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SILENEN: Hilflose Katzen bekommen ein Heim

Der Tierschutzverein Uri plant in Silenen eine neue Katzenstation. Heimatlose Tiere, aber auch Ferienkatzen können dort untergebracht werden. Das Heim soll so weit wie möglich ehrenamtlich betrieben werden.
Salome Infanger
Busse für den Katzenquäler aus Sachseln (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Busse für den Katzenquäler aus Sachseln (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Salome Infanger

salome.infanger@urnerzeitung.ch

2016 beschäftigte sich der Tierschutzverein Uri mit 85 Tierschutzfällen. 50 davon betrafen Katzen (Ausgabe vom 24. März). Es handelte sich dabei um zugelaufene, vermisste, wilde oder tote Katzen.

Um heimatlose Katzen unterbringen und betreuen zu können, will der Tierschutzverein Uri nun eine eigene Katzenstation führen. Im Gebiet Schützen in Silenen will man einen ehemaligen Pferdestall zu einer Auffangstelle für Katzen umbauen.

25 Katzen sollen ein Zuhause erhalten

In der Katzenstation soll es auf einer Etage fünf Katzenzimmer mit Aussengehege geben. Es braucht auch Waschmöglichkeiten und einen Quarantäneraum für Katzen, die erst noch vom Tierarzt untersucht werden müssen, bevor sie mit anderen Tieren in Kontakt kommen. «Die geplante Infrastruktur bietet für rund 25 Tierschutz- und Ferienkatzen Platz», sagt Hanspeter Berger, Präsident des Tierschutzvereins Uri.

Die Finanzierung ist noch nicht gesichert

Die definitiven Kosten für das Bauprojekt sind noch unklar. Berger rechnet jedoch schon mit rund 300 000 Franken. «Beim Umbau des Stalls handelt es sich um ein kostengünstiges Projekt», glaubt der Vereinspräsident. Um die Ausgaben decken zu können, ist der Tierschutzverein auf Sponsoren angewiesen. Berger ist zuversichtlich, dass das nötige Geld beschafft werden kann. «Mit Füttern, Waschen und der ganzen Infrastruktur kostet eine Katze rund 10 bis 15 Franken pro Tag», rechnet er vor.

Katzen brauchen im Vergleich zu Hunden wenig Betreuung. «Wenn alles normal läuft, reichen zwei Kontrollen am Tag.» Der Verein setzt auf ehrenamt­liche Helfer, welche die Tiere füttern, waschen, mit ihnen spielen und schauen, dass alles in Ordnung ist. Die Katzen in der Station sollen auch an neue Besitzer weitervermittelt werden können.

Der Tierschutzverein finanziert sich ausschliesslich durch Mitgliederbeiträge und Spenden. Zusätzliches Geld für den Betrieb soll generiert werden, indem Katzenbesitzer ihr Haustier nach Silenen in die Ferien geben können. Der Verein rechnet auch mit einem Beitrag des Kantons.

Bis 2014 eine Station in Bürglen

Aufgrund von Stellungnahmen der zuständigen Amtsstellen geht Berger davon aus, dass bis im Herbst 2017 eine Baubewilligung vorliegen könnte. Sofern das Projekt von den Mitgliedern bewilligt wird und die Finanzierung gesichert ist, soll mit dem Ausbau des Stalls spätestens Anfang 2018 begonnen werden. Die Station soll im selben Jahr eröffnet werden.

Bis 2014 führte ein Mitglied des Tierschutzvereins Uri eine Katzenstation in Bürglen. Danach konnten die Katzen beim Tier- und Ferienheim der Tier­hilfe Urschweiz in Bürglen ab­gegeben werden. Wegen Meinungsverschiedenheiten wurde die Zusammenarbeit jedoch beendet. Der Tierschutzverein hat daraufhin entschieden, so schnell wie möglich wieder selber eine Katzenstation aufzubauen.

«Wilde Katzen kann man kaum domestizieren»

Es gibt diverse Gründe, wieso Katzen ins Heim kommen. Zum einen melden sich Leute, wenn ihnen eine Katze zugelaufen ist und der Besitzer nicht ausfindig gemacht werden kann. Zum andern geht der Verein Hinweisen zu verwilderten Katzen nach. Diese herumstreunenden Tiere werden mit Katzenfallen gefangen, vom Tierarzt untersucht, kastriert und danach so schnell wie möglich wieder am alten Ort «ausgesetzt». Berger betont: «Wilde Katzen kann man kaum domestizieren, ausser sie sind noch sehr jung.»

Damit sich wilde Katzenkolonien nicht unkontrolliert vergrössern, will der Verein möglichst viele verwilderte Katzen und Bauernhofkatzen kastrieren. «Wahrscheinlich gibt es im Kanton Uri mehr wilde Katzen, als wir denken.» Zum Teil kommen sie aber auch ins Heim, weil ihre Besitzer gestorben sind und niemand die Tiere übernehmen will.

Meldungen über eine schlechte Behandlung von Katzen gebe es selten, sagt Berger. «Bei Hunden, Kühen und Schafen kommt dies viel häufiger vor.» Das liege aber auch daran, dass Katzen still leiden und nicht wie Hunde bellen würden, wenn es ihnen schlecht gehe. Bei Fällen mit schlechter Tierhaltung sei es aber nicht die primäre Aufgabe des Tierschutzvereins, selber etwas zu unternehmen respektive vor Ort aktiv zu werden. «Wir wenden uns in solchen Situationen ans Veterinäramt», sagt Berger. «Die Tierschutzverantwortlichen des Veterinäramts nehmen dann einen Augenschein vor und ordnen bei Bedarf Massnahmen an.

Katzen sind aber nicht die einzigen Tiere, die beim Verein abgegeben werden können. Auch für Meerschweinchen, Hunde oder Igel gibt es Anlaufstellen in Uri. «Es sind Privatpersonen, die sich um solche Tiere kümmern.» So kann der Verein die artgerechte Betreuung sicherstellen.

«Wahrscheinlich gibt es im Kanton Uri mehr wilde Katzen, als wir denken.» Hanspeter Berger, Präsident Tierschutzverein Uri (Bild: Salome Infanger (Urner Zeitung))

«Wahrscheinlich gibt es im Kanton Uri mehr wilde Katzen, als wir denken.» Hanspeter Berger, Präsident Tierschutzverein Uri (Bild: Salome Infanger (Urner Zeitung))

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