juli.

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