SILENEN: Alptransit stellt Versorgung sicher

Die Wassergenossenschaften Kirchbach und Schüpfenbach bekommen Wasser von der anderen Talseite. Die nicht mehr benötigte Wasserversorgung Chatzensternen liefert nun gutes Trinkwasser zu den geschädigten Reservoirs.

Paul Gwerder
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Von links: Adrian Wildbolz von der ATG und die beiden Vertreter der Gemeinde Silenen, Daniel Müller und Hermann Epp, stossen auf das Wasserreservoir Schüpfenbach an. (Bild: Paul Gwerder (Silenen, 22. Mai 2017))

Von links: Adrian Wildbolz von der ATG und die beiden Vertreter der Gemeinde Silenen, Daniel Müller und Hermann Epp, stossen auf das Wasserreservoir Schüpfenbach an. (Bild: Paul Gwerder (Silenen, 22. Mai 2017))

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

«Wegen der Vortriebsarbeiten für den Gotthard-Basistunnel zwischen Erstfeld und Amsteg lieferten die beiden Quellen Kirchbach und Schüpfenbach plötzlich fast kein Wasser mehr», erinnerte sich Adrian Wildbolz, Abschnittsleiter Nord bei der Alptransit Gotthard AG (ATG), am Montag an einer Medienorientierung in Silenen. Unverzüglich wurde danach eine Notversorgung für die versiegten Quellen hergestellt.

Die ATG-Vertreter der Wassergenossenschaften und der Gemeinde Silenen standen seither in engem Kontakt und suchten nach Lösungen. Mit der Wassergenossenschaft Frentschenberg und für die Chilcherberge konnte die ATG bereits Lösungen realisieren.

«Chatzensternen» liefert Trinkwasser für Silenen

«Wir suchten nach dem Rückgang der geschädigten Quellen intensiv nach Lösungen», betonte Wildbolz. «Zuerst glaubte man, dass im Maderanertal zusätzliches Trinkwasser gefasst werden könnte. Aber wir stellten nach Messungen bald einmal fest, dass die Quellen, die wir in Aussicht hatten, im Winter zu wenig Wasser liefern würden. Die Lösung bot sich mit der Was­serversorgung Chatzensternen/Plattiberg oberhalb von Amsteg auf Gemeindegebiet von Gurtnellen. Weil das Zeughaus in Amsteg abgerissen wurde, brauchte das VBS diese Anlagen nicht mehr und verkaufte sie an die ATG. Vom Plattiberg aus erstellte die ATG eine Transportleitung nach Silenen. Von dort werden die beiden betroffenen Reservoirs Kirchbach und Schüpfenbach mit dem Wasser von der anderen Talseite gespiesen. Spannend ist, dass das Wasser dank der Höhendifferenz ohne Pumpen zu den beiden Wasserreservoirs Kirchbach und Schüpfenbach geleitet werden kann. «Heute sind wir nach langer Zeit nun so weit, dass die Leitungen zu den Wasserreservoirs bald fertig im Boden verlegt sind», freute sich Adrian Wildbolz.

Strom hilft mit, den Unterhalt zu decken

Besonders zufrieden sind die Gemeinde Silenen und die ATG, dass die Druckleitung zwischen der Wasserfassung Chatzensternen und dem Reservoir Plattiberg ersetzt wurde. Dadurch kann neu eine kleine Turbine im Plattiberg etwas Strom erzeugen. Die Erträge aus dem Stromverbrauch helfen künftig mit, die Unterhaltskosten der Anlage zu decken.

«Die Arbeiten am Grundwasserpumpwerk Schützenschachen laufen noch», so Wildbolz. Von dort kann man bei Engpässen Grundwasser aus dem Boden pumpen und damit die Reservoirs bedienen.

Die beiden betroffenen Wassergenossenschaften sind mit dieser Lösung zufrieden, auch wenn sie heute noch den versiegten Quellen nachtrauern. Rund 8 Kilometer Leitungen mussten verlegt werden. Auch die Abwasser Uri AG und das EW Altdorf konnten von diesem Bau profitieren und Synergien nutzen. An die Kosten des Projekts zahlt die ATG 5 Millionen, die Abwasser Uri AG 1,5 Millionen und das EWA 500000 Franken.

Für Gemeindepräsident Hermann Epp ist eine sehr gute und nachhaltige Lösung gefunden worden. «Nun haben wir eine grosse Versorgungssicherheit.»

In Silenen gibt es immer noch 15 unabhängige Wassergenossenschaften. Nun wird die ATG der Gemeinde das neue Werk übergeben. «Die Gemeinde übernimmt die Verantwortung für die Wasserversorgung für jene Genossenschaften, die das wollen. Die andern können wie bisher unabhängig bleiben», sagte Gemeindevizepräsident Daniel Müller. «Ich glaube, dass einige Genossenschaften unabhängig bleiben wollen, denn sie haben immer viel Herzblut in ihre Wasserversorgung gesteckt. Für die geschädigten Genossenschafter der Quellen Schüpfenbach und Kirchbach war es zuerst ein Schock, als das Wasser im Berg versiegte. Mittlerweile können sie aber mit der neuen Wasserversorgung gut leben», so Müller.

«Ich bin froh, dass wir das Werk noch vollenden können, denn bald wird die ATG die Arbeiten im Kanton Uri abschliessen», so Wildbolz. «Und es war stets das Ziel der ATG, dieses Projekt noch fertigzustellen.»